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0 28.12.2025
Im Essen-Borbecker Lokalanzeiger wurde zum Jahreswechsel 1926/1927 ein Gedicht zum neuen Jahr des Dellwiger Heimatdichters Hermann Hagedorn abgedruckt. Eine schwere Zeit für viele Borbecker. Die Besetzung des Ruhrgebiets war erst im Juli und August 1925 zu Ende gegangen. Reparationszahlungen drückten das Land. Gleichwohl: Das Freibad Hesse wurde gebaut (1926-1929) und ein Anbau am Gymnasialgebäude an der Prinzenstraße wurde in die Tat umgesetzt. Es gab aber keine teuren Ausflüge und Klassenfahrten mit Rücksicht auf die schwierige finanzielle Lage vieler Eltern. So hat es Franz Josef Gründges in der Schulchronik gelesen. Gründges, ehemaliger Lehrer am Gymbo, hat auch das Gedicht aus dem Borbecker Platt ins Hochdeutsche übertragen.
Bold lütt dä Klocken, bold es wie än Joe
Ent Graff gesonken wo so völl al schlopp.
So langsam witt sik ok bi di dä Hoe.
Denks du ok dran, wän di dä Klocken ropp?
#
So langsam geht es ok met di än Enne,
Of du dran denks, et Lewen blit nech stoen.
Mä bloß dät „Leiwe“, wat du heß gedoen,
Steht ömer öm die met gefollne Hänne.
#
On steht do wi än Boom met vulle Krone.
Wat „Leiwes“ stillkes ut din Hatte woß,
On ruscht em Wend, gript höger no dä Mone,
Met jeden Klockenschlag än säuten Koß.
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On du kaß tieren, brucks nech dä väfärwen,
Wän di dä Klocken ut dä Rauhe ritt.
Dän „Leiwe“ es än Boom, de blött on blitt:
Wat ut et Hatte kömp, kann niemols stärwen.
Bald läuten die Glocken, bald ist wieder ein Jahr
Erschöpft und schlapp ins Grab gesunken.
So langsam werden auch bei dir die Haare weiß.
Denkst du auch dran, wenn dich die Glocken rufen?
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So langsam geht es auch mit dir zu Ende,
Denk daran, das Leben bleibt nicht stehn.
Nur das „Gute“, das du getan hast,
Steht immer um dich herum mit gefalteten Händen.
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Und es steht da wie ein Baum mit voller Krone.
Was „Liebes“ still aus deinem Herzen wuchs,
Das rauscht im Wind, greift höher nach dem Monde,
Mit jedem Glockenschlag ein süßer Kuss.
#
Und davon kannst du zehren, brauchst nicht blass sie werden,
Wenn dich die Glocke aus der Ruhe reißt.
Deine „Liebe“ ist ein Baum, der blühet und gedeiht:
Was aus dem Herzen kommt, kann niemals sterben.
Wer mehr zu Hermann Hagedorn wissen möchte, folgt einfach diesem Link.
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