RWE erreicht Zwischenziel vorzeitig

Nach 0:0 in Verl bleiben die Essener im Soll

0 15.12.2025

Rot-Weiss Essen hält auch nach dem 18. Spieltag in der 3. Liga direkten Anschluss an die Aufstiegsplätze. Im letzten Auswärtsspiel der Hinrunde erkämpfte das Team von Trainer Uwe Koschinat ein 0:0 im Top-Spiel beim SC Verl. Damit ist RWE weiterhin nur zwei Punkte von einem direkten Aufstiegsplatz und einen Zähler von Relegationsrang drei entfernt.

Vor 4.296 Zuschauern in der Verler Sportclub Arena, darunter fast 2.000 mitgereiste RWE-Fans, lieferten sich die beiden Teams eine äußerst intensive und umkämpfte Begegnung. Die Gastgeber hatten mehr Ballbesitz, die Essener verteidigten jedoch kompakt und leidenschaftlich und hatten sogar die besseren Torchancen, so auch kurz vor dem Abpfiff durch Jannik Mause. Erstmals in dieser Saison blieb RWE ohne eigenes Tor.

Mit jetzt 31 Punkten steht schon vor der abschließenden Partie der ersten Saisonhälfte gegen den SSV Ulm 1846 Fußball fest, dass die Rot-Weissen die beste Hinserie ihrer Drittliga-Historie gespielt haben. Damit wurde das formulierte Ziel vorzeitig erreicht.

„Wir haben viel von dem umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten“, sagte Uwe Koschinat im Interview bei MagentaSport. „Wir konnten das Zentrum gegen die spielstarken Verler sehr gut schließen, haben uns in die Zweikämpfe geworfen und stark verteidigt. Wir müssen und können mit dem Remis gut leben, auch wenn wir sogar die Chancen hatten, das Spiel für uns zu entscheiden. Insgesamt geht das Ergebnis aber in Ordnung.“

Fünf Wechsel – Erstmals wieder mit Dreierkette

RWE-Trainer Uwe Koschinat nahm im Vergleich zum 1:1 im Heimspiel gegen den VfB Stuttgart II gleich fünf Veränderungen in seiner Anfangsformation vor. So kehrte Stammtorhüter Jakob Golz nach überstandenem Infekt zwischen die Pfosten zurück. Außerdem rückten Kapitän Michael Schultz, die beiden Außenverteidiger Jannik Hofmann und Franci Bouébari sowie erstmals Mittelstürmer Marek Janssen in die Startformation. Torhüter Felix Wienand, Lucas Brumme und Jannik Mause nahmen auf der Bank Platz. Michael Kostka (Zerrung) und Ramien Safi (grippaler Infekt) mussten passen.

Vor Torhüter Jakob Golz verteidigte in der Abwehr erstmals seit Ende August (2:3 gegen Alemannia Aachen) wieder eine Dreierkette mit – von rechts nach links – José-Enrique Rios Alonso, Michael Schultz und Tobias Kraulich. Im zentralen Mittelfeld zogen Klaus Gjasula und Tom Moustier die Fäden. In der Offensive unterstützten Torben Müsel und Kaito Mizuta den einzigen Stoßstürmer Marek Janssen.

Nicht einsatzfähig waren neben Michael Kostka und Ramien Safi auch Angreifer Jaka Cuber Potocnik (Muskelverletzung im Oberschenkel), Innenverteidiger Nico Schulte-Kellinghaus (Adduktoren) und Ahmet Arslan (grippaler Infekt).

Schulze pariert Mizuta-Volleyschuss

In den ersten zehn Minuten tasteten sich beide Mannschaften ab, ohne gefährlich zu werden. Bis auf einen feinen Steckpass von Kaito Mizuta auf Marek Janssen, der jedoch das Laufduell gegen Martin Ens verlor, agierten beide Teams recht zurückhaltend. Die erste größte Möglichkeit bereitete erneut der agile Kaito Mizuta vor, aber Tom Moustier brachte den Ball aus halbrechter Position nicht auf das SCV-Gehäuse.

