"Viele Menschen glücklich machen"

Winterneuzugang Marius Kleinsorge über seine Ziele bei RWE

0 10.02.2022

Vom Betzenberg an die Hafenstraße: Seit wenigen Wochen geht Offensivspieler Marius Kleinsorge als Leihgabe des Drittligisten 1. FC Kaiserslautern für Rot-Weiss Essen auf Torejagd. Seinen Punktspiel-Einstand gab er als Einwechselspieler im Top-Spiel der Regionalliga West gegen den Wuppertaler SV (2:1) und schrammte dabei nur knapp an seinem ersten Treffer vorbei. Im Interview spricht der 26-Jährige über seinen Wechsel, die gemeinsame Zeit mit Trainer Christian Neidhart beim SV Meppen und den ersehnten Aufstieg.

Herzlich willkommen im Stadion an der Hafenstraße, Marius! Warum ist der Wechsel vom 1. FC Kaiserslautern zu Rot-Weiss Essen für Sie kein Rückschritt?
Marius Kleinsorge: Genau wie der FCK ist auch RWE ein sehr großer Verein mit riesiger Tradition. Sportlich sehe ich ebenfalls keinen allzu großen Unterschied. Ich bin mir sogar ziemlich sicher, dass Rot-Weiss Essen als Spitzenreiter der starken Regionalliga West auch jetzt schon in der 3. Liga mithalten und sogar eine gute Rolle spielen könnte. Für mich persönlich soll der Wechsel ohnehin ein Fortschritt werden, denn nach meiner langen Verletzungspause wegen eines Adduktorenabrisses im letzten Jahr war es schwer für mich, in die Mannschaft zu kommen. Es ist mein Ziel, in Essen wieder regelmäßig zu spielen.

Wie sind nach der Vorbereitung Ihre ersten Eindrücke vom Team?
Marius Kleinsorge: Sehr positiv. Ich wurde von allen ausgezeichnet aufgenommen. Schon nach den ersten zwei Trainingstagen hatte ich das Gefühl, schon mehrere Wochen zum Team zu gehören. Das war definitiv ein vielversprechender Start. Dass ich schon vier Jahre lang unter Christian gespielt habe und ihn daher sehr gut kenne, hat zu meiner Entscheidung beigetragen.

Schon beim SV Meppen hatten Sie mit RWE-Cheftrainer Christian Neidhart zusammengearbeitet. Welche Rolle hat er beim Transfer gespielt?
Marius Kleinsorge: Dass ich schon vier Jahre lang unter dem Trainer gespielt habe und ihn daher sehr gut kenne, hat auf jeden Fall entscheidend zu meiner Entscheidung beigetragen. Ich weiß, worauf es ihm ankommt. Er kennt meine Qualitäten. Ich denke, es ist eine gegenseitige Wertschätzung vorhanden.

Wie würdest Sie ihn und seine Arbeitsweise beschreiben?
Christian ist akribisch und – im positiven Sinne – fanatisch. Er zieht seine Linie konsequent durch, sagt jedem Spieler, was er von ihm erwartet. Wenn es mal nicht so läuft, kann er auch laut und emotional werden – aber stets im Sinne der Sache, der Mannschaft und des Vereins. Für ihn steht immer der gemeinsame Erfolg im Vordergrund.

Mit dem SV Meppen gelang bereits gemeinsam der Aufstieg in die 3. Liga. Welche Erinnerungen haben Sie daran?
Das war ein herausragendes Erlebnis, zumal es mein erster Aufstieg überhaupt im höherklassigen Fußball war. Es war schon extrem geil, das zu schaffen. Sollte es das auch mit Rot-Weiss Essen gelingen, wäre es wegen der Strahlkraft des Klubs und der noch größeren Fanbase vermutlich noch doppelt so schön. Das würde ich gerne erleben. Klar, dass sich alle Fans danach sehnen, in den Profifußball zurückzukehren.

Meppens Aufstieg kam eher überraschend, RWE wird dagegen seit Jahren immer wieder als Titelaspirant gehandelt, wartet aber noch auf den großen Coup. Wie haben Sie das von außen wahrgenommen?
Es ist klar, dass sich alle Fans danach sehnen, endlich in den Profifußball zurückzukehren. Mit dem Aufstieg würden wir sehr viele Menschen glücklich machen. Das sehe ich als Verpflichtung für uns als Mannschaft, aber auch für jeden einzelnen Spieler an. Jeder ist aufgerufen, in sich zu gehen und alles dafür zu geben, um seinen Beitrag zum Erfolg des Teams zu leisten. Nur wenn wir das beherzigen, wird es auch klappen.

RWE hat in dieser Saison nur ein Spiel verloren, ist seit 19 Partien unbesiegt. Ist es da für einen Zugang nicht besonders schwer, sich einen Platz im Team zu erkämpfen?
Es entspricht meinem Charakter, nie aufzugeben und immer alles zu investieren. Da ich sehr lange nicht gespielt habe, werde ich sicherlich noch die eine oder andere Woche benötigen, um auf 100 Prozent zu kommen. Umso schöner war es, dass ich gegen den WSV direkt eingewechselt wurde. So oder so werde ich mich jedoch voll in den Dienst der Mannschaft stellen – ob ich nun spiele oder nicht. Bei unserem Aufstieg mit dem SV Meppen waren alle 21, 22 Mann eine echte Einheit. Jeder hat sich für jeden eingesetzt. Das war die Basis für unseren Erfolg. Nach den ersten Wochen bei RWE habe ich ein gutes Gefühl, dass es hier genauso ist.

Wo sehen Sie Ihre Rolle innerhalb der Mannschaft?
Am liebsten spiele ich als Rechtsaußen auf dem Flügel, gehe gerne in die Tiefe. Gerade im Umschaltspiel sehe ich meine Stärken.

Sie sind erstmals im Fußball-Westen aktiv. Wie gefällt es Ihnen bislang?
Es ist in der Tat noch ein wenig ungewohnt und neu für mich. Hier ist alles etwas enger, in die Nachbarstädte wie Bottrop, Mülheim oder Oberhausen ist es jeweils nur ein Katzensprung. Das ist schon eine andere Erfahrung, mit der ich mich aber ganz bestimmt schnell anfreunden werde. Wenn auch meine Frau Joy und unsere zwei Jahre alte Tochter Nahla nach Essen kommen, werde ich mich noch wohler fühlen.

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