Stadt Essen beschließt Solarförderprogramm 

0 23.08.2021

ESSEN. Am 25. August wird der Rat der Stadt Essen über ein kommunales Solarförderprogramm beschließen. Dadurch soll ab dem 1. Januar 2022 der Bau von Photovoltaikanlagen sowie von thermischen Solaranlagen an Neu- und Bestandsbauten mit insgesamt 500.000 Euro pro Jahr von der Stadt Essen gefördert werden.

„Der neue Bericht des Weltklimarates zeigt, dass der Klimawandel menschengemacht ist und wir sofort handeln müssen, um noch gegensteuern zu können. Es ist wichtig, schnell einen Maßnahmenkatalog für Klimaschutz zur Umsetzung zu bringen“, erklärte dazu Sascha Berger, energiepolitischer Sprecher der Ratsfraktion der Grünen. Insofern sei erfreulich, dass die neue Förderung des Solarenergieausbaus als Vorgriff auf den final bis zum Ende des Jahres zu erstellendem Aktionsplan für nachhaltige Energie und Klima (SECAP) kommen soll. „Die Politik steht in der Verantwortung, den Klimaschutz und die Klimaresilienz in unserer Stadt anzugehen“, so auch Yannick Lubisch, umwelt- und klimapolitischer Sprecher der CDU-Fraktion: „Dieser Verantwortung sind sich die Fraktionen von CDU und Grünen bewusst. Hier gilt es, besonnen zu handeln – ein Aktionismus wäre der falsche Weg. CDU und Grüne setzen deshalb mit dem Aktionsplan für nachhaltige Energie und Klima auf ein ganzheitliches Konzept, das in unterschiedlichen zeitlichen Abfolgen die Handlungsfelder und die Möglichkeiten unserer Stadt und Stadtgesellschaft abbildet. So können wir schnell und zugleich nachhaltig handeln.

Um möglichst schnell Treibhausgasminderungen zu erreichen, war die Verwaltung vor einem Jahr beauftragt worden, im Vorgriff auf den Aktionsplan für nachhaltige Energie und Klima (Sustainable Energy and Climate Action Plan = SECAP) konkrete Entscheidungsvorlagen zu erarbeiten. Der Rat der Stadt Essen hatte am 30. Juni 2021 eine „Solar-Offensive“ (1000/2021/CDU/GRÜNE) beschlossen. Der vorliegende Entscheidungsentwurf der Stadtverwaltung formuliert nun Richtlinien zur Förderung von Photovoltaikanlagen sowie thermischer Solaranlagen zur Warmwasserbereitung mit und ohne Heizungsunterstützung. Förderung erhalten können Privatpersonen, kleine und mittelständische Unternehmen und gemeinnützige Organisationen, Genossenschaften, Stiftungen und Vereine, die beabsichtigen eine Photovoltaikanlage / thermische Solaranlage auf ihrem eigenen Gebäude im Stadtgebiet Essen zu installieren. Gefördert werden der Erwerb und die Installation inklusive dazugehöriger Inbetriebnahme neuer Photovoltaikanlagen von 1.0 kWp bis 40 kWp. Photovoltaikanlagen auf einem Gründach oder an einer Fassade werden mit zusätzlich 100 €/kWp Leistung gefördert.

Für die Umsetzung eines Mieterstromkonzepts für Photovoltaikanlagen auf Mehrfamilienhäusern wird für den Betreiber ein Bonus gewährt. Er beträgt im Neubau 100 € und im Bestand 400 € pro versorgbarer Wohneinheit. Die genaue Förderquote und die Anzahl der Anlagen, die mit den Fördermitteln in Höhe von 500.000 € gefördert werden können, variiert je nachdem wie groß die Anlagen sind. Die Anlagenkosten liegen zurzeit ungefähr zwischen 4.000 und 15.000 Euro (2-kWp-Anlage bzw. 10-kWp-Anlage). Die Förderquoten variieren also zwischen etwa 6-12%. Bei einer durchschnittlichen Anlagengröße von 7 kWp und durchschnittlichen Kosten von 11.200 € können rund 550 Anlagen gefördert werden (im Vergleich: derzeit sind in Essen rund 2200 Anlagen installiert). Hierdurch würden Investitionskosten von rund 6,15 Mio. Euro ausgelöst. Die Solaranlagen würden etwa 1.600 t CO2-Emissionen pro Jahr einsparen. Die Förderung ist zunächst auf 500.000 € pro Jahr begrenzt. Sobald die Fördersumme ausgeschöpft ist, können keine Förderzusagen im entsprechenden Jahr mehr erfolgen. Ein Start des Förderprogramms ist aufgrund fehlender Haushaltsansätze 2021 erst zum 01. Januar 2022 möglich.

Über das Potenzial der Dächer für die Nutzung von Solarenergie informiert das Solardachkataster des Regionalverbands Ruhr.

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