Schade. Keine Lieder von der Kita an der „Roten Dame"

1 18.12.2023

BORBECK. Auf „Nummer sicher“ gehen – daran ging jetzt kein Weg vorbei: Am Dienstag, 19. Dezember, wollten Kinder aus dem Fröbel-Kindergarten an der Marktstraße Passanten im Borbecker Zentrum um 10 Uhr mit Advents- und Weihnachtsliedern erfreuen. Das wird nun nicht geschehen. Kurzfristig wurde deutlich: Im Repertoire für den in Zusammenarbeit mit dem Borbecker Bürger- und Verkehrsverein (BBVV) geplanten kleinen Auftritt waren neben traditionellen Liedern auch modernere einstudiert, für die Gema-Gebühren anfallen könnten. Die zentrale Leitung der Fröbel-Kitas verfügte daher, dass aufgrund der neuen Gema-Verordnungen Außenauftritte abgesagt werden. Und auch der BBVV bedauert nun die Absage sehr.

Tatsächlich staunten manche - offensichtlich auch im näheren Umfeld - in diesen Wochen nicht schlecht, als ihnen nach ihrer mit viel Mühen organisierten Veranstaltung satte Rechnungen zugestellt wurden. Statt vorweihnachtlicher Freude stellte sich ordentliche Katerstimmung ein: Offensichtlich waren die Bedingungen für öffentliche Verwendung von Musik im Kleingedruckten übersehen, nicht klar oder schlicht vergessen worden. Entscheidend sind hier die Art der Veranstaltung, der Größe der Veranstaltungsfläche, Länge des Events und auch erreichte Zuhörer – oft nicht ganz leicht zu errechnen. Wobei die Rechnung zuletzt von der Gema aufgemacht wird. Und im Zweifel kamen da sogar Beträge von mehreren Zehntausend Euro zusammen – da ist leicht von einem „Gema-Irrsinn“ die Rede.

Für die kleinen Sänger an der „Roten Dame" wäre das so wohl kaum zu befürchten gewesen, ist anzunehmen. Und bei mehr Vorlauf soll es im nächsten Jahr wohl auch möglich sein – das ist zugesagt. Doch wann sind Lieder nicht schon längst auch „traditionelles Liedgut"? Und müssen solche Vorgaben wirklich auch für die Kleinsten gelten? Der durch über die Gema abgerechnete Gebühren zustehende Salär steht Künstlern und Produzenten zu, das ist klar, aber man kann anderen manchmal das Leben echt unnötig schwer machen.

Christof Beckmann

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Kommentare

Kommentar von Ulrich Buse |

Das was mit den Kindergartenkindern gemacht wird ist nicht das letzte, sondern das allerletzte. Wo leben wir hier eigentlich?Die Gema sollte sich einmal über ihr Verhalten Gedanken machen. Aber wem wundert es was in Deutschland langsam abgeht. In einem Hamburger Kindergarten darf aus religiösen Grund kein Weihnachtsbaum aufgestellt werden. Und nun sorgt die GEMA noch zusätzlich für solch eine bodenlose Frechheit. Man sollte sich lieber Gedanken um unsere Kinder/Enkelkinder machen. Besonders die Geschäftsführung der GEMA. Sind Sie alle erwachsen auf die Welt gekommen? Oder hatten Sie eine schlecht Kindheit? Das Was Sie mit den Kindern der Zukunft machen, kann man einfach nicht mehr in Worte fassen .Die Kinder üben und freuen sich so sehr. Das alles kann doch nicht mehr ernst genommen werden. Denken Sie ganz schnell über ihr Verhalten nach. Das ist das allerletzte. 👎👎👎👎👎👎👎

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