St. Martinswetter in Frintrop

Tausende begleiteten den heiligen Mann durch die Straßen

1 11.11.2025

Frintrop/Bedingrade. Lt. Wikipedia zählt der Martinszug in Frintrop zu den vier größten Martinszügen der Republik. Seit 1966 hat der Bürger- und Verkehrsverein Frintrop (BVV) diese schöne Tradition fortgeführt.

Auch am letzten Samstag (8. November) zog der heilige Mann begleitet von tausenden großen und kleinen Martinsgängern durch Frintrops Straßen. In diesem Jahr musste die Zugstrecke allerdings ausnahmsweise verändert werden, da ein Teil der Glockenstraße und auch der Höhenweg durch eine Baustelle gesperrt war.
Für die äußere Sicherheit sorgten die Polizei, die mit mehreren Streifenwagen und Krädern und ganz viel Blaulicht die Straßen absperrte, unterstützt vom Automobilclub Rhein-Ruhr. Für den Fall, dass medizinische Hilfe benötigt wird, ist auch immer das Deutsche Rote Kreuz mit vielen, vielen Helfern über den Zug verteilt.
Ganz besonders wichtig sind auch die ehrenamtlichen Ordnungskräfte, die der BVV als Auflage der Stadt stellen muss. Ihnen gebührt der allerherzlichste Dank der Organisatoren.
Als Ordnungskraft mit dabei war auch in diesem Jahr Essens Oberbürgermeister Thomas Kufen, der eine Zeit lang in Frintrop wohnte und so eine gewisse Affinität für Essens westlichsten Ortsteil hat.

Nach gut einer Stunde war dann das große Feuer am Donnerberg erreicht und die vielen großen und kleinen Gäste konnten das Martinsspiel mit der Mantelteilung verfolgen.


Mantelteilung auf dem Donnerberg

Nach dem Umzug hatte man noch Gelegenheit, am Feuer zu verweilen oder einen der Stände des BVV, der Ehrengarde oder der Fidelen Frintroper zu besuchen. Am darauffoldenden Sonntag trafen sich dann auch traditionell der BVV-Vorstand und einige Frintroper Honoratioren zur Martinsverlosung. Nachfolgende Losnummern haben dabei gewonnen. Der Dank des BVV geht auch an die vielen Unternehmen aus Einzelhandel und Gastronomie, aber auch Vereinen wie der Turnerbund Frintrop, die Gutscheine für diese Verlosung zur Verfügung gestellt hatten.

Der nächste Martinszug findet dann am 7. November 2026 statt.

Und in Frintrop ist und bleibt es, so die Organisatoren vom Bürger- und Verkehrsverein Frintrop, ein Martinszug und kein Laternenumzug.
Denn der Martinszug ist auch Welterbe. Im Oktober 2017 beantragte eine Initiative von 73 Sankt-Martins-Vereinen in Nordrhein-Westfalen die Anerkennung der von ihnen gepflegten Tradition als Immaterielles Kulturerbe im Sinne der UNESCO. Die Anerkennung erfolgte 2018. Und der BVV will dieses Welterbe bewahren.

In Frintrop wird es im kommenden Jahr auch ein Jubiläum geben, denn es wird das 100jährige der Frintroper Martinszüge gefeiert.
Zum ersten Mal fand 1926 in Frintrop ein Martinszug, organisiert von der Schule Frintrop III, statt. Rektor Johannes Pesch von der Schule III (Neerfeldschule, später Walter-Pleitgen-Schule) war Initiatior dieser Brauchtumspflege. Ein Martinsausschuss mit Mitgliedern aus vielen Frintroper Vereinen und kirchlichen Verbänden sowie aus der Elternschaft stand ihm dabei zur Seite. Nach dem zweiten Weltkrieg lebte diese Tradition am Martinstag erst wieder in den 50er Jahren auf und wurde bis 1965 von den Schulen organisiert.

Bis 1965 veranstalteten die Frintroper Schulen jeder für sich einen Martinszug. Gut 14 Tage vor dem traditionellen Martinszug in Frintrop 1966 wurde diese Traditionsveranstaltung abgesagt, da die Schulgemeinden den Martinszug aus verschiedenen Gründen nicht durchführen konnten.

Der BVV-Vorstand war der einstimmigen Meinung, dass diese Veranstaltung nicht untergehen dürfe und bereitete durch intensiven Einsatz innerhalb kürzester Zeit die Durchführung vor. Am 10. November 1966 war es dann soweit: Zum ersten Mal ritt St. Martin unter der Regie des Bürger- und Verkehrsvereines durch Frintrops Straßen. Nach Einschätzung der Polizei nahmen damals rund 5.000 Menschen daran teil.

Die Kosten konnten durch eine Hutsammlung bei der öffentlichen Versammlung in Unterfrintrop und durch den Verkauf von 400 Brezeln gedeckt werden, die die Frintroper Bäckereien zum Selbstkostenpreis zur Verfügung stellten. Heute werden die Kosten, die besonders bei den Versicherungen für solche Großveranstaltungen explosionsartig gestiegen sind, durch den Verkauf der Martinslose mitfanziert.

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Kommentare

Kommentar von Michael Klein |

Sehr geehrte Damen und Herren,
in Ihrem tollen Artikel gibt es leider einen Fehler. Die medizinische Notfallhilfe leisten seit Jahrzehnten nicht die Malteser, sondern das Deutsche Rote Kreuz. Es wäre schön, wenn Sie dies korrigieren würden.
Mit freundlichen Grüßen
Michael Klein

Antwort von Rainer W. Seck

Danke für den Hinweis.

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