RWE klettert mit Traumtoren auf Platz drei

Koschinat-Elf behauptet sich 4:2 gegen FC Erzgebirge Aue

0 18.03.2026

Rot-Weiss Essen ist in der 3. Liga zum ersten Mal in dieser Saison auf den dritten Platz geklettert, der am Saisonende die Teilnahme an der Relegation um den Aufstieg bedeuten würde. Das Team von Trainer Uwe Koschinat behauptete sich im Rahmen des 29. Spieltages gegen den abstiegsbedrohten FC Erzgebirge Aue 4:2 (3:1). Der Rückstand auf einen direkten Aufstiegsrang beträgt nur noch einen Zähler.

Vor 16.537 Zuschauern im Stadion an der Hafenstraße bewarben sich im ersten Durchgang gleich mehrere Spieler der Rot-Weissen mit sehenswerten Treffern für eine Nominierung zum „Tor des Monats“. Den Auftakt bei der Rückkehr von Ex-Traner Christoph Dabrowski, der seit knapp zwei Monaten in Aue tätig ist, machte Torben Müsel (28.). Jannik Hofmann (33.) und Marek Janssen (37.) legten nur kurz darauf ebenfalls sehenswert nach.

Noch vor der Pause kam der FC Erzgebirge durch Jannic Ehlers (45.+2) wieder heran. Nach dem zweiten Tor der Gäste durch Marcel Bär (61.) wurde es für die Rot-Weissen noch einmal enger. In der Schlussphase sorgte jedoch Kaito Mizuta (82.) mit dem 4:2 für die Entscheidung und den Endstand.

„Der 3:0-Vorsprung wirkte sehr souverän. Wir hatten aber Anpassungsprobleme, weil wir gerätselt hatten, in welcher Grundformation Aue auflaufen wird“, sagte Uwe Koschinat im Interview bei MagentaSport. „Da mussten wir erst herausfinden, wie wir das Spiel beschleunigt bekommen. Die Qualität unserer Torabschlüsse war dann aber außergewöhnlich. Bei einer 3:0-Führung darf es dann nicht passieren, dass wir so ein billiges Anschlusstor kassieren. Das hat das Spiel wieder geöffnet. Man hat gemerkt, dass Aue mit den Wechseln zur Pause alles riskiert hat. Wir haben keine gute zweite Halbzeit gespielt, die Unterstützung unserer Fans war aber grenzenlos. Auch die unruhigen Phasen haben die Leute ausgehalten. Das ist schon ein Faustpfand hier an der Hafenstraße.“

Stammtorhüter Golz ist zurück

RWE-Trainer Uwe Koschinat nahm im Vergleich zum 4:2-Auswärtserfolg bei der TSG Hoffenheim II insgesamt drei Veränderungen in seiner Anfangsformation vor. Stammtorhüter Jakob Golz kehrte nach seinem überstandenen Innenbandanriss im Knie und nach einer rund sechswöchigen Pause zwischen die Pfosten zurück und ersetzte Tino Casali, der zuletzt erfolgreich ausgeholfen hatte. Außerdem starteten Torben Müsel im Mittelfeld für den erkrankten Klaus Gjasula (Mandelentzündung) sowie Lucas Brumme in der Offensive für Marvin Obuz.

Vor Torhüter Jakob Golz verteidigte damit in der Abwehr damit wieder eine Viererkette mit – von rechts nach links – Jannik Hofmann, José Enrique Rios Alonso, Michael Schultz und Lucas Brumme. Im zentralen Mittelfeld zogen Ruben Reisig und Torben Müsel die Fäden.

Die offensive Dreierreihe bildeten Ramien Safi, Kaito Mizuta und Lucas Brumme. Sie unterstützten Mittelstürmer Marek Janssen.

Nach überstandenen Verletzungen gehörten auch Torhüter Felix Wienand (Knalltrauma) und Innenverteidiger Tobias Kraulich (Muskelfaserriss) erstmals wieder zum Aufgebot. Nur Angreifer Jannik Mause (Aufbautraining) musste noch passen.

Müsel mit der Hacke zur Führung

Bereits in der Anfangsphase konnten beide Teams Chancen für sich verbuchen. Den Auftakt machten dabei die Rot-Weissen. Kaito Mizuta verlagerte das Spiel vom Zentrum auf die rechte Seite. Dort kam Ramien Safi an den Ball, der aus spitzem Winkel an Martin Männel im Tor der Gäste scheiterte. Auf der Gegenseite konnte sich Luan Simnica gegen Jannik Hofmann behaupten. Nach der flachen Hereingabe musste Jakob Golz aus kurzer Distanz gegen Marcel Bär erstmals eingreifen.

Auch danach kamen beide Teams zu vielversprechenden Situationen. Kapitän Michael Schultz köpfte nach einem Eckball über das Tor. Ein Abschluss von Lucas Brumme wurde im letzten Moment noch geblockt. Bei einem Auer Gegenstoß war Ruben Reisig noch rechtzeitig gegen Julian Günther-Schmidt zur Stelle.

Die verhinderte Möglichkeit für die Gäste war der Beginn einer RWE-Druckphase. Eine Freistoßflanke konnte Aue nicht entscheidend klären. Die erneute Hereingabe verlängerte Ruben Reisig mit dem Kopf ins Zentrum. Dort drückte Torben Müsel den Ball mit der Hacke zum 1:0 (28.) über die Linie. Und die Rot-Weissen blieben dran: Nach einer Flanke von der rechten Seite konnte der FC Erzgebirge den Ball nicht kontrollieren. Das Team von Uwe Koschinat setzte in Person von Lucas Brumme nach. Der Ball gelangte zu Jannik Hofmann, der sich aus der Distanz ein Herz nahm und den Ball zum 2:0 (32.) im oberen Eck platzierte.

Dritter Treffer in nur neun Minuten

Damit noch nicht genug: Aues Torhüter Martin Männel versuchte das Spiel mit einem Abwurf zu Mika Clausen schnell zu machen. Jannik Hofmann setzte seinen Gegenspieler aber früh unter Druck und leitete mit einem robusten Zweikampf den direkten Gegenzug ein. Von der Strafraumgrenze traf auch Marek Janssen sehenswert zum 3:0 (37.). In nur neun Minuten trafen die Rot-Weissen gleich dreimal.

Der Spielstand hatte aber nur bis kurz vor der Pause Bestand. Eine noch abgefälschte Hereingabe landete im Rückraum bei Günther-Schmidt, der nochmal auf die linke Seite herauslegte. Von dort wurde der Schuss von Jannic Ehlers noch unhaltbar für RWE-Torhüter Jakob Golz zum 3:1 (45.+2)-Halbzeitstand abgefälscht.

Golz-Glanzparade verhindert 3:3

Für den zweiten Durchgang nahm Christoph Dabrowski beim FC Erzgebirge Aue zwei Veränderungen vor. Erik Weinhauer und Mika Clausen blieben draußen. Dafür standen nun Routinier Marvin Stefaniak und Eric Uhlmann auf dem Feld. Die Gäste übernahmen nach der Halbzeitpause angesichts des Zwei-Tore-Rückstands die Initiative, fanden aber zunächst noch keine Lücke in der Defensive der Rot-Weissen. Nach einer langen Flanke von Jannic Ehlers hätte es für das RWE-Tor erstmals gefährlich werden können, Marvin Stefaniak versprang bei der Annahme aber der Ball.

Nach einem langen Einwurf von Ryan Malone kam der FC Erzgebirge dann aber doch heran. Die Hereingabe wurde im Zentrum verlängert, ehe Marcel Bär den Ball mit dem Kopf zum 3:2-Anschluss (61.) über die Linie drücken konnte.

Einige Minuten später nahm Uwe Koschinat seine ersten Wechsel vor. Mit Dickson Abiama und Marvin Obuz für Lucas Brumme und Ramien Safi kamen frische Kräfte für die offensiven Außenbahnen. Der ersten nennenswerten Essener Chance im zweiten Durchgang ging ein langer Einwurf von Ruben Reisig voraus. Letztlich geriet der kraftvolle Schuss von Kaito Mizuta aber zu zentral, um Martin Männel in Bedrängnis zu bringen.

Überwiegend stand aber der Strafraum der Rot-Weissen im Fokus. Und Jakob Golz verhinderte mit einer Glanzparade den Ausgleich. Eine Flanke landete nach zwei Kopfballverlängerungen bei Julian Günther-Schmidt. An dessen Abschluss bekam Golz aber noch eine Hand an den Ball. Stattdessen krönte RWE einen tollen Spielzug mit dem Treffer zum 4:2-Endstand (82.). Nach einer geklärten Flanke der Gäste leitete Dickson Abiama den Konter ein. An der Strafraumgrenze behielt er die Übersicht für den mitgelaufenen Kaito Mizuta, der vollendete. Weil Marcel Bär nach einem erneut langen Einwurf von Malone am langen Pfosten den Ball am Tor vorbei setzte, blieb es beim 4:2 der Rot-Weissen.

NRW-Duell beim FC Viktoria Köln

Nach dem torreichen Heimspiel gegen den FC Erzgebirge geht es für das Team von Trainer Uwe Koschinat mit einem NRW-Duell weiter. Zum Abschluss des 30. Spieltages ist RWE am Sonntag, 22. März, ab 19.30 Uhr beim FC Viktoria Köln zu Gast. Danach verabschiedet sich die 3. Liga in die erste Länderspielpause des Jahres 2026.

Unmittelbar danach wartet ein Höhepunkt auf alle Rot-Weissen. Am Karsamstag, 4. April, stellt sich ab 16.30 Uhr der MSV Duisburg zum Revierderby und Top-Spiel im Stadion an der Hafenstraße vor.

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