Unmut in Frintrop wird immer größer

Turnerbund Frintrop wartet jetzt bereits 11 Jahre auf die Renovierung der Turnhalle – wie steht es um die anderen Borbecker Hallen

0 21.07.2026

Frintrop/Borbeck/Bochold/Gerschede. Seit August 2015 ist ein ordnungsgemäßer Sportbetrieb in der Turnhalle der Altfriedschule in Frintrop für die vielen Sporttreibenden des Turnerbund Essen-Frintrop 1903 (TBF) nicht mehr möglich. Seit 11 Jahren funktionieren die Duschen nicht. Kalte Dusche für verschwitzte Sportler. Wenige Wochen darauf wurde auch noch aus Sicherheitsgründen die Hallendecke deinstalliert, die nicht nur Wärme-, sondern vor allem Lärmdämmung ist. Das Ergebnis ist, vor allem wenn Kinder in der Halle sind, ein teils ohrenbetäubender Lärm hart an der Grenze des Zumutbaren. Aber Kinder müssen und sollen sich austoben dürfen. Gerade beim Sport. Und so wurde dieser Missstand von allen Beteiligten geduldig ertragen.

Seit Jahren ständige Vertröstung durch die Grundstücksverwaltung Essen GmbH (GVE) der Stadt

Der TBF ist seit Jahrzehnten alleiniger Nutzer aller Übungsstunden in der Altfriedschule. Das erste Versprechen, die Halle bis Ende 2016 fertigzustellen, verlief dann sang- und klanglos im Sand. Viele weitere Versprechungen der GVE folgten. Mit ihnen aber auch immer wieder Absagen und Verschiebungen, die sich inzwischen im zweistelligen Bereich bewegen.
Zuletzt wurde für die Ratssitzung vom 8. Juli 2026 eine Ratsvorlage eingereicht, die den Baubeginn immer noch auf Oktober 2026 festschrieb, als aber schon längst feststand, dass auch dieser Termin nicht zu halten ist. Die Vorlage ist hier und die dazugehörige Anlage hier einsehbar.

Der Unmut des TBF ist nicht nur in den unzähligen Vertröstungen der Stadt begründet. Mit den angekündigten Terminen geht auch ein immenser zeitlicher Aufwand für die Ehrenamtlichen im Verein einher.

Rund 30 Übungsstunden in der Altfriedschule müssen für längere Zeit auf andere Hallen umverteilt werden. Keine leichte Aufgabe, denn Hallenstunden im Raum Borbeck sind knapp und die Wege in die Ausweichhallen müssen besonders für Eltern von Kindern und für ältere Sportler zumutbar sein, besonders an dunklen und kalten Herbst- und Wintertagen.

Die Sport- und Bäderbetriebe Essen sind für die Belegung und damit für die Vergabe der Nutzungszeiten aller Turn-, Sport- und Gymnastikhallen sowie der Sportplätze verantwortlich. Unabhängig davon, ob sie in die Objektverantwortung und Bewirtschaftung der städtischen Immobilienwirtschaft (z.B. die Schulturnhallen) oder der Sport- und Bäderbetriebe fallen. Dank der hervorragenden Unterstützung durch die Sportstättenvergabe der Sport- und Bäderbetriebe Essen (SBE) waren Ausweichstunden wie z.B. in der Reuenbergschule, der Schloßschule u.a. zum letzten Stichtag gefunden. Mit einem weiteren Teil der Übungsstunden konnte der TBF in die beiden von ihnen selbst seit Jahrzehnten im Rahmen eigenverantwortlicher Nutzung (EVN) betriebenen Hallen Unterstraße und Helmstraße ausweichen. Die Sportlerinnen und Sportler des Vereins rückten einfach etwas zusammen.

Zudem wurden Umzugsunternehmen abgefragt, denn es müssen sehr aufwändig und auf Kosten des Vereins auch Großsportgeräte von A wie Altfriedschule nach B transportiert werden. So ein Wettkampfschwebebalken hat z.B. eine Länge von 5 Metern und die Ausmaße eines Wettkampftrampolins sind auch beachtlich. Dazu kommen noch Sprungtische und Reckanlagen für das Gerätturnen. Die Badmintonspieler und -spielerinnen sind z.B. auf eine Halle angewiesen, in der auch die entsprechenden Bodenmarkierungen vorhanden sind.

Der große Dank des TBF geht – wie gesagt – an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der SBE, die geduldig und unbürokratisch Hilfe geleistet haben.

Es war alles vorbereitet und angerichtet

Und wieder einmal wurde der fest zugesicherte Baubeginn kurzfristig von heute auf morgen abgesagt. Für den TBF und auch die Sportverwaltung wie so oft überraschend.

