Viererpack beim Derbysieg

Rot-Weiß überzeugt gegen Abstiegskandidat MSV Duisburg

0 09.04.2024

Die dreiwöchige Punktspielpause in der 3. Liga hat Rot-Weiss Essen nicht geschadet. Das Team von Trainer Christoph Dabrowski landete am 32. Spieltag nach einem 0:1-Rückstand noch einen 4:1 (1:1)-Derbysieg gegen den MSV Duisburg und bleibt damit oben dran. Vor 19.200 Zuschauern im ausverkauften Stadion an der Hafenstraße gingen die Gäste von der Wedau durch einen Treffer von Alexander Esswein (37.) zunächst in Führung. Unmittelbar vor dem Halbzeitpfiff glich jedoch RWE-Kapitän Vinko Sapina (45.+1) mit einem fulminanten Schuss in den Winkel aus. In der zweiten Halbzeit ließen Doppeltorschütze Lucas Brumme (57./90.+4) und Moussa Doumbouya (72., Foulelfmeter) die Essener Fans endgültig jubeln.

Kaiser ersetzt Wiegel auf der rechten Abwehrseite

Im Vergleich zum 4:0-Heimsieg gegen die U 23 von Borussia Dortmund musste Christoph Dabrowski auf den gelbgesperrten Rechtsverteidiger Andreas Wiegel verzichten. Für ihn begann der etatmäßige Mittelfeldspieler Nils Kaiser, der im Testspiel gegen den ukrainischen Erstligisten NK Veres Riwne (3:1) auf der für ihn ungewohnten Position zu gefallen wusste.

Vor Torhüter Jakob Golz verteidigte wieder eine Viererkette mit Nils Kaiser auf der rechten Seite, den beiden Innenverteidigern José-Enrique Rios Alonso und Felix Götze sowie Lucas Brumme auf der linken Außenbahn. In der Mittelfeldzentrale zogen Vinko Sapina und Torben Müsel die Fäden. Hinter Mittelstürmer Moussa Doumbouya bildeten wie gewohnt Topscorer Marvin Obuz, Cedric Harenbrock und Isaiah Young die offensive Dreierreihe.

Neben Andreas Wiegel und dem rotgesperrten Ron Berlinski, der ab sofort wieder spielberechtigt ist, fehlten Ekin Celebi (Schulterverletzung), Eric Voufack (Syndesmosebandanriss) und Aaron Manu (Knieprobleme) verletzungsbedingt. Sandro Plechaty kehrte dagegen nach auskurierter Verletzung (Innenbandriss im Knie) und fast drei Monaten Pause in das Aufgebot zurück und wurde in der Schlussphase auch eingewechselt.

Kapitän Sapina gleicht mit spektakulärem Tor aus

Nach einem recht mutigen Beginn der Gäste mit (allerdings harmlosen) Abschlüssen von Thomas Pledl und Santiago Castaneda bekamen die Rot-Weissen die Partie besser in den Griff und hatten mehr vom Spiel. Hochkarätige Tormöglichkeiten gab es zunächst aber kaum. So strich ein Flachschuss von Cedric Harenbrock von der Strafraumgrenze nur knapp am Duisburger Tor vorbei. Torben Müsel und Kapitän Vinko Sapina prüften MSV-Torhüter Vincent Müller, Isaiah Young setzte einen Schuss zu hoch an und Moussa Doumbouya verpasste zwei Hereingaben von Flügelstürmer Marvin Obuz jeweils nur knapp.

Der Führungstreffer fiel jedoch auf der anderen Seite. Der aufgerückte Ahmet Engin flankte nach einem schnellen Konter von der rechten Seite. Während einige Spieler den Ball verpassten, bekam Alexander Esswein die Kugel am zweiten Pfosten unter Kontrolle, zog nach innen und ließ RWE-Torhüter Jakob Golz mit einem wuchtigen Schuss zum 0:1 (37.) keine Abwehrmöglichkeit.

