SGS im Fußballmuseum in Dortmund

Sarah Freutel: Werte im Sport vermitteln

0 04.03.2020

DORTMUND / SCHÖNEBECK. Seit heute läuft im Deutschen Fußballmuseum in Dortmund die Sonderausstellung „100 Jahre DJK - Sport für Leib und Seele“. Und bei der Eröffnung am Dienstagabend ging nichts ohne die SGS Essen-Schönebeck: Unter den Teilnehmern im Podium waren auch Sarah Freutel aus dem DJK-Verein SGS Essen, die in Vertretung von Fußball-Nationalspielerin Marina Hegering kam, und Ulrich Meier, Vorsitzender des Vereins an der Ardelhütte.

Ausstellung zum Hundertjährigen

Hintergrund für die Ausstellung ist das 100-jährige Bestehen, das der katholische Sportverband DJK unter dem Motto „Sein Bestes geben“ 2020 bundesweit feiert. Auch in Essen und Borbeck sind die drei Buchstaben „DJK“ gut bekannt: Sie stehen für „Deutsche Jugendkraft" und gehen auf frühe Gründungen in katholischen Kirchengemeinden und Schulen zurück. Heute betreiben rund 500.000 Sportler und Sportlerinnen über 100 Sportarten in den rund 1.200 DJK-Vereinen, die dem christlich wertorientierten Sportverband angehören.

„Werte vermitteln"

Ein Thema auch für Sarah Freutel, die beim Eröffnungspodium am Dienstagabend den Punkt der Wertevermittlung besonders unterstrich: „Ich wünsche der DJK, dass sie die Präsenz und Aufmerksamkeit bekommt, gewisse Werte zu vermitteln und zu platzieren, weil ich denke, dass dies nicht nur im Sport, sondern generell in der Gesellschaft immer mehr verloren geht“, erklärte die Mittelfeldspielerin, die 2019 nach zehn Jahren Bundesligaeinsatz ihre aktive Laufbahn beendete. „Ich habe mich damals aus dem Einzelsport entschieden, aufgrund dieser Werte in den Teamsport zu gehen. Im Sport entwickelt es sich immer mehr dahin, dass wir die Ellbogen ausstrecken und jeder der Schnellste auf der Bahn sein will und dass wir da Aufmerksamkeit schaffen, bewusster zu handeln.“

DJK: Teil der deutschen Sportgeschichte

Bis Montag, 16. März, soll nun die Ausstellung in Dortmund der wechselvollen Geschichte der DJK nachspüren, deren erste Vereine bereits weit vor der Gründung des Gesamtverbandes an die turnerische Tradition katholischer Jungmännervereine und Gesellenvereine anknüpften. Bis zur Zerschlagung durch die Nationalsozialisten hatte die DJK einen eigenen Liga-Betrieb, zählte in manchen Regionen deutlich mehr Vereine als der Deutsche Fußball-Bund oder andere Sport-Fachverbände und nominierte ihre besten Kicker für die eigene Fußballnationalmannschaft. Viele ehemals säkulare Vereine vom DFB oder der Deutschen Turnerschaft schlossen sich dem katholischen Sportlager an, doch konnten dem Verbot durch die Nazis 1934 nicht entgehen.

Heute gibt es zahlreiche Vereine, die neben Breitensport auch auf höchstem Niveau mitspielen – ob im Eishockey oder eben bei der SGS Essen in der Frauenfußball-Bundesliga. Darüber hinaus betreuten die „geistlichen Beiräte“ der DJK die deutschen Olympiamannschaften als „Olympiapfarrer“ und das Leitbild spiegelt sich in der Devise „Sport um der Menschen willen“. Das Jahr 2020 steht ganz im Zeichen des 100. Gründungsjubiläums in DJK-Vereinen, Turnhallen, Vereinsheimen und auf Sportplätzen bundesweit. Mehr: www.djk.de

Mehr zur Ausstellung: Deutsches Fußballmuseum, Platz der Deutschen Einheit 1 in Dortmund (gegenüber Hauptbahnhof), Sonderausstellung „100 Jahre DJK: Sport für Leib und Seele“, 4. bis 16. März, geöffnet dienstags bis sonntags sowie feiertags von 10.00 bis 18.00 Uhr, Eintritt (für das ganze Museum) 17 Euro, Schüler und Studierende 14 Euro (Online-Tickets 15 oder 12 Euro). Der Eintritt zur Sonderausstellung ist im Museumseintritt inbegriffen. Im Netz: Programm Anstoss Flyer Fußballmuseum Dortmund.

Sportgemeinschaft Essen-Schönebeck 19/68 e.V.: Die SGS Essen entstand im Jahr 2000 aus dem Zusammenschluss des 1919 gegründeten Vereins für Bewegungsspiele 1919 Essen-Borbeck e.V. (VfB Borbeck) und des 1968 gegründeten SC Grün-Weiß Schönebeck e.V.. Aushängeschild der SG Essen-Schönebeck ist die 1973 in Schönebeck gegründete Frauenfußball-Abteilung, der 1976 der Aufstieg in die Verbandsliga Niederrhein, die damals die höchste Spielklasse, gelang. 1997 schafften sie unter dem Namen SG Essen-Schönebeck erstmals den Sprung in die Regionalliga, 2004 in die Bundesliga und seit der Saison 2012/13 finden die Heimspiele der SGS im neu gebauten Stadion Essen statt. Größte Erfolge waren die Vizemeisterschaft. Aktuell stehen sie hinter dem VfL Wolfsburg, Bayern München  und der TSG 1899 Hoffenheim auf dem 4. Tabellenplatz. Im DFB-Pokal der Frauen stoßen sie im Viertelfinale am 22.03.2020 um 15:00 Uhr auf den 1. FFC Turbine Potsdam.

Im Bild: Die Teilnehmer im Podium (v.l.) Dr. Henry Wahlig, Veranstaltungsmanager im Deutschen Fußballmuseum Dortmund, Hubertus Szczepaniak, Altpräsident DJK Blau-Weiß Wittichenau, Dr. Hermann Queckenstedt, Direktor des Diözesanmuseums Osnabrück und Ausstellungskurator, Sarah Freutel, ehemalige Fußballspielerin aus dem DJK-Verein SGS Essen in Vertretung von Fußball-Nationalspielerin Marina Hegering, Christian Wück, Trainer der U16-Nationalmannschaft des DFB, Elsbeth Beha, Präsidentin DJK-Sportverband, Andreas Thomes, Jugendwart DJK Eintracht Papenburg, Hans-Gerd Schütt, Olympiapfarrer und geistlicher Beirat a.D., Ulrich Meier, Vorsitzender SGS Essen-Schönebeck e.V., Heribert Bruchhagen, Bundesliga-Manager und ehemaliger Spieler der DJK Gütersloh. Foto: DJK

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