Wasser aus rätselhaftem Schacht überschwemmt Gärten und Keller

Stadtwerke, Emschergenossenschaft, Umweltamt, Feuerwehr: keiner kann Anwohnern helfen

0 22.06.2021

BERGEBORBECK/VOGELHEIM. Nur noch Matsch und Wasser ist der Garten von Angelika Burgmer an der Hafenstraße 121 und das seit fast drei Wochen schon.

Doch der Reihe nach: Das an Fronleichnam (3. Juni) angekündigte Unwetter hatte in allen nördlichen Essener Stadtteilen vollgelaufene Keller und überflutete Straßen verursacht. Und so wunderte sich Angelika Burgmer zunächst wenig, dass sich auch ihr großer Garten an der Hafenstraße 121 in eine Seenlandschaft verwandelte. Dann drang das Wasser in den Keller des Einfamilienhauses. Burgmers stellten eine kleine Pumpe an und pumpten, und pumpten.

Ein Kleingärtner aus der benachbarten Anlage machte zwei Tage später (5. Juni) die Burgmers darauf aufmerksam, dass aus einem Schacht direkt hinter der Grundstücksgrenze unaufhörlich Wasser sprudele.

Burgmers riefen bei den Stadtwerken an, bei der Emschergenossenschaft, bei der Stadtverwaltung, wieder bei der Feuerwehr, erstatteten Anzeige gegen „Unbekannt“ bei der Polizei... Doch auch der Freund und Helfer wusste keinen Rat.

„Alle stehen vor einem Rätsel, keiner kennt diesen Schacht. Er ist offenbar nirgendwo verzeichnet“, sagt Angelika Burgmer. „Niemand fühlt sich zuständig.“

So geschah nichts. Fast nichts. Immerhin sperrte die Polizei mit Flatterband den Bereich um den Schacht ab und deckte ihn mit Gewichten zu, damit spielende Kinder nicht in Gefahr gerieten.

Stadtwerke, Emschergenossenschaft, Umweltamt sind also alarmiert. „Doch ob irgendetwas unternommen wird, weiß ich nicht. Man sieht niemanden arbeiten und es gibt uns auch keiner Bescheid ob und was getan wird“, kritisiert Angelika Burgmer die Verwaltung.

Zwischendurch hieß es, Grün und Gruga sei für das Gelände zuständig und Burgmers hofften schon auf ein Ende des Schwarzen-Peter-Spiels, dachten, sie hätten einen Zuständigen gefunden, dem sie am Ende die Rechnung für den entstandenen Schaden präsentieren könnten.

Denn: Noch immer staut sich das Wasser im Garten und schädigt Bäume, Sträucher und Blumen. Welcher Schaden den Burgmers im Keller entstanden ist, kann noch nicht abgeschätzt werden. „Es sprudelt zwar nichts mehr aus dem Schacht, aber es sieht so aus, als suche sich das Wasser jetzt einen anderen Weg“, mutmaßt die mittlerweile entnervte Anwohnerin, die jetzt jeden Regenschauer fürchtet.

Von der Überschwemmung betroffen sind auch Nachbarn. Auf deren „neuen“ Teich hat sich inzwischen in Entenpaar angesiedelt. „Anfangs waren sie scheu, doch jetzt kommen sie sogar bis zur Terrasse geschwommen“, erzählt Angelika Burgmer mit einem leichten Anflug von Galgenhumor. S.H.



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