Suat Tokat ist zurück

Neuer Trainer der RWE U 19

0 27.07.2022

Nach einigen Jahren Abstinenz sowie Stationen bei der SG Unterrath und beim ETB Schwarz-Weiß Essen ist Suat Tokat zurück bei Rot-Weiss Essen. Nachdem der technisch beschlagene Mittelfeldspieler zwischen 2008 und 2013 zunächst für die U23 und dann für die erste Mannschaft am Ball war und sich später auch schon als Jugendtrainer an der Seumannstraße engagiert hatte, übernimmt Tokat jetzt als Trainer die Verantwortung bei der U19 in der West-Staffel der A-Junioren Bundesliga. Der 35-jährige, der in seiner Aufgabe in die Fußstapfen seines ehemaligen Mitspielers Vincent Wagner tritt, spricht im Interview über seine Entscheidung, zu RWE zu wechseln, seine Einstellung an der Seitenlinie und die Saisonvorbereitung.

Was ist es für ein Gefühl, zurück bei Rot-Weiss Essen zu sein?
Suat Tokat: Ein sehr schönes! Ich habe bei Rot-Weiss eine sehr prägende Zeit mitgemacht und freue mich jetzt, in neuer Funktion zurück zu sein. Ich bin sehr glücklich darüber, dass es geklappt hat.

Von 2008 bis 2013 waren Sie zunächst für die U23 und im Anschluss für die erste Mannschaft der Rot-Weissen am Ball. Welche Erinnerungen haben Sie noch an diese Zeit, die mit dem Aufstieg in die Regionalliga West gekrönt wurde?
Suat Tokat: Der Aufstieg war natürlich ein herausragendes Erlebnis. Leider haben mich zu der Zeit immer wieder Verletzungen zurückgeworfen, so dass ich kaum eine Vorbereitung mit der Mannschaft absolvieren konnte. Ich habe mich aber immer wieder zurückgekämpft und nie den Kopf hängen gelassen. Für mich als Spieler war es aber zum Teil eine schwere Situation, der Mannschaft vor so tollen Kulissen an der Hafenstraße oft nicht helfen zu können.

Mein Körper hat dann aber nicht mehr so ganz mitgemacht, so dass ich mich schon früh auf eine Trainerlaufbahn vorbereitet habe. Aber schon auf dem Platz hatte ich einen Drang dazu, die Mannschaft zu coachen.

War das mit ein Grund, dass Sie sich jetzt wieder für RWE entschieden hast?
Suat Tokat: Nach dem Abschluss der abgelaufenen Saison beim ETB konnte ich mich nicht mehr so ganz mit dem dort eingeschlagenen Weg identifizieren. Während der Sommerpause hatte ich auch einige Anfragen von Seniorenmannschaften, die mich aber nicht so wirklich gereizt haben. Als dann aber RWE angerufen hat, musste ich nicht lange überlegen. Hier hat sich in den letzten Jahren einiges entwickelt und ich will meinen Teil zu diesem Projekt beitragen.

Also war es auch eine bewusste Entscheidung für eine Junioren-Mannschaft?
Suat Tokat: Ich bin ein großer Fan davon, mit jungen und hungrigen Spielern zu arbeiten. Schon beim ETB bestand der Großteil der Mannschaft aus Spielern, die gerade ihre ersten Schritte im Seniorenbereich machen. Ich will die Jungs dabei unterstützen, ihren Traum zu verwirklichen.

Welche Gründe sprachen noch für eine Rückkehr zu Rot-Weiss?
Suat Tokat: Auch die Gespräche mit Sportdirektor Jörn Nowak und Nachwuchsleiter Christian Flüthmann haben mich davon überzeugt, diese Aufgabe anzugehen. Ich muss gestehen: Ich habe halt eine Schwäche für RWE.

Sie übernehmen das Ruder, nachdem die U19 in der letzten Saison in der Bundesliga auf einem überragenden sechsten Tabellenplatz gelandet ist und den Verbandspokal gewonnen hat. Wie sehen die Ziele für die neue Spielzeit aus?
Vincent Wagner, mit dem ich schon damals bei RWE zusammengespielt habe, und sein Trainerteam haben hervorragende Arbeit geleistet. Schon als Spieler war Vincent immer sehr fleißig. Der Erfolg ist daher kein Zufallsprodukt. Für mich geht es jetzt erst einmal darum, die Mannschaft kennenzulernen und die neuen Jungs aus der U17 zu integrieren. Bereits nach wenigen Tagen ist aber erkennbar, welches Potenzial in der Mannschaft steckt.

Das erste Testspiel der neuen Spielzeit beim Männer-Oberligisten MSV Düsseldorf ging 1:3 verloren. Was waren Ihre Erkenntnisse?
Wir haben einige Spieler auf für sie noch ungewohnten Positionen eingesetzt und versucht, ein wenig zu experimentieren. Nach nur wenigen Tagen im Training war es bereits eine ordentliche Leistung, die wir abgeliefert haben. Es ist klar, dass nicht alles auf Anhieb funktionieren kann. Das wird sicherlich auch noch einige Zeit benötigen.

Wie würden Sie sich selbst als Trainertypen beschreiben?
Ich stehe auf einen attraktiven Fußball. Ich bin ein großer Freund davon, ein Spiel aktiv und dynamisch zu gestalten. Ob das gelingt, hängt aber in erster Linie auch immer von den Spielern ab. Grundsätzlich wollen wir die Dynamik in den eigenen Reihen möglichst in jeder Phase des Spiels sehen und im Ballbesitz so schnell wie möglich den Weg nach vorne suchen. Von einer Mauertaktik halte ich nicht viel.

Bis zum Saisonstart am 14. August gegen Borussia Mönchengladbach stehen noch einige Wochen Vorbereitung auf dem Programm. Worauf legen Sie den Fokus?
Auch wenn die Entwicklung jedes einzelnen Spielers im Vordergrund steht: Ich bin ein Freund davon, den Jungs eine gesunde Siegermentalität mit auf dem Weg zu geben.

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