Neues Konzept: Kommt die Renaissance des Plumpsklos?

Öffentliche Toiletten in Essen: aktueller Bericht zur Konzeptentwicklung

0 10.03.2022

ESSEN/BORBECK. Spaßvögel sprechen schon von der Renaissance des Plumpsklos. Kein Scherz: Wo früher in Ermangelung von Toiletten verbotener Weise „gebüschelt“ wurde, sollen in Essen mobile Chemie- oder Ökotoiletten getestet werden - zum Beispiel in städtischen Grünanlagen.

Dem Ausschuss für öffentliche Ordnung, Personal, Organisation und Gleichstellung wurde in seiner gestrigen Sitzung (09.03.) ein Bericht zur Konzeptentwicklung zum Aufbau und Betrieb von öffentlichen Toiletten vorgelegt. In der Mitteilung der Stadt Essen heißt es:

Bestandsaufnahme

„Es wurde eine aktuelle Bestandsaufnahme über das Angebot von öffentlichen Toiletten im Stadtgebiet durchgeführt. Die vorhandenen Toiletten wurden dafür in vier Kategorien aufgeteilt:

Kategorie A: 24 Stunden geöffnet

Kategorie B: von 6 bis 22 Uhr geöffnet

Kategorie C: während der Öffnungszeiten der dazugehörigen Einrichtungen

Kategorie D: nur für Kund*innen/ Besucher*innen, während der Öffnungszeiten der dazugehörigen Einrichtungen

Eine Übersicht über alle Anlagen sind als Anlage der Vorlage im RIS beigefügt auf ris.essen.de.

Für die Darstellung der öffentlichen Toiletten in der Innenstadt wurde im Geoportal der Stadt Essen eine Karte veröffentlicht, abzurufen unter https://geoportal.essen.de/toiletten. Diese Übersicht wird zukünftig entsprechend des Angebotes ergänzt.

Ursprünglich war geplant, dass kurzfristig in jedem Stadtbezirk der Aufbau und tägliche Betrieb von mindestens zwei barrierefreien Übergangslösungen wie beispielsweise von Miet-Toiletten sichergestellt werden soll. Die entsprechende Prüfung hat allerdings ergeben, dass das nicht möglich ist, da die Anbieter eine solche Vermietung nicht anbieten. Nur mobile Chemie- und Ökotoiletten könnten angemietet werden.

Um kurz-, mittel- und langfristige Handlungsempfehlungen zu erarbeiten und den politischen Gremien vorzuschlagen wird ein digitaler Beteiligungsprozess durchgeführt. Die Umfrage wurde bereits vorbereitet und soll demnächst gestartet werden. Sowohl Vertreterinnen und Vertreter von relevanten Interessensgruppen als auch die Essenerinnen und Essener sollen daran teilnehmen können. Mit den Ergebnissen sollen konkrete Versorgungslücken im Stadtgebiet identifiziert werden. Im 4. Quartal 2022 erfolgt dann die konzeptionelle Aufbereitung für entsprechende Lösungen unter Berücksichtigung möglicher Kosten.

In der Zwischenzeit soll es ein Pilotprojekt zur Erprobung von mobilen Chemie- oder Ökotoiletten in städtischen Grünanlagen geben. Auch Lösungen, die gemeinsam mit anderen Akteuren zu erarbeiten sind, wurden bereits angestoßen. Beispielsweise konnte über die Bezirksvertretung VIII mit dem Eisenbahner Sportverein Essen-Kupferdreh vereinbart werden, dass im Rahmen des Umbaus des Vereinsgebäudes am Hardenbergufer eine öffentliche Toilettenanlage entsteht. Auch die Reaktivierung von Toilettenhäusern in Werden und Kupferdreh werden bereits geprüft und die Essen Marketing GmbH (EMG) sucht nach geeigneten Ladenlokalen zur Einrichtung einer öffentlichen Toilette, die von meinem externen Dienstleister betrieben werden könnte.

Zum Hintergrund

Die Verwaltung wurde zur Erstellung eines Konzeptes zum Aufbau und Betrieb von öffentlichen Toiletten und der Entwicklung von Übergangslösungen per Ratsbeschluss vom 30. Juni 2021 beauftragt. Die Stabstelle für Bürgerbeteiligung und Ehrenamt (Fachbereich 01-02) wurde mit der Konzeptentwicklung und Projektsteuerung beauftragt. Im Februar 2022 wurde der Einrichtung einer Mehrstelle im Fachbereich für diese Aufgabe zugestimmt.“

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