Portrait unseres lebens- und liebenswerten Stadtteils

Hier finden Sie Hinweise und (kulturhistorische) Hintergrundinformationen zu Sehenswürdigkeiten in Essen-Borbeck.
Wir bauen diesen Bereich stetig aus und freuen uns über neue Tipps zu Sehenswürdigkeiten, die in unser Verzeichnis aufgenommen werden sollten. Schreiben Sie uns einfach eine E-Mail mit Ihrem Tipp an redaktion@borbeck.de.

Borbecker Halblang

Borbecker Halblang

Ein Artikel von Arnd Reinhardt.

Seit 1982 zieren zwei Borbecker Buben in kurzen Hosen den Neuen Markt. Die von dem Künstler Franz-Josef Kampmann geschaffene Bronzestatue sitzt auf einem sechsseitigen Sockel mit fließendem Wasser.

Sie steht zentral auf dem Borbecker Marktplatz, der an marktfreien Tagen als zentraler Parkplatz dient, und direkt vor dem Borbecker Bahnhof.

Die Statue setzt dem „Borbecker Halblang“ ein Denkmal. Unter diesem Namen war zu Beginn des 20. Jahrhunderts die aus der Not geborene Mode, Kinderkleidung „zum Reinwachsen“ zu kaufen und alte Kleidung – beispielsweise als kurze Hosen – weiterzuverwenden, im Ruhrgebiet bekannt.

Als Kulturhauptstadtprojekt kam der „Borbecker Halblang“ zu neuem Ruhm. Hierbei handelte es sich um Aluminiumskulpturen, die von Borbecker Schülerinnen und Schülern bemalt wurden.

Germania-Statue

Ein Artikel von Andreas Körner.

Germania, die -, Personifikation Germaniens beziehungsweise Deutschlands, in der römischen Antike dargestellt als trauernde Gefangene, im Hochmittelalter als gekrönte Frau, im 19. Jahrhundert als jungfräuliche oder mütterliche Walküre. Seit etwa 1840 ist sie volkstümliche Symbolfigur mit der größten Verbreitung nach der Reichsgründung 1871. Von 1900 bis 1919 war sie auf Postwertzeichen des Deutschen Reiches abgebildet.

Bekanntestes Germaniadenkmal ist das Niederwalddenkmal. Das von Johannes Schilling und Karl Weißbach 1871 – 83 geschaffene Nationaldenkmal oberhalb von Rüdesheim am Rhein ist aus Bronze, 10,5 m hoch und steht auf einem 25 m hohem Sockel mit Reliefs zu Themen des Krieges 1870/71. (frei nach: Brockhaus Enzyklopädie)

Am 30. September 1876 versammelten sich siebzehn Herren im „Locale der Witwe Dr. Werther“. Eingeladen hatte der Direktor der Eisenhütte Phönix Friedrich Lange, der gleichzeitig ehrenamtlicher Beigeordneter der Gemeinde Borbeck war. Anlass der Versammlung: „die Errichtung eines Kriegerdenkmals für die in den Jahren 1864, 66 und 70 gefallenen Krieger“. Friedrich Lange legte dies den Anwesenden „als eine Pflicht der Dankbarkeit ans Herz“. Das und viel mehr erfährt man aus der Akte der Bürgermeisterei Borbeck, die im Stadtarchiv aufbewahrt wird. Es wurden auch die Namen der versammelten Herren aufgeführt. Als erster ist zu nennen der damalige Bürgermeister Carl Kruft, dann Wilhelm Leimgardt, Ziegeleibesitzer und gleichzeitig ehrenamtlicher Beigeordneter, der Arzt Dr. Herbrüggen, der Apotheker Rudolf Baum, der jüdische Kaufmann Gustav Ruben. Genannt wurde auch der Obersteiger Carl Vögler von der Zeche Levin in Dellwig, dessen Söhne später große Wirtschaftsführer wurden.

Es wurde eine Reihe von Ideen aufgezählt, wie man an das Geld für das Kriegerdenkmal zu kommen hoffte:

  • Sammlung von freiwilligen Beiträgen
  • Durch Veranstaltung einer Lotterie
  • Durch Aufstellen von Büchsen in Wirtschafts-Localen
  • Durch Veranstalten von Concerten und Bällen, deren Einnahmen dem Denkmal zugewendet werden sollen
  • Wurde ein Theil der für die Sedansfeier gesammelten Gelder in Aussicht gestellt
  • Desgleichen ein Beitrag von den Schul-Vorständen
  • In allen Versammlungen der Krieger-Vereine, des deutschen Vereins, des Gewerbe-Vereins u. sonstigen Vereinen wie auch bei sonstigen festlichen Gelegenheiten sollen Sammlungen zu dem Zwecke veranstaltet werden
  • Soll der Antrag an den Gemeinderath gestellt werden, einen Beitrag aus der Gemeinde-Kasse für die Errichtung des Krieger-Denkmals zu bewilligen.