Die Rot-Weissen zeigten sich nicht lange geschockt, sondern bemühten sich um den schnellen Ausgleich. Flog ein Kopfball von Moussa Doumbouya noch deutlich über das Tor, war Cedric Harenbrock nach einer Flanke von Torben Müsel schon deutlich näher dran. Er setzte den Ball per Kopf nur knapp über die Latte. Wenig später verhinderte Vincent Müller bei einem Abschluss von Marvin Obuz mit einer Glanzparade den Gleichstand, hatte dann aber in der Nachspielzeit der ersten Hälfte keine Chance, als RWE-Kapitän Vinko Sapina aus mehr als 20 Metern abzog und den Ball zum 1:1 (45.+1) genau in den Winkel jagte – ein spektakulärer Treffer des rot-weissen Führungsspielers.

Brummes Tor-Premiere mit schwächerem Fuß

Die zweite Halbzeit begann ohne Wechsel – und RWE hatte gleich mit der ersten gelungenen Offensivaktion die große Chance zur Führung. Nach einer Kopfballablage von Cedric Harenbrock tauchte Torben Müsel in guter Abschlussposition vor dem MSV-Tor auf, scheiterte jedoch am gut reagierenden Duisburger Torhüter Vincent Müller. Auf der Gegenseite kratzte Jakob Golz einen Flachschuss von Daniel Ginczek aus dem kurzen Eck. Kurz darauf zog Nils Kaiser aus knapp 20 Metern ab, allerdings einen Tick zu hoch.

Im Anschluss an einen Eckball von Cedric Harenbrock fiel das umjubelte Führungstor für RWE. Lucas Brumme legte sich den Ball an der Strafraumgrenze auf seinen eigentlich schwächeren rechten Fuß und traf genau ins untere linke Eck zum 2:1 (57.). Für den Linksverteidiger war es das erste Tor im 29. Ligaspiel.

Doumbouya vom Elfmeterpunkt erneut eiskalt

In der 69. Minute endete der Arbeitstag für Nils Kaiser, der verletzungsbedingt zuvor schon behandelt werden musste, aber zunächst weitermachen konnte. Für ihn übernahm Björn Rother den (ebenfalls ungewohnten) Job auf der rechten Abwehrseite. Kurz danach hatten die mitgereisten Anhänger der „Zebras“ den Torschrei schon auf den Lippen, als Daniel Ginczek am Elfmeterpunkt völlig frei zum Abschluss kam, den Ball aber genau auf Jakob Golz platzierte.

Fast im Gegenzug fiel die Vorentscheidung: Marvin Knoll unterlief einen langen Ball, so dass Marvin Obuz plötzlich völlig frei vor Vincent Müller auftauchte und den MSV-Torwart elegant umkurvte. Müller konnte sich nur noch mit einem Foul helfen – und Moussa Doumbouya verwandelte den Strafstoß gewohnt eiskalt zum 3:1 (72.). Für den Mittelstürmer war es das vierte Tor in den letzten drei Partien.

Die Duisburger versuchten zwar, noch einmal zurückzukommen, konnten aber nichts mehr ausrichten. In der Nachspielzeit setzte Lucas Brumme sogar noch einen drauf und schob den Ball zum 4:1-Endstand (90.+4) ins Netz.

Pokal-Halbfinale und Auswärts-Dreierpack

Nach dem emotionalen Derby gegen den MSV geht es für die Rot-Weissen bereits am Mittwoch ab 19.30 Uhr weiter. Im Halbfinale um den Niederrheinpokal will RWE im Stadion an der Hafenstraße gegen den Oberliga-Tabellenzweiten Ratingen 04/19 die Chance auf die Titelverteidigung wahren und zum insgesamt 16. Mal in das Endspiel einziehen. Der mögliche Finalgegner steht mit dem West-Regionalligisten Rot-Weiß Oberhausen (3:0 gegen Oberliga-Spitzenreiter Sportfreunde Baumberg) bereits fest.

In der Liga warten anschließend gleich drei Auswärtsaufgaben innerhalb von nur zehn Tagen. Jeweils sonntags ist das Team von Trainer Christoph Dabrowski bei den abstiegsbedrohten Traditionsklubs Arminia Bielefeld (14. April, 16.30 Uhr) und SV Waldhof Mannheim (21. April, 13.30 Uhr) zu Gast, ehe das Gastspiel beim 1. FC Saarbrücken am Mittwoch, 24. April, ab 19 Uhr nachgeholt wird. Vor eigenem Publikum geht es dann erst am Sonntag, 28. April, ab 13.30 Uhr gegen den FC Ingolstadt 04 weiter.

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