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0 20.08.2025
Rot-Weiss Essen hat die Sensation im DFB-Pokal knapp verpasst. Das Team von Trainer Uwe Koschinat unterlag dem Champions-League-Teilnehmer Borussia Dortmund erst nach einem großen Kampf 0:1 (0:0) und ist damit nach der ersten Runde ausgeschieden.
Vor 19.300 Zuschauern im ausverkauften Stadion an der Hafenstraße, darunter auch Rot-Weiss Essens Jahrhundert-Spieler Otto Rehhagel sowie RWE-Mitglied Andreas Rettig (DFB-Geschäftsführer Sport), lieferten die Rot-Weissen über die komplette Spielzeit eine starke Leistung ab und wurden nach dem Abpfiff auch zurecht von den Fans gefeiert.
Den zwei Ligen höher spielenden Gästen aus Dortmund reichte schließlich ein Treffer von Torjäger Serhou Guirassy (79.), um das Revierderby glücklich für sich zu entscheiden. RWE gab jedoch eine ausgezeichnete Visitenkarte ab.
RWE-Trainer Uwe Koschinat nahm im Vergleich zum 1:1 im Ligaspiel beim TSV Havelse vier Veränderungen in seiner Anfangsformation vor. So kehrte Jakob Golz nach überstandener Knie-Entzündung (als Folge eines Insektenstichs) für Felix Wienand in den Kasten zurück. Rechtsverteidiger Jannik Hofmann konnte nach überstandener Oberschenkelverletzung wieder eingesetzt werden. Außerdem rückten Linksverteidiger Lucas Brumme und Offensivspieler Kaito Mizuta neu in die Startelf. Dafür nahmen Dominik Martinovic, Franci Bouebari und Torben Müsel auf der Bank Platz.
Vor Torhüter Jakob Golz verteidigte damit in der Abwehr wieder eine Dreierkette mit – von rechts nach links – José-Enrique Rios Alonso, Kapitän Michael Schultz und Tobias Kraulich. Auf den Außenbahnen kamen Jannik Hofmann (rechts) und Lucas Brumme (links) zum Zug. Im zentralen Mittelfeld agierten Klaus Gjasula und Tom Moustier. In der offensiven Dreierreihe unterstützten Ahmet Arslan und Kaito Mizuta den diesmal wieder als Sturmspitze aufgebotenen Ramien Safi.
Die zuletzt angeschlagenen Michael Kostka und Jaka Cuber Potocnik waren zuletzt zwar wieder in das Training eingestiegen, für einen Platz im Kader reichte es aber noch nicht. Außerdem fehlten auch Marek Janssen (Kreuzbandzerrung), Nicolai Schulte-Kellinghaus (Zerrung des Kreuz- und Innenbandes im rechten Knie) und der zuletzt erkrankte Ekin Celebi.
Beim BVB musste Cheftrainer Niko Kovac, der RWE im ersten Liga-Heimspiel gegen den TSV 1860 München (1:1) persönlich beobachtet hatte, kurzfristig zwei eingeplante Stammspieler ersetzen. Neuzugang Jobe Bellingham saß nach einer Zahn-OP zunächst nur auf der Bank, Julian Ryerson fehlte mit Oberschenkelproblemen ganz.
Nach einer berührenden Gedenkminute für den kürzlich verstorbenen Weltmeister Frank Mill, der bei beiden Vereinen zur Legende wurde, hatten die Dortmunder schon nach wenigen Sekunden die erste gute Tormöglichkeit. Der österreichische Nationalspieler Marcel Sabitzer nahm den Ball aus der Luft, konnte mit seinem Direktschuss Torhüter Jakob Golz aber vor keine ernsthaften Probleme stellen. Wenig später war Essens Nummer eins auch bei einem leicht abgefälschten Abschluss von Felix Nmecha auf dem Posten.
Die Dortmunder hatten in der Anfangsphase deutlich mehr Ballbesitz und kamen auch zu einigen Standardsituationen. Insgesamt verstanden es die Rot-Weissen aber gut, dem Gegner nur wenig Räume in der Offensive anzubieten. Und wenn es doch mal einen Fehler im Spielaufbau gab, dann klärte José-Enrique Rios Alonso aufmerksam gegen Serhou Guirassy.
Mitte der ersten Halbzeit setzten dann auch die Essener die ersten offensiven Akzente. Ramien Safi verzog aus 18 Metern knapp – und eilte nur wenige Minuten später bei einem schnellen Konter Rami Bensebaini davon. Waldemar Anton war in letzter Sekunde dazwischen und hatte Glück, dass sein Klärungsversuch nicht im eigenen Tor landete. Nach einer halben Stunde zog dann Kaito Mizuta von der Strafraumgrenze aus ab und zwang BVB-Schlussmann Gregor Kobel zu einer Glanzparade.
In dieser Phase ging es hin und her. So musste auch Jakob Golz bei Versuchen von Maximilian Beier und Serhou Guirassy sein ganzes Können aufbieten, um einen Gegentreffer zu verhindern. Auf der Gegenseite hatte Ramien Safi dann sogar die beste Chance der gesamten ersten Hälfte. Nach einem Traumpass von Tobias Kraulich lief er völlig alleine auf Gregor Kobel zu, bekam den Ball aber nicht am BVB-Torwart vorbei. So blieb es bis zur Pause beim 0:0, was von den RWE-Fans frenetisch gefeiert wurde.
In der zweiten Halbzeit ging es zunächst ohne Wechsel weiter – und RWE hielt die Partie weiter offen. Lange Zeit ließ das Koschinat-Team überhaupt keine Möglichkeiten des Gegners mehr zu, was Niko Kovac nach einer Stunde dazu veranlasste, mit Julian Brandt (für Maximilian Beier) und Jobe Bellingham (für Pascal Groß) zwei frische Kräfte zu bringen.
Danach nahm der Druck des Favoriten zu, so dass Jakob Golz mehr und mehr in den Blickpunkt rückte. Wirklich gefährlich wurde es aber nur selten. So traf Julian Brandt mit einem direkten Freistoß das Außennetz.
Zu Beginn der Schlussphase nahm auch Uwe Koschinat die ersten beiden Wechsel vor. Franci Bouebari und Marvin Obuz lösten Lucas Brumme und Ahmet Arslan ab, die mit großem Applaus verabschiedet wurden. Marvin Obuz führte sich gleich gut ein und schoss nur knapp am Dortmunder Tor vorbei.
In der 79. Minute gelang dem BVB der Führungstreffer. Torjäger Serhou Guirassy wurde am Strafraum mit dem Rücken zum Tor von Rami Bensebaini angespielt und zog geschickt aus der Drehung ab. Der verdeckte Schuss schlug zum 0:1 im langen Eck ein. Jakob Golz hatte keine Abwehrmöglichkeit.
RWE reagierte auf den Rückstand mit den nächsten beiden Wechseln. Mit Dominik Martinovic und Torben Müsel kamen zwei neue Offensivspieler für Angreifer Ramien Safi und Innenverteidiger José-Enrique Rios Alonso, so dass die Rot-Weissen noch mehr ins Risiko gingen. Nur wenig später kam auch noch Kelsey Owusu für Klaus Gjasula. Die Rot-Weissen hielten die Partie bis zum Abpfiff offen. Der durchaus mögliche Ausgleich fiel jedoch nicht mehr. Die letzte Möglichkeit vereitelte erneut Gregor Kobel, als er einen wuchtigen Distanzschuss von Tom Moustier parierte.
Nach dem Pokal-Höhepunkt gegen den BVB geht es für RWE in der 3. Liga bereits am Freitag, 22. August, ab 19 Uhr mit der Auswärtspartie beim SV Wehen Wiesbaden zu Gast. Dort gelang zuletzt im Februar ein 3:1-Erfolg. Es ist der Start in die erste Englische Woche der Saison. Am folgenden Mittwoch, 27. August, startet an der Hafenstraße das Unternehmen Titelverteidigung im Niederrheinpokal. Dann ist ab 19 Uhr der Bezirksligist SV Solingen 08/10 zu Gast. Die beiden Klubs hatten das Heimrecht getauscht. Vier Tage später (Sonntag, 31. August, 19.30 Uhr) kommt dann Alemannia Aachen zum Traditionsduell nach Essen.
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