Verls Unterschiedsspieler Berkan Taz wurde in den ersten 20 Minuten von Klaus Gjasula und seinen Nebenleuten fast komplett aus dem Spiel genommen, so dass sich die Hausherren sich kaum nennenswerte Torchancen herausspielen konnten. Nach einem Konter hatten die mitgereisten RWE-Fans den Torschrei bereits auf den Lippen, als ein geblockter Schuss von Tom Moustier bei Kaito Mizuta landete und der mit einem Volleyschuss aus neun Metern an Verls Torhüter Philipp Schulze scheiterte.

Erst nach etwas mehr als einer halben Stunde wurde es erstmals vor dem Essener Gehäuse richtig gefährlich. Nach einer Ecke von Berkan Taz kam Fynn Otto in aussichtsreicher Position an den Ball, doch Franci Bouébari grätschte dazwischen und konnte in letzter Sekunde klären. Bis zur Pause hatten die Hausherren dann wieder mehr Ballbesitz, wurden über ihre rechte Seite gefährlich, doch Jannik Hofmann konnte die scharfe Hereingabe gerade noch zur Ecke klären. Die letzte Chance im ersten Spielabschnitt hatte Tom Moustier, der aus 16 Metern mit seinem schwächeren linken Fuß abzog, aber zu wenig Druck auf den Ball bekam.

Jannik Mause verpasst Lucky Punch

Zu Beginn der zweiten Halbzeit sahen zunächst beide Trainer keinen Grund, etwas zu verändern, nahmen keine Wechsel vor. Nachdem dann die Verler verletzungsbedingt Fabian Wessig für Yari Otto einwechseln mussten, reagierte auch Uwe Koschinat erstmals. Jannik Mause löste nach einer Stunde im Sturmzentrum Marek Janssen ab – und kam nach einem klugen Zuspiel von Torben Müsel nur wenige Sekunden später in eine vielversprechende Abschlusssituation. Sein Schuss wurde jedoch zur Ecke abgewehrt.

Die Partie wurde nun wieder offener, auf beiden Seiten gab es Torraumszenen. Während die RWE-Defensive die Verler Angreifer Alessio Besio und Jonas Arweiler aber mehrfach entscheidend störte, köpfte RWE-Kapitän Michael Schultz den Ball nach einer Hereingabe von Kaito Mizuta auf das Tornetz.

Vor Beginn der Schlussphase kamen bei RWE mit Marvin Obuz (für Torben Müsel) und Lucas Brumme (für Kaito Mizuta) zwei frische Offensivspieler. Die nächste Torgelegenheit ging jedoch auf das Konto von Verls Alessio Besio, der das Tor aus 20 Metern nur knapp verfehlte.

In den verbleibenden Minuten gab es noch einige brenzlige Situationen vor dem Essener Gehäuse. Immer wieder brachten die Rot-Weissen aber noch ein Körperteil dazwischen und ließen die Hausherren kaum einmal zum Abschluss kommen. Auf der Gegenseite zog Marvin Obuz einmal aus etwa 20 Metern ab, Verls Schlussmann Philipp Schulze war jedoch auf dem Posten. Kurz vor dem Ablauf der Nachspielzeit hatte RWE noch die Chance zum Lucky Punch. Nach einer Hereingabe von Lucas Brumme traf Jannik Mause unter Bedrängnis den Ball nicht richtig, so dass die Kugel am Pfosten vorbeirollte.

Jahresabschluss gegen SSV Ulm 1846

Eine Woche nach dem Gastspiel an der Verler Poststraße steigt der Hinrunden- und Jahresabschluss im Stadion an der Hafenstraße. Am Samstag, 20. Dezember, ab 14 Uhr steht das Heimspiel gegen den SSV Ulm 1846 Fußball auf dem Programm. Der Absteiger aus der 2. Bundesliga rangiert auch eine Liga tiefer derzeit in der Gefahrenzone und hat schon zwei Trainerwechsel vorgenommen. Drittliga-Rekordtrainer Pavel Dotchev soll den früheren Bundesligisten vor dem nächsten Abstieg bewahren.

Danach verabschieden sich die RWE-Profis in die kurze Weihnachtspause. Nach der Vorbereitung, unter anderem mit dem Trainingslager in der Türkei (6. bis 12. Januar), startet die Rückrunde am Samstag, 17. Januar, ab 14 Uhr mit dem Traditionsduell beim TSV 1860 München.

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