Zwei Monate Borbeck.de

Eine kleine Zwischenbilanz

0 13.04.2019

BORBECK. Vor genau zwei Monaten ging es online – am Valentinstag, 14. Februar 2019: Ein neues Info- und Nachrichten-Portal, das den Essener Stadtteil Borbeck im Internet präsentiert. Ein gemeinsames Projekt vieler Beteiligter, das eher „aus Not und Wut“ geboren wurde. Denn zum 31. August 2018 schlossen die traditionsreichen BORBECKER NACHRICHTEN, eine Nachricht, die viele zunächst sprachlos und verärgert machte.

Fragen über Fragen

Hat ein solches eminent identitätsstiftendes Medium einen solchen unwürdigen Abgang verdient? Kann sich ein so großes Gemeinwesen wie Borbeck leisten, nur noch ein Anhängsel von Berichterstattung zu sein, die irgendwo in der Stadt Essen geschmiedet wird? Haben die mehr als 100.000 Einwohner am Ort nicht ein dichteres, lokales Netzwerk der Information, des Austauschs, der demokratischen Mitrede verdient? Ein Medium, das sie einst hatten und das nach dem Eigentümerwechsel vor knapp zwei Jahrzehnten im Wege medialer Flurbereinigung ausgeblutet und mit einer lapidaren Randbemerkung aus kommerziellen Gründen erledigt wurde? Das waren die Fragen, die sich stellten, und mit denen die Konzern-Verantwortlichen konfrontiert wurden, die sich damals der Debatte auch nicht entzogen. Aber zugleich war klar: Wenn es kein anderer macht, macht man es eben selbst – ehrenamtlich - eine mehr als verwegene Idee in einem durch und durch von wirtschaftlichen Interessen bestimmten Geschäft.

Die Entscheidung

Von Beginn an war klar: Es müssen Koalitionen her, um neue Öffentlichkeit zu schaffen. Sie waren in der eh guten Zusammenarbeit von Borbecker Bürger- und Verkehrsverein, dem Kultur-Historischen Verein Borbeck, dem Initiativkreis Borbeck (CeBo), der Werbeagentur ppr.Personality-Partner und dem Förderverein Schloss Borbeck schnell gefunden. Die Entscheidung fiel am 7. November 2018 in einer gemeinsamen Sitzung beim Kultur-Historischen Verein Borbeck. Die zweite Frage war ebenfalls rasch geklärt: Kein aufwändiges Druckwerk, sondern das Internet sollte das Medium der Wahl sein. Die Adresse www.borbeck.de war mit einigen Varianten bereits reserviert, doch gleichwohl gab es technisch natürlich noch einiges zu stemmen.

Die spontan bereits Ende Juli 2018 aufgesetzte Facebookseite „Unsere Borbecker Nachrichten“ hatte der Gefühlslage vor, während und nach der Schließung der Heimatzeitung bereits Ausdruck gegeben. Nun machte sie Lust auf das, was sich „Aus Liebe zu Borbeck“ langsam abzeichnete: Der Valentinstag als Veröffentlichungstermin für die Online-Präsenz legte diesen Slogan nahe. Und jetzt sind acht Wochen vergangen – Zeit, eine kleine erste Bilanz zu ziehen.

Schwerpunkte sichtbar

Exakt 399 Artikel verzeichnet die Seite www.borbeck.de nun zum 14. April. Und die Rubriken treffen ziemlich genau das, was die Schwerpunkte werden sollten: Treffs & Termine (86), Kultur & Bildung (79), Kurz & bündig (72), Vereine & Umwelt (52), Tipps, Rat & Hilfe (41), Planen & Bauen (23), Persönlich (9). Dazu kommen die aus den BORBECKER NACHRICHTEN bereits seit Jahrzehnten bekannten Kolumnen „Bummel mit Monica“ (10) und die Reihe „Was da kreucht und fleugt“ (9), die einen forschenden Blick in die Flora und Fauna wirft. Vielleicht insgesamt nicht viel aus der Sicht professioneller Zeitungsmacher, aber ehrenamtlich und mit Liebe gemacht.

Und die Ideen gehen ihnen durchaus nicht aus. Einige dürfen schon verraten werden: In Planung ist zunächst eine eigene Sportrubrik, denn Borbeck trägt bis in die höchsten Spielklassen eine Menge zum Sportleben der ganzen Stadt bei. Schulen und Kultureinrichtungen sollen noch intensivere Berücksichtigung finden. Zudem steht die größte Baustelle mit einem detaillierten Stadtteilportrait aus: Es soll grundlegende Informationen zu all dem bereitstellen, was den Stadtteil seit den frühesten Anfängen ausmacht - Geschichte, Bauwerke, Denkmäler, Persönlichkeiten, Einrichtungen, hilfreiche Adressen und vieles mehr. Und alle, die mit ihrem bürgerschaftlichen Engagement zum Leben in ganz Borbeck beitragen, sind weiter herzlich dazu eingeladen, ihre Beiträge zum Erfolg des Projekts beizusteuern.

Nicht zuletzt gilt der Dank aber vor allem denen, die diese Initiative als Leser und Nutzer begleiten. Ihnen gebührt die größte Anerkennung – dafür, dass sie der Sache eine Chance geben, denen Mut machen, die sich dieser Aufgabe gestellt haben. Und damit ist nun auch „Artikel Nummer 400“ zum Einbuchen fertig. Denen, die es machen, ist die Freude daran noch lange nicht vergangen. Glückauf Borbeck!

Der Artikel wurde übernommen von der Homepage des Borbecker Bürger- und Verkehrsvereins

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