"Vom ersten Moment an voll da sein"

Interview vor dem Duisburg-Spiel mit RWE-Kicker Sascha Voelcke

0 05.04.2024

19 Liga-Einsätze in acht Monaten statt 15 Meisterschaftspartien in eineinhalb Jahren: Sascha Voelcke, im Sommer 2021 von der U19 des FC St. Pauli verpflichtet, hat sich bei Rot-Weiss Essen in dieser Saison zu einem echten Joker entwickelt. Seit seiner zwischenzeitlichen Leihe an den West-Regionalligisten 1. FC Bocholt konnte der 22-jährige Außenbahnspieler, der auf der linken Seite defensiv und offensiv eingesetzt werden kann, seine Spielanteile deutlich steigern. Vor dem Derby gegen den MSV Duisburg sprach der gebürtige Hamburger im Interview über seine Entwicklung.

Durch die Länderspielpause und die Verlegung der Partie beim 1. FC Saarbrücken liegt eine besonders lange Vorbereitungszeit auf das anstehende Revierderby gegen den MSV Duisburg hinter den Spielern. Wie war das für Sie?
Sascha Voelcke: Wir haben das Beste aus der Situation gemacht. Wir hatten einige sehr intensive Trainingstage mit Doppel-Einheiten. Über die Ostertage hatten wir frei, was viele von uns genutzt haben, um zur Familie zu fahren. Über diese unverhoffte Möglichkeit habe ich mich auch sehr gefreut.

Wie können Sie persönlich am besten vom Fußball abschalten?
Ich verbringe gern Zeit mit meinen Freunden oder auch Teamkollegen wie zum Beispiel Fabian Rüth oder Lucas Brumme. Wir gehen dann zum Beispiel etwas Essen oder einen Kaffee trinken. Auch an der Spielkonsole kann ich gut abschalten.

Gemeinsam mit RWE war Ihnen erstmals der Sprung in die 3. Liga gelungen. Was waren für Sie die größten Umstellungen?
Die Abläufe sind in der 3. Liga noch einen Tick schneller. In den Zweikämpfen geht es robuster zur Sache, als es noch in der Regionalliga der Fall war. Auch taktisch ist die Spielklasse anspruchsvoller. Ich denke, dass ich mich mit der Zeit ganz gut daran gewöhnen konnte.

Kurz vor dem Aufstieg haben Sie sich an der Syndesmose verletzt. War das die vielleicht schwierigste Phase Ihrer Laufbahn?
Auf jeden Fall war ich in meiner Karriere noch nie so lange verletzt. Das zieht einen natürlich im ersten Moment ein wenig runter. Vor allem eine solche Phase will man schließlich auf dem Feld erleben und die Teamkollegen im Training antreiben. Damit umzugehen, war eine neue Situation für den Kopf, aus der ich gelernt habe.

Um wieder zu mehr Spielpraxis zu kommen, wurden Sie ab der letzten Winterpause an den 1. FC Bocholt verliehen. Hatten sich Ihre Erwartungen dort erfüllt?
Die Leihe hatte mir auf jeden Fall geholfen. Ich habe fast jedes Spiel von Anfang an bestritten. Zwar gab es auch in dem halben Jahr kleinere Rückschläge, weil ich zwischenzeitlich angeschlagen gefehlt hatte. Insgesamt überwiegen aber klar die positiven Eindrücke.

Wie würden Sie selbst Ihre Stärken beschreiben?
Ich habe mich durch die Leihe im Defensivbereich verbessert und auch taktisch dazugelernt. Bei der U19 des FC St. Pauli habe ich noch als Mittelstürmer einer Doppelspitze gespielt. Der Profibereich ist dann aber noch einmal etwas ganz anderes. Ich bin mit meiner Geschwindigkeit offensiv und defensiv auf der linken Seite einsetzbar und habe einen ganz guten linken Fuß.

Wie sehen Sie Ihre  aktuelle sportliche Situation?
Grundsätzlich positiv. Ich konnte meine Einsatzzeiten im Vergleich zur vorherigen Saison deutlich erhöhen. Ich bin allerdings noch nicht an meinem Maximum und will mich da weiterhin verbessern, indem ich mich im Training und bei den Einwechslungen weiter anbiete. Auch als junger Spieler hat man schließlich das Ziel, so viel wie möglich zu spielen.

Vor der Länderspielpause war Ihnen im Heimspiel gegen die U23 von Borussia Dortmund dein erster Drittliga-Treffer gelungen. Wie haben Sie den Moment erlebt?
Das war etwas ganz Besonderes. Dass mir mein erstes Tor dann auch noch bei einem Heimspiel gelingt, hätte ich mir nicht besser aussuchen können. Björn Rother hatte seinen Pass geschickt verzögert und so den optimalen Zeitpunkt gefunden, um den Ball einem Gegenspieler durch die Beine und mir in den Lauf zu spielen. Ich hatte dann nur noch den Torwart vor mir und habe meinen Schuss ins obere Eck platziert.

Nun ist der MSV Duisburg zum Derby an der Hafenstraße zu Gast. Wie schätzen Sie die Aufgabe ein?
Mit Blick auf die Tabelle sind die Duisburger in einer schwierigen Situation. Da die Duelle zwischen RWE und dem MSV immer etwas Besonderes sind, rechne ich mit mehr Emotionen als bei anderen Spielen. Die Vorfreude bei uns ist auf jeden Fall sehr groß. Wir werden alles reinwerfen, um nach dem Erfolg gegen die U23 von Borussia Dortmund den nächsten Heimsieg in einem Derby nachzulegen.

Was wird für Euch wichtig sein?
Wir wollen vom ersten Moment an voll da sein, mit viel Mut spielen und über die notwendige Aggressivität in den Zweikämpfen die Fans begeistern. Mit der Unterstützung von den Rängen im Rücken sind wir nur sehr schwer zu stoppen.

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