Auf der gleichen Versammlung wurde das Gebiet der Bürgermeisterei Borbeck aufgeteilt und Sammler genannt, die für die Errichtung des Denkmals sammeln sollten. „Herr Bürgermeister Kruft versprach für die Sammler kleine Bücher anfertigen zu lassen und diesen ein Schreiben mit Amtssiegel beizulegen, worin der Zweck der Sammlungen auseinandergesetzt und in recht patriotischer Weise dazu aufgefordert werden soll.“

Es wurden auch schon Gewinne für die Lotterie angemeldet:

  • Ständer mit Fruchtwasser von Herrn Dr. Herbrüggen
  • Ein Sopha und Kissen von Herrn Direktor Barthe
  • Ein Reiselackenhalter von Herrn W. Leimgardt
  • Bierseidel von Apotheker Baum
  • Eine Sammlung unter den Anwesenden ergab 160 Mark

Der Bürgermeister Kruft stellte im Auftrag des Komitees zur Errichtung eines Kriegerdenkmals beim Landratsamt Essen einen Antrag auf „höhere Genehmigung“. Dem Antrag wurde stattgegeben. Anträge bei dem Gemeinderat und dem Kreis Essen auf Unterstützung wurden wegen der schwierigen Wirtschaftslage abgelehnt. Man musste sich also auf die eigenen Kräfte verlassen. Die Liste der zur Verlosung zur Verfügung gestellten Gegenstände wurde noch sehr lang. Insgesamt 251 Eintragungen enthält die Liste. Die Initiative, dafür zu spenden, ging fast vollständig in die Hände der Frauen über. Es tauchen dort u. a. auch weitere Namen jüdischer Mitbürger auf: Gastwirt Albert Seelmann, Kaufmann Heimann Daniel (Heimann ist ein jüdischer Vorname.)

Im November 1877 wurde Kontakt mit dem Düsseldorfer Bildhauer Leo Müsch (1846 – 1911) aufgenommen. Später organisierte das Komitee auch eine Reise zum Bildhauer, um sich das entstehende Werk schon einmal anzuschauen. Es wurde eine Liste der „gefallenen Krieger“ angefertigt, aus der auch hervorgeht, wann und wo sie gefallen sind, bei welchem Regiment sie gedient haben und aus welchem Ortsteil sie stammen. Der gefallene Krieger Heinrich Körntchen wurde gestrichen, weil er zu dem inzwischen ausgemeindeten Altendorf gehörte.

Am 11. Oktober 1880 war die feierliche Enthüllung des Kriegerdenkmals. Es gab ein reichhaltiges Festprogramm. Der Vorsitzende des Komitees Friedrich Lange übergab das Denkmal dem Bürgermeister Kruft als Vertreter der Gemeinde. Im gedruckten Festprogramm sind drei Strophen des Liedes „Heil dir im Siegerkranz“, der Hymne des Deutschen Reiches, wiedergegeben, die aus diesem Anlass gesungen wurden:

1. Heil dir im Siegerkranz,
Herrscher des Vaterlands!
Heil, Kaiser, dir!
Fühl in des Thrones Glanz
Die hohe Wonne ganz,
Liebling des Volks zu sein!
Heil Kaiser, dir!

3. Heilige Flamme, glüh',
Glüh' und erlösche nie
Fürs Vaterland!
Wir alle stehen dann
Mutig für einen Mann,
Kämpfen und bluten gern
Für Thron und Reich!

6. Sei, Kaiser Wilhelm, hier
Lang' deines Volkes Zier,
Der Menschheit Stolz!
Fühl' in des Thrones Glanz,
Die hohe Wonne ganz,
Liebling des Volkes zu sein!
Heil, Kaiser, dir!

Später wurde um das Kriegerdenkmal noch eine schmiedeeiserne "Einfriedigung“ errichtet, ebenfalls von dem Komitee finanziert.

Der Zahn der Zeit verschont auch Denkmäler nicht. So berichtete die Essener Volkszeitung vom 31. Oktober 1910: „Das hiesige Kriegerdenkmal befindet sich gegenwärtig in einem so schlechten Zustande, dass unbedingt eine Aufbesserung vorgenommen werden muss. Die eingravierten Namen der fürs Vaterland gefallenen Helden von 1864, 1866 und 1870/71 kann man fast gar nicht mehr lesen.“ Der Bürgermeister Baasel ordnete sofort an: „Die Inschriften sind zu erneuern. Die Arbeiten können durch die Gemeindehandwerker ausgeführt werden.“ Das ist innerhalb eines Monats geschehen. Es sind auch Beschädigungen am Kriegerdenkmal aktenkundig geworden, beispielsweise in der Nacht vom 14. zum 15. Januar 1928. Den Zweiten Weltkrieg hatte die Germania merkwürdigerweise überlebt. In den relativ friedlichen Jahren danach drohte ihr jedoch die Gefahr, überrollt zu werden. Nach den Plänen der Sanierung von Borbeck-Mitte sollte eine breite Autostraße über den Germaniaplatz führen und weiter unten an der Hülsmannstraße enden.

Im Dezember 1964 nahm ein Ehremal-Ausschuss die Arbeit auf, der sich um einen Ersatz kümmern wollte. Dieser fand sowieso etwas an der Germania auszusetzen. Sie entsprach nicht den Vorstellungen von einem würdigen Erinnerungs- und Mahnzeichen für die Toten der letzten Kriege und die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. Man wünschte sich ein modernes Ehrenmal, das dem Geist unserer Zeit entspricht. Man konnte sich vorstellen, die Germania irgendwo im Schlosspark abzustellen, während das neue Mahnmal mitten in Borbeck seinen Platz bekommen sollte. Der erste Vorsitzende Josef Blankensee war Vertreter des Reichsbundes der Kriegsteilnehmer und Kriegsbeschädigten (seit 1999: Sozialverband Deutschland) in Borbeck. Der zweite Vorsitzende Helmut Kowald war Vertreter des Verbands der Kriegsbeschädigten, Kriegshinterbliebenen und Sozialrentner (VdK, seit 1994: Sozialverband). Die Tätigkeit des Ehrenmal-Ausschusses wurde außerdem getragen von den Männerbereitschaften des Deutschen Roten Kreuzes, einem Borbecker Gartenbauverein und dem Borbecker Bürger- und Verkehrsverein.

Im März 1968 feierten die Gäste der Gastwirtschaft „Germania“ unter dem Denkmal Abschied. Die Gastwirtschaft verschwand wie auch das Exerzitienhaus. Die Germania blieb stehen, denn die Planung der Sanierung von Borbeck Mitte wurde geändert. Die breite Autostraße wurde nach Osten „verschwenkt“. Es handelt sich um die jetzige Otto-Brenner-Straße. Im Anschluss an die Änderung des Sanierungsplans wurde die gesamte Fläche der früheren Autotrasse neu überplant. Neu entstand die Rudolf-Heinrich-Straße als Ladenstraße. Der Germaniaplatz erhielt vom Gelände des verdrängten katholischen Kindergartens die dicken Kastanienbäume, ein erfreulicher Zuwachs. Die Germania blieb zwar erhalten, aber ramponiert sah sie aus. Der Palmwedel, den sie zum Zeichen des Friedens hoch hielt, war ihr abhanden gekommen. Die linke Hand, mit dem sie das Schwert hielt, war samt Schwert verschwunden. Der deutsche Adler zu ihren Füßen sah nicht mehr nach einem Adler aus.

Erst im Oktober 1981, 101 Jahre nach der Einweihung, renovierte der Bildhauer Erwin Schaab im Auftrag der Stadt Essen das Denkmal. Die Germania war erstmals nach langer Zeit wieder vollständig. Im folgenden Jahr wurde die Umgebung neu gestaltet. An einer Ecke wurden die Steinblöcke des Künstlers Rolf Jörres (geboren 1933 in Essen) errichtet, die von Wasser umspült werden.

Als Abschluss ihres Studiums der Landespflege an der GH-Universität Essen verfasste die 1967 geborene Christine Langbehn 1995 eine Diplomarbeit. Ihr Thema war das „Platzgefüge von Essen-Borbeck“. Es handelte sich um die Plätze Germaniaplatz, Dionysiuskirchplatz, Borbecker Platz, Neuer Marktplatz, Höltingplatz (der Platz vor Karstadt) und der Platz mit dem Busbahnhof. In ihrer Arbeit machte sie den Vorschlag, der alten Germania gegenüber eine neue von 1995 aufzustellen: eine junge lockige Frau im Tanzschritt mit einer Friedenstaube auf der Schulter. Man sieht: Auch der jungen Landespflegerin machte die alte harmlose Germania zu schaffen.