Schulkinder kennen seit Jahren keine intakte Halle

Aber auch der Schulbetrieb der Altfriedschule selbst ist betroffen. Generationen von Grundschulkindern haben ihre Schule in ihrer vierjährigen Schulzeit dort nie in intaktem Zustand erlebt.
Zudem kommt, dass auch der Schulsport für die Dauer der Sperrung verlegt werden muss. Vorwiegend in die beiden EVN-Hallen des TBF. Das ist mit einem großen organisatorischen Aufwand seitens der Schule verbunden, denn die Hallen in der Unterstraße und der Helmstraße lassen sich von den Kindern von Oberfrintrop aus nicht einfach zu Fuß erreichen. Kurze Beine – kurze Wege.

borbeck.de hat nachgefragt

Unsere Redaktion sah sich veranlasst, daraufhin beim Presseamt nachzufragen, denn es gibt ja im Raum Borbeck noch mehr Turnhallen, die auf ihren Baubeginn, ihren Neubau, ihre Fertigstellung oder ihre Reparatur warten.

Ein Sprecher der Stadt teilte uns dann die entsprechenden Sachverhalte mit:

Altfriedschule in Frintrop

Die Fertigstellung des aktuellen 2. Bauabschnitts der Altfriedschule war für Sommer 2026 terminiert. Im Anschluss sollten im 3. Bauabschnitt das Bestandsgebäude sowie die Turnhalle an der Altfriedschule saniert werden. Aufgrund von Verzögerungen im 2. Bauabschnitt kann die Fertigstellung nicht wie geplant erfolgen. Arbeiten müssen neu besprochen werden und die zeitliche Abfolge der Arbeiten ist mit den beauftragten Firmen im Detail abzustimmen. Da diese maßgebend für den Beginn des 3. Bauabschnitts ist, wird sich auch der Beginn der Turnhallensanierung verzögern. Eine Nutzung der Turnhalle ist somit zunächst weiterhin möglich.  
Momentan wird die Zeitschiene der Maßnahme aktualisiert.

Realschule am Schloß Borbeck

Die Turnhalle der Realschule Am Schloß Borbeck soll bis zum Ende der Herbstferien baulich fertiggestellt werden (Anmerkung der Redaktion: Die Halle ist seit Juni 2020, also seit mehr als 6 Jahren geschlossen). Dann folgen noch die Abnahmen und Mängelbeseitigungen. Erst dann lässt sich die Inbetriebnahme finalisieren.

Turnhalle Gerschede

Hauptursache für den Wasserschaden in der Turnhalle Gerschede war nach derzeitigen Erkenntnissen eine verstopfte Drainage. Da das Wasser nicht abgelaufen ist, staute es sich an den Außenwänden und drang durch das Mauerwerk ins Gebäude.

Aktuell sind alle Rückbauten, die vom Wasserschaden betroffen waren, zurückgebaut. Das betrifft insbesondere den Sportboden, den Prallschutz und die Abhangdecke.
Die Ausschachtungsarbeiten an der Außenfassade zur Lokalisierung der Schadstellen sind abgeschlossen.
Die Drainagearbeiten sind ebenfalls abgeschlossen und die Kellerwände wurden für die spätere Sanierung freigelegt.
Die Drainage wird ins Wartungs- und Kontrollprogramm aufgenommen.

Bestandteil der weiteren Planung ist neben der Sanierung des Wasserschadens eine energetische Optimierung der Lüftungsanlage, die zukünftig auch die Halle beheizen soll. Die noch ausstehenden Arbeiten befinden sich in der Abstimmung. Stand heute wird die Halle frühestens im 2. Halbjahr 2027 in Nutzung gehen (Anm. der Red.: geschlossen seit August 2025).

Turnhalle Gymnasium Borbeck, Abzweig Wüstenhöferstraße

Zu dieser Halle ist zu lesen, dass sie abgerissen wird und ein Neubau an gleicher Stelle entsteht. Siehe auch hier die Ratsvorlage vom 8. Juli 2026. Die Halle ist mindestens seit
Die GVE hat für diesen Standort die Neubauvariante empfohlen. Die Ausführungszeiten sind in dieser Variante mit bis zu 6 Monaten mehr Bauzeit angegeben und die Kosten erhöhen sich mindestens durch die zusätzlichen Abbruchkosten. In diesem Fall handelt es sich um ein Solitärgebäude, das keinen direkten Anschluss zum Schulgebäude hat. Die Langlebigkeit und die bessere Anpassung an die DIN 18032 für den Sportstättenbau können durch den Neubau besser berücksichtigt werden und schaffen so einen höheren Mehrwert in der Ausstattung und der Nutzung sowohl für den Schul- als auch den Vereinssport.


Nicht nur in Frintrop ist man sehr gespannt, wie diese Never-Ending-Stories weitergehen.
Wir werden weiter berichten.

 

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