Seniorenrat fordert schnelle Einführung eines Seniorentickets nicht über 30 Euro

Bei Anschlusslösung zum 9-Euro-Ticket Senioren nicht vergessen!

0 11.08.2022

ESSEN/BORBECK.Bundesweites 69-Euro-Ticket, 29-Euro-Regionalticket, Vergünstigung für Pendler oder alles beim Alten belassen? In der Auseinandersetzung um eine Anschlusslösung für das 9-Euro-Ticket erneuert der Seniorenrat Essen die alte Forderung nach einem 30- Euro-Monatsticket für Menschen über 60 Jahre nach dem Erwerbsleben. Ein entsprechender Empfehlungsbeschluss wurde bereits im März 2022 gefasst und dem Oberbürgermeister übergeben.

 

Dazu die Vorsitzende Susanne Asche: „Das 9-Euro-Ticket war ein Werbegeschenk des Bundes für den Umstieg auf Bus und Bahn, aber auch ein wahrer Stresstest für den ÖPNV. Wenn eine nachhaltige Verkehrswende gelingen soll, sind neben attraktiven Tarifen riesige Investitionen in den Ausbau von Bus und Bahn erforderlich. Eine gute Anschlusslösung für das 9-Euro-Ticket muss bezahlbar und einfach sein und darf nicht zu Lasten der Qualität des Nahverkehrs gehen. Dazu muss sie den tatsächlichen Bedarfen der verschiedenen Nutzergruppen entsprechen. Das vorgeschlagene bundesweite 69-Euro-Ticket oder der Rückzug auf Spartarife mit komplizierten Flex- oder E-Tickets leisten das aus Sicht des Seniorenrats nicht.“

 

Das 30-Euro-Monatsticket ist aus dem 365-Euro-Ticket abgeleitet, das der stellvertretende Vorsitzende des Seniorenrats Gerd Maschun bereits 2020 für Senioren ins Spiel gebracht hat. Es orientiert sich an Seniorentickets, wie sie in Hannover, Hessen oder ähnlich auch Bielefeld für über 60jährige nach dem Erwerbsleben längst mit Erfolg angeboten werden.

Mobil zu bleiben ist eine wesentliche Voraussetzung für ein gesundes Älter werden im eigenen Umfeld und für die Teilnahme am sozialen und kulturellen Leben. Angesichts der schwindenden Nahversorgung in den Wohnquartieren sind Bus und Bahn für viele ältere Menschen die einzige Möglichkeit, Dinge des  täglichen Lebens wie Arztbesuche und Einkäufe zu erledigen und Freizeit- und Kulturangebote in der weiteren Umgebung wahrzunehmen.

Ein auch bei kleinen Einkommen bezahlbares Angebot zumindest für den Nahverkehr ist deshalb kein Luxus, sondern ein Muss, um regelmäßige Mobilität zu sichern. Zudem schafft es die für das Klima notwendigen Anreize, zugunsten von Bus und Bahn auf das Auto zu verzichten. Anders als Arbeitnehmer können Menschen nach dem Erwerbsleben Fahrtkosten meist nicht steuerlich absetzen. Betroffen sind vor allem Schwellenhaushalte und viele Alleinstehende, die ohne ein preiswertes ÖPNV-Angebot nur eingeschränkt am öffentlichen Leben teilnehmen können. Die allgemein steigenden Lebenshaltungskosten und die Energiekrise tun ihr Übriges. Online-Spartarife wie die neuen Flex-Tickets, VRR E-Tickets oder die Eezy-App helfen da nicht weiter. Gerade bei geringen Einkommen ist ein unabhängig von Kilometern und täglichem Rechnen einfach zu handhabendes Monatsticket mit klarer Kostenübersicht die richtige Lösung.

Susanne Asche abschließend: „Das 9-Euro-Ticket ist schlicht nicht finanzierbar. Doch der Erfolg hat Maßstäbe gesetzt. Wie auch immer die politische Entscheidung für eine Anschlusslösung ausfällt, ein Monatsticket darf für Senioren nicht mehr als 30 Euro kosten, um auch im Alter eine gleichberechtigte Teilhabe an Mobilität zu sichern. Dass das auch unabhängig von bundesweiten Lösungen machbar ist, haben einige Städte und Verkehrsverbünde bereits vor dem 9-Euro-Ticket längst bewiesen.“

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