Im Dezember 1996 erreichte den Kultur-Historischen Verein Borbeck eine Anfrage von Dr. Enno Neumann vom Stadtarchiv Bochum. Herr Neumann wollte Informationen über den Germaniaplatz haben. Er schrieb: „Wir hatten neulich Gelegenheit, Ihr Germania-Denkmal zu bewundern und die gelungene Integration in die neue Platzgestaltung." Tatsächlich kommt unsere Germania gut zur Geltung. Sie ist ein Zeugnis Borbecker Geschichte und einer Bürgerinitiative aus der Kaiserzeit.

Mariengrotte (St. Dionysius)

Ein Artikel von Andreas Körner.

Aus der Tafel in der Grotte geht hervor, dass der Borbecker Knappenverein 1911 aus Anlass seines 50jährigen Bestehens diese Grotte errichten ließ. Kulturgeschichtlich gesehen, hatte der Grottenbau schon eine längere Tradition. Der „Waschzettel“ zu einem einschlägigen wissenschaftlichen Buch lautet: „Seit dem frühen 16. Jahrhundert entstanden nach dem Vorbild der Antike in neuen fürstlichen Gärten Frankreichs, Italiens, später auch Deutschlands künstliche Grotten. Mit Springbrunnen und Statuen geschmückt, luden sie ein zu Kontemplation und inspiriertem Gespräch und boten kühlende Zuflucht vor der Sommerhitze.

Ob künstliche Naturgrotte oder architektonische Grotte – der Bauherr des 16. Jahrhunderts konnte eine Form wählen, die seinen ästhetischen wie auch finanziellen Vorstellungen entsprach. Der Phantasie der beauftragten Künstler waren kaum Grenzen gesetzt. So konnten sie z.B. Grotten verspiegeln oder als Ruinen gestalten, die über dem Eintretenden zusammenzubrechen scheinen. Die Wände wurden in plastische Bilder von Meeresungeheuern und magischen Wesen verwandelt oder in Lauben mit zarten Blütenranken und exotischen Vögeln. Auch die bauliche Situation beschränkte sich bald nicht mehr allein auf die seit alters dafür bestimmten Gärten, sondern die Grotten rückten in den unmittelbaren Villenbereich ein – eine berühmte Villa wurde sogar über einem Untergeschoss von Grottenzimmern errichtet. Die vorliegende Arbeit versucht eine Klassifizierung der Grotten nach Ausstattungsart und architektonischer Anlage. Dabei zeigt sich, dass Italien und Frankreich schon nach kurzer Zeit eigenständige Formen entwickelten und sogar ein rückwirkender Einfluss Frankreichs auf das Ursprungsland Italien festzustellen ist. Der Bogen spannt sich von der einfachen Tuffhöhle bis zum komplizierten Grottentheater, mit dem die Grottenmode im beginnenden 17. Jahrhundert ihren Höhepunkt und Ausklang erreichte.“1 Die Grottenmode muss später wieder in Schwung gekommen sein. Dazu fehlen mir genauere Kenntnisse, wie es anderswo war. Im Borbecker Adressbuch von 1909 annoncierte der Stukkateur Karl Frantzen „Spezialität: Grottenbau in allen Schlackenarten“. Theodor de Mennes-Teschenmäker nannte im selben Adressbuch seine Gaststätte am Weidkamp „Zur Grotte“ und beschrieb sie näher: „schöner Saal mit prachtvoller Grotte“. Auch heute noch gibt im Garten eines Hauses von damals eine Grotte: In dem Garten von Flurstraße 197 hinter der Figur von Rotkäppchen und dem Wolf.

Eine Besonderheit innerhalb der Grotten sind die Marien-Grotten. Sie gehen zurück auf die Marien-Grotte in Lourdes, wo Bernadette Soubirous 1858 mehrere Marienerscheinungen hatte, wo ein Wallfahrtsort entstand. Diese Grotte ist an vielen Orten nachgebildet worden.2 In der näheren Umgebung gab es eine in der Kölner Straße 41, die leider den letzten Krieg nicht überlebte. Sie war auf dem Gelände des Kindergartens (oder „Kleinkinderbewahrschule“) der Elisabethschwestern von Schuir errichtet worden.3 In einem Buch über Bochum von 1991 wurde auch eine Lourdes-Grotte gezeigt.4 Danach entstand sie im Bereich des Krankenhauses St. Josef etwa gleichzeitig wie das 1909 errichtete Krankenhaus selbst. Am 3. Oktober 2008 fuhr ich nach Bochum, um die Grotte zu besichtigen. Ich fragte beim Pförtner. Der freundliche Pförtner kannte sie nicht, hatte aber eine Ahnung, wo sie sich befinden könnte. Dort fand ich sie auch: in einem abgeschlossenen kleinen Garten. Daneben steht ein großes Kruzifix. Es sind durch die Lage bedingt wohl nur wenige Leute, die zur Grotte gehen. Es gibt es neuerdings auch ein Hinweisschild darauf.

