Schönebecker Grün wird gut beschirmt

Rund 300 Zuhörer auf dem Festplatz protestierten gegen Baupläne der Stadt/Am 3. Oktober wird gewandert

0 11.09.2019

SCHÖNEBECK/BORBECK. Am Ende spannten die gut dreihundert Zuhörer auf dem Gelände der Bergbaukolonie in Schönebeck ihre Regenschirme auf. Damit wollten sie zeigen, dass sie sich gegen weitere Bebauung auf Grünflächen im Stadtteil wehren wollen. Eingeladen für Montag (9. September) hatte die Bürgerinitiative „Rettet die Schönebecker Grünflächen“. Gleichzeitig rief sie dazu auf, per Unterschrift seinen Unmut über die Verwaltungspläne zu äußern.

Drei Redner gaben Statements ab. Dr. Wolfgang Sykorra, der seit 40 Jahren für den Erhalt des Hexbachtals kämpft, machte durch seinen Rückblick Mut. Ostfriesen-Spieß, Universität, JVA, Umspannwerk: All das war geplant im Schönebecker Grün, all das konnten die Schönebecker verhindern.

Uwe van Hoorn vom Naturschutzbund Ruhr nahm nicht nur das von der Stadt initiierte Bürgerforum kritisch unter die Lupe. Er argumentierte vor allem von der biologisch-naturwissenschaftlichen Seite gegen eine weitere Bebauung und versuchte den Blick von Schönebeck auf den ganzen Großraum Borbeck zu lenken, wo weitere Flächen, die zum Teil unter Landschaftsschutz stehen oder zu den regionalen Grünzügen gehören, bereits von Investoren gekauft wurden.

Dritter im Bunde war Michael Happe, selbstständiger Stadtplaner seit 1987. Er stellt die Grundaussagen der Stadtverwaltung in Frage. Zu seinen Thesen (nachzulesen unter https://www.bkr-essen.de/wp-content/uploads/2019/03/48_BKR_Essen_Denkschrift_Wachsende_Stadt_Essen1.pdf ) zählen: - Die stark wachsende Stadt Essen war nur ein Strohfeuer

- Die aktuellen Bevölkerungsvorausschätzungen sind keine seriösen Prognosen, man braucht weniger Wohnungen als vorhergesagt.

- Zwar braucht man Wohnungen für kleine Haushalte (Senioren) und nichtdeutsche Haushalte. Es werden aber mehrheitlich große, teure Wohnungen gebaut.

- Die Verwaltung ist gar nicht darüber informiert, wo welche Wohnungen leer stehen oder wo es Baulücken gibt. Die Möglichkeit zu verdichten werde nicht ausgeschöpft.

Happe zweifelt ferner an, ob es überhaupt sinnvoll ist, dass Essen auf über 600000 Einwohner wachsen will.

Als Kinder- und Jugendbeauftragte der Borbecker Bezirksvertretung meldete sich zum Schluss Erika Küpper zu Wort. Sie nutzte die Gelegenheit, um die in Schönebeck anwesenden Frintroper und Bedingrader um sich zu scharen und weiteren Protest zu organisieren.

Für den 3. Oktober lädt die Initiative zu einer Wanderung ein. Start ist um 11 Uhr ab der Bergbaukolonie Schacht-Kronprinz-Straße. Die Tour dauert etwa zwei Stunden, anschließend gibt's Bier und Würstchen.

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