Wohnen im Klostergarten

Bezirksvertretung spricht Dienstag über den zu erstellenden Bebauungsplan Moosstraße/Laarmannstraße

1 05.10.2019

BEDINGRADE. Zwischen Lunapark und Laarmannstraße, Moosstraße und Seniorenstift St. Franziskus sollen auf 2,25 ha Fläche mehrere Ein- und Mehrfamilienhäuser (insgesamt 100 bis 110 Wohneinheiten, zu einem Fünftel öffentlich gefördert), eine Kindertagesstätte und ein großer Kinderspielplatz entstehen. Ein entsprechendes Bebauungsplanverfahren wird auf den Weg gebracht. Am kommenden Dienstag, 8. Oktober, 17 Uhr, wird das Vorhaben der Borbecker Bezirksvertretung vorgestellt, danach wandern die Pläne in die November-Sitzung des Stadtplanungsausschusses, der wiederum zu beschließen hat, dass ein Bebauungsplan für das Gebiet erstellt werden soll.

Für die Umsetzung der Baupläne wird das seit 2015 leer stehende ehemalige Mutterhaus der Franziskusschwestern mit allen umliegenden Nebengebäuden abgerissen. In Machbarkeitsstudien kamen die Denkmalschützer zum Ergebnis, dass eine andere Nutzung des ehemaligen Mutterhauses bautechnisch wie wirtschaftlich nicht umsetzbar sei. Die Schwestern haben ihre Liegenschaften der Wohnungsgenossenschaft Essen-Nord verkauft, damit diese die Flächen entwickeln kann.

Es gibt zwei sehr ähnliche städtebauliche Entwürfe. Beide sehen grundsätzlich eine Teilung des Plangebietes in drei Teilbereiche vor. Der nördliche Teil wird über eine private Erschließungsstraße von der Moosstraße erschlossen. Hier sind in beiden Varianten ca. 45 Wohnungen in vier Mehrfamilienhäusern einschließlich der notwendigen KFZ- Abstellplätze geplant.

Den Übergang zum südlichen Teil bilden der öffentliche Spielplatz mit einer Gesamtgröße von ca. 1400m² sowie eine ergänzende Zeilenbebauung. Der südliche Teil wird, in zwei Varianten, als öffentliche Verkehrsfläche von der Laarmannstraße aus erschlossen.

Hier soll neben weiteren Mietmehrfamilienhäusern auch das neue Mutterhaus planungsrechtlich gesichert sowie die notwendige Kita realisiert werden. Die straßenbegleitende Bebauung der Laarmannstraße kann hier weitergeführt werden.

Der Ausschuss für Stadtentwicklung und Stadtplanung (ASP) hat bereits in der Juni-Sitzung die Aufnahme des Bebauungsplanverfahrens in das aktuelle Arbeitsprogramm der Stadt Essen beschlossen. Der Bebauungsplan soll im beschleunigten Verfahren gem. § 13a BauGB als Bebauungsplan der Innenentwicklung aufgestellt werden. Beschleunigte Verfahren kommen ohne Umweltprüfung und Öffentlichkeitsbeteiligung aus. Auf die Umweltprüfung will man in Essen verzichten, auf die Öffentlichkeitsbeteiligung hingegen nicht. Die Bevölkerung wird - so ist es Vorschrift - rechtzeitig unterrichtet.

Zur Abbildung: Die Zeichnung der Verwaltung (ins Querformat geändert) zeigt die Lage der geplanten Wohnhäuser. Das nicht farbig unterlegte Haus etwa in der Mitte ist das neue Mutterhaus der Franziskusschwestern. Das alte Kloster wird mit all seinen Nebengebäuden abgerissen und macht Wohnungen Platz. Das Haus steht nicht unter Denkmalschutz. Wegen baulicher Mängel kann es keiner weiteren Nutzung zugeführt werden, heißt es bei der Verwaltung.

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Kommentare

Kommentar von Arnulf Breiderhoff, Bergheimer Straße 40, 45359 Essen |

Ein solches Bauvorhaben ohne Umweltprüfung in einem beschleunigten Verfahren durchziehen zu wollen, hinterlässt bei zunehmender Klimaerwärmung einen sehr schlechten Beigeschmack. Schließlich brauchen wir auch im Essener Norden wichtige Luftschneisen. Im Klostergarten müssten viele gesunde, große Bäume gefällt werden. Außerdem reicht die Kanalisation bei Starkregen heute schon nicht,
etliche Keller in der Bergheimer Straße laufen dabei trotz Rückstauventile voll. Weitere Häuser an dieser Kanalisation angeschlossen, würden diese Situation nur noch verschlimmern.

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