Das hat „unsere Lourdesgrotte“ nicht nötig. Sie steht an gut sichtbarer Stelle und wird beachtet, wie der frische Blumenschmuck zeigt. In der Festschrift zur Einweihung „unserer Lourdesgrotte“ berichtete der damalige Präses des Borbecker Knappenvereins Vikar Wilhelm Müller: „Sie wurde erbaut aus Thüringer Tropfsteinen von Herrn Stukkateurmeiser Frantzen-Borbeck.
Die Statue lieferte Herr Bildhauer Kirsch-Borbeck und eine meisterhafte Bemalung gab ihr Herr Kirchenmaler Fierlings-Düsseldorf.5


1 Das dazugehörige Buch hat folgende Daten: Barbara Rietzsch: Künstliche Grotten des 16. und 17. Jahrhunderts. Formen der Gestaltung von Außenbau und Innenraum an Beispielen in Italien, Frankreich und Deutschland. München: scaneg 1987. 164 S., 79 Abb. EUR 30,- ISBN 978-3-89235-017-0
2 Fotos von 29 Lourdesgrotten, davon keine aus dem Ruhrgebiet, kann man unter folgender Internetadresse anschauen: http://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Lourdes_Grottoes?uselang=de
3 Vgl. … S. 273
4 Bochum zu Fuß, hrsg. v. Norbert Konegen und Hans H. Hanke. Hamburg: VSA-Verl. 1991, S. 95-06.
5 Fest-Schrift zum Goldenen Jubiläum des Kath. Knappen-Vereins in Borbeck. 1861 – 1911, S. 21.

Schloß Borbeck

Ein Artikel von Arnd Reinhardt.

Sie ist die bekannteste und am häufigsten fotografierte Borbecker Sehenswürdigkeit: das Schloß Borbeck. Die Geschichte des Wasserschlosses lässt sich bis in das 9. Jahrhundert zurückverfolgen. Bei Umbauarbeiten im 18. Jahrhundert erhielt es seine heutige Gestalt. Auch der Schlosspark stammt aus dieser Zeit. Das schmiedeeiserne Tor am Eingang des Schlossparks stammte ursprünglich vom Schloss Hugenpoet und wurde 1846 am Haupteingang der Borbecker Parkanlage angebracht.

Seit 1920 ist der Schlosspark der Öffentlichkeit zugänglich. 1941 erwarb die Stadt Essen das Schloss von der Familie Fürstenberg. Die historische Bausubstanz des Innenbereichs ging bei den folgenden Umbauarbeiten bis auf wenige Ausnahmen verloren. Nach dem zweiten Weltkrieg nutzte die Essener Stadtverwaltung das Gebäude. Mit dem Umzug in ein neues Verwaltungsgebäude stand Schloß Borbeck in den 70er Jahren leer, seit 1983 dient es als Kultur- und Begegnungsstätte für die Essener Bürgerschaft. Das Schlossgebäude steht seit 1985 unter Denkmalschutz, das umgebende Schlossgelände seit 1998.

Heute wird das Schloß Borbeck mit dem zugehörigen Verwaltungsgebäude zu verschiedenen Zwecken genutzt. Als Sitz des Borbecker Standesamtes mit einem eigenen Trauzimmer dient es Heiratswilligen als besonderer Ort für eine feierliche standesamtliche Trauung. Der musikalische Nachwuchs belegt hier Kurse der Folkwang-Musikschule und auch die Volkshochschule Essen nutzt das ehemalige Wirtschaftsgebäude regelmäßig für Ausstellungen und handwerkliche Kurse.

Ihm oberen Stockwerk des Schlosses residiert die historische Dauerausstellung „Schloß Borbeck und die Fürstäbtissinnen“, die einen Überblick des Schlosses und damit verbunden der ganzen Stadt Essen gibt und ist daher ein lohnendes Ziel für Geschichtsinteressierte.