Wechselbad der Gefühle

RWE trennt sich 3:3 von Fortuna Köln

0 17.03.2022

​Rot-Weiss Essen hat sich mit einem spektakulären Spitzenspiel aus der fast dreiwöchigen Corona-Zwangspause in der Regionalliga West zurückgemeldet. In der Nachholpartie vom 23. Spieltag trennten sich die beiden Meisterschaftsaspiranten Fortuna Köln und RWE vor 6127 Zuschauern im Südstadion 3:3 (1:2). Damit behaupteten die Essener ihren Vorsprung von drei Punkten vor der Fortuna.

Die Mannschaft von RWE-Trainer Christian Neidhart ging durch Treffer von Simon Engelmann (13.), Isaiah Young (29.), der dabei auch von der „Mithilfe“ von Fortuna-Abwehrspieler Dominik Lanius profitierte, und des eingewechselten Marius Kleinsorge (82.) dreimal in Führung. Die Gastgeber hatten durch Sascha Marquet (26., Foulelfmeter), Suheyel Najar (76.) und Dominik Lanius (84.). aber jeweils eine Antwort parat. Dennoch blieb die Fortuna bereits zum vierten Mal hintereinander sieglos. Neidhart nach Abpfiff: „Auf diese Partie kann man den „Spitzenspiel“-Stempel drücken. Den Stadionbesuch wird hier heute kein Zuschauer bereut haben! Will man einen Haken finden, dann haben wir in der ersten Halbzeit versäumt, in der Vielzahl der Chancen ein Tor mehr zu schießen. Die Partie ging hin und her, beide Mannschaften sind auf Sieg gegangen. Nach der langen Phase war es wichtig für uns, reinzukommen. Wir wussten nicht, wie lange die Kraft reicht. Unter dem Strich bin ich aber zufrieden, Kompliment an meine Jungs.“

​Im Vergleich zum letzten Auftritt vor der Pause (2:1 bei der U23 des FC Schalke 04) hatte Christian Neidhart nur eine Veränderung in seiner Anfangsformation vorgenommen. Für Defensivspezialist José-Enrique Rios Alonso, der zunächst auf der Bank Platz nahm, kam Flügelspieler Oguzhan Kefkir erstmals seit Ende Oktober wieder von Beginn an zum Einsatz. Nach überstandener Verletzung (Innenbandriss) war „Ötzi“ in diesem Jahr bislang dreimal eingewechselt worden. In Köln spielte er 90 Minuten durch.


Fulminanter Start: RWE-Führung hochverdient

​Nachdem die Partie wegen des großen und für die Fortuna eher ungewohnten Zuschauerandrangs 15 Minuten später begonnen hatte, übernahmen die Rot-Weissen sofort das Kommando, bestimmten von Beginn an das Geschehen auf dem Platz und setzten die Kölner unter Druck. Schon in der vierten Minute hätte „Isi“ Young zur Führung treffen können, scheiterte jedoch am gut reagierenden Fortuna-Torhüter André Weis. Auch Felix Bastians, Simon Engelmann und Sandro Plechaty kamen zu Abschlüssen. Die Essener Führung, die „Engel“ aus der Drehung markierte (13.), war deshalb auch hochverdient. Es war der 14. Saisontreffer für den dreimaligen Torschützenkönig der West-Staffel.

Das Neidhart-Team blieb trotz des Vorsprungs am Drücker, drängte auf den zweiten Treffer. Erneut Simon Engelmann und wenig später Daniel Heber hatten gute Möglichkeiten. Umso überraschender fiel dann mit der ersten Kölner Chance der Ausgleich. Nach einem Zweikampf zwischen Isaiah Young und Fortuna-Offensivspieler Suheyel Najar entschied Schiedsrichter David-Markus Koj (Wegberg) auf Foulelfmeter. Kölns Torjäger Sascha Marquet, der schon im Hinspiel an der Hafenstraße (2:1 für RWE) den einzigen Treffer für die Südstädter erzielt hatte, ließ sich diese Möglichkeit nicht entgehen – 1:1 (26.).

RWE ließ sich aber auch davon nicht beeindrucken und schlug sofort zurück. Nach Zuspiel von Simon Engelmann entwischte der bärenstarke „Isi“ Young (wieder einmal) seinem Gegenspieler und erzwang mit seinem Abschluss das Eigentor von Dominik Lanius (29.). Mit diesem Ergebnis, das der Fortuna doch arg schmeichelte, ging es dann auch in die Kabinen.


Tor-Premiere von „Joker“ Marius Kleinsorge


Nach etwa einer Stunde kam Fortuna Köln besser ins Spiel und drängte auf den Ausgleich. Herhalten musste dafür allerdings eine gelungene Einzelaktion, als Suheyel Najar (76.) einen Freistoß direkt verwandelte. Danach wurde es richtig turbulent. Mit seinem ersten Punktspiel-Treffer im RWE-Trikot brachte Marius Kleinsorge (82.) die Rot-Weissen zum dritten Mal in Führung. Nur zwei Minuten später traf aber der aufgerückte Kölner Innenverteidiger Dominik Lanius (84.) auch noch auf der anderen Seite und glich per Kopfball zum Endstand aus. In der Nachspielzeit mussten die mitgereisten RWE-Fans noch die eine oder andere brenzlige Situation mitansehen. Ein weiteres Tor fiel aber nicht mehr.

Nach dem Spiel war die rot-weisse Gefühlswelt gemischt. Marius Kleinsorge resümierte: „Es ist schwierig zu sagen, wie sich dieses Unentschieden anfühlt. Unser Ziel war es, drei Punkte mitzunehmen. So sind wir auch in das Spiel gestartet, wir waren klar überlegen.“ Angreifer Simon Engelmann versuchte für das Unentschieden eine Erklärung zu finden: „Am Ende haben die Kräfte gefehlt. Die Teamkollegen, die in Quarantäne waren, hatten viele Krämpfe. Wir müssen die Jungs jetzt wieder fit kriegen!“


Im Stadion an der Hafenstraße gegen KFC Uerdingen 05

​Für die Rot-Weissen geht es am Samstag, 14 Uhr, mit dem Heimspiel gegen den KFC Uerdingen 05 im Stadion an der Hafenstraße weiter. In der Hinrunde hatte RWE mit dem 11:0 in Velbert einen neuen Rekord für die Regionalliga West aufgestellt.
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Es folgen dann gleich drei Auswärtsspiele hintereinander innerhalb von nur sieben Tagen. Am nächsten Mittwoch, 23. März, geht es ab 19.30 Uhr mit der schon dreimal abgesagten Nachholpartie vom 19. Spieltag bei Rot Weiss Ahlen im Wersestadion weiter. Mit dieser Begegnung wird die Hinrunde in der Regionalliga West endgültig abgeschlossen. Auch beim SC Wiedenbrück (Samstag, 26. März, 14.00 Uhr) und im Niederrheinpokal-Viertelfinale beim benachbarten Oberligisten Spvg Schonnebeck (Dienstag, 29. März, 19.30 Uhr) tritt RWE jeweils auf fremden Plätzen an.

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