Volkstrauertag 2022 am Frintroper Mahnmal

Zentrale Veranstaltung mit Stadtdirektor Peter Renzel am Leoplatz

0 14.11.2022

FRINTROP. Welch wunderbares Herbstwetter zu einem eher traurigen Anlass: Wie seit Jahrzehnten war am Sonntag, 13. November, das Frintroper Mahnmal am Leoplatz der Ort für eine Gedenkstunde zum Volkstrauertag 2022. Das jährliche Totengedenken wurde 1919 vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge als Gedenktag für die gefallenen deutschen Soldaten des Ersten Weltkriegs vorgeschlagen, am 5. März 1922 fand die erste Gedenkstunde im Reichstag statt. Der Volkstrauertag selbst wurde erstmals am 1. März 1925 begangen.

In Frintrop hält die Ansprache seit vielen Jahren eine Person des öffentlichen Lebens: In diesem Jahr war es Stadtdirektor Peter Renzel, der nicht nur Bezug auf den Hintergrund und die Bedeutung des Gedenktages nahm. Er nahm vor den anwesenden Zuhörern eigene Erfahrungen als Sozialdezernent der Stadt in den Blick, besonders die aktuelle Situation und den Einsatz vieler Essener und Essenerinnen für die zahlreichen ukrainischen Flüchtlinge bei uns - Worte und Begebenheiten, die betroffen machten. So erzählte er von einer ukrainischen Mutter von drei Kindern, die in seinem Beisein durch eine SMS erfahren musste, dass ihr Mann unter dem Einfluss der russischen Kriegstreiber gefallen sei. Aber er erzählte auch von dem großen Zusammenhalt mit den Flüchtlingen, den die Essener Bevölkerung trotz eigener kriegsbedingter wirtschaftlicher Einschränkungen habe.

Peter Berndt, Vorsitzender des ausrichtenden Bürger- und Verkehrsvereins Essen-Frintrop, zog in seinen Begrüßungsworten den Bogen noch größer und sprach die Gewaltherrschaft der Mullahs im Iran an, die besonders die Frauen dort mit brutaler Gewalt unterdrücken. Dort finde der Krieg auf der Straße statt und die Gewalt richte sich gegen das eigene Volk, so Berndt. Auch dort sind bereits hunderte Opfer zu beklagen.

Es war wie jedes Jahr eine sehr besinnliche Veranstaltung, an der zahlreiche Abordnungen von Vereinen und Vertreter der Kirchen sowie Politiker und Politikerinnen teilnahmen. Abordnungen hatten die Fidelen Frintroper, der Bürgerschützenverein Frintrop von 1919, der Turnerbund Essen-Frintrop sowie der SC Frintrop geschickt. Pfarrer Fritz Pahlke vertrat die Kirchen. Ebenfalls unter den Zuhörern waren MdB Sebastian Fiedler (SPD), die 1. Bürgermeisterin der Stadt Essen, Julia Jacob (CDU), Ratsfrau Regina Hallmann (CDU), Bezirksbürgermeisterin Margarethe Roderig (CDU), der Vorsitzende der SPD-Fraktion in der BV 4, Ulrich Schulte-Wieschen, sowie zahlreiche weitere Mitglieder der Bezirksvertretung. Die musikalische Gestaltung der Gedenkstunde übernahm eine Abordnung des Schönebecker Jugend-Blasorchesters.

Rainer W. Seck


Zentrale Veranstaltung des Bürger- und Verkehrsvereins Frintrop zum Volkstrauertag am Mahnmal am leoplatz (Fotos: Rainer W. Seck)

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