RWE dreht das Spitzenspiel

Rot-Weisse überzeugen beim 3:2 in Münster

0 15.09.2021

Wahnsinn in Münster! Im Spitzenspiel der Regionalliga West bewies Rot-Weiss Essen eine ausgezeichnete Moral. Das Team von RWE-Cheftrainer Christian Neidhart gewann zum Auftakt des 7. Spieltages den Westschlager beim direkten Konkurrenten SC Preußen Münster 3:2 (0:2) und verdrängte mit jetzt 15 Punkten aus sechs Spielen die Gastgeber (14 Zähler nach sieben Partien) von der Tabellenspitze.

Vor 7.500 Zuschauern im ausverkauften Preußenstadion führten die Münsteraner nach einem Doppelpack von Thorben Deters (19./27.) bereits 2:0, standen am Ende jedoch mit leeren Händen da und kassierten ihre erste Saisonniederlage. In der zweiten Halbzeit sorgten Kevin Holzweiler (50.) und Isaiah Young (65.) zunächst für den Ausgleich, ehe der eingewechselte Simon Engelmann (87.) kurz vor Schluss den Siegtreffer markierte. Christian Neidhart zum Spiel „Die erste Halbzeit ging hundertprozentig an Preußen Münster, die alle Derby-Tugenden mit Zweikampfstärke auf den Platz gebracht haben. Nach der Pause haben es meine Jungs dann gut gemacht. Es ist gar nicht wichtig: ‚Wer war besser oder wer war schlechter?‘, sondern es zählt das nackte Ergebnis.

Neuzugang Felix Bastians gibt Startelf-Debüt

Im Vergleich zum 3:0-Heimerfolg gegen den VfB Homberg hatte Christian Neidhart drei Veränderungen in seiner Startformation vorgenommen. Für Felix Herzenbruch, Cedric Harenbrock und Simon Engelmann, die alle zunächst auf der Bank Platz nahmen, begannen Felix Bastians als linker Innenverteidiger, Oguzhan Kefkir auf der linken Außenbahn und Zlatko Janjic im Sturmzentrum. Bastians, der gegen Homberg in der Schlussphase als Einwechselspieler noch an zwei Toren beteiligt war, absolvierte sein Startelf-Debüt – und spielte dann auch 90 Minuten durch.

In der Anfangsphase tat sich vor beiden Toren nicht allzu viel, das Duell der beiden Titelaspiranten war zunächst von der Taktik geprägt. Die Gastgeber nutzten dann allerdings direkt ihre erste Möglichkeit zur Führung. RWE-Rechtsverteidiger Sandro Plechaty konnte Thorben Deters nicht am Torschuss hindern, Daniel Davari war machtlos – 1:0 (19.). Mit der Führung im Rücken traten die Münsteraner selbstbewusster auf – und erwiesen sich als äußerst effektiv. Nur acht Minuten nach der Führung war Thorben Deters (27.) erneut zur Stelle und baute nach Vorarbeit von Gerrit Wegkamp den Vorsprung aus. RWE-Schlussmