Umwelt: Neuer Verwarnungs- und Bußgeldkatalog

0 20.05.2022

ESSEN. Wer genau wissen will, was Umweltsünden in Zukunft kosten: Das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz hat einen neuen Verwarnungs- und Bußgeldkatalog Umwelt erarbeitet und veröffentlicht. Auf fast 250 Seiten sind über 1.280 Empfehlungen zur Bemessung von Verwarnungs- und Bußgeldern enthalten, um die zuständigen Behörden bei der Verfolgung von Umweltdelikten in Nordrhein-Westfalen zu unterstützen und eine landesweit einheitliche Anwendung der Bußgeldnormen sicherzustellen.

Der Katalog umfasst zwölf umweltrelevante Themenbereiche, die von Natur-, Gewässer- und Bodenschutz, über den Immissionsschutz, die Abfall- und Kreislaufwirtschaft bis hin zum Forstschutz, der Fischerei und Jagd reichen. Bei allen Themen wurden sämtliche Bezugnahmen auf Rechtsvorschriften aktualisiert, neue Gesetze und Verordnungen ergänzt und die Empfehlungen zur Höhe von Verwarnungs- und Bußgeldern angepasst. Bestehen Anhaltspunkte für eine Straftat, erfolgt eine Einbindung der Staatsanwaltschaft, bei Ordnungswidrigkeiten sind im Einzelfall für die Höhe von Verwarnungen und Bußgeldern, Erhöhungen oder Ermäßigungen möglich. Beispiele:

  • Wer bereits geringfügige Mengen Abfall in ein Gewässer einbringt (zum Beispiel Picknickabfälle, Flaschen, Asche), muss mit einem Bußgeld zwischen 500 und 2.000 Euro rechnen.
  • Zur Waldbrandvorsorge wurden die Bußgeldempfehlungen bei Fehlverhalten deutlich verschärft. So wird für das Feuermachen im Wald ein Bußgeld von bis zu 5.000 Euro (bisher bis 1.020 Euro) oder für das Rauchen im Wald von März bis Oktober ein Bußgeld von 150 Euro (bisher 80 Euro) empfohlen.
  • Das Wegwerfen oder Entsorgen von Abfällen in den Wald soll mit einem Bußgeld von 30 bis 25.000 Euro geahndet werden, bei größeren Mengen (ab 1 Kubikmeter) mit mindestens 500 Euro.
  • Werden gesetzlich geschützte Landschaftsbestandteile beschädigt oder beseitigt, wird ein Bußgeld von 500 bis 50.000 Euro empfohlen; bei der Fällung von Horst- und Höhlenbäumen von 1.000 bis 25.000 Euro.
  • Für die rechtswidrige Entsorgung von Hausmüll wie Zigarettenstummeln, Einweg-Kaffeebechern, Papptellern oder Obst- und Lebensmittelresten wird ein Bußgeld in Höhe von 100 Euro empfohlen. Diese Empfehlungen für den Bereich Abfallrecht wurden bereits vorab im Juni 2019 in einem Auszug des Bußgeldkatalogs veröffentlicht.

Der neue Verwarnungs- und Bußgeldkatalog Umwelt für das Land Nordrhein-Westfalen ist mit allen detaillierten Angaben dazu abrufbar unter: Verwarnungs- und Bußgeldkatalog Umwelt

Zurück

Kommentare

Einen Kommentar schreiben

Bitte addieren Sie 3 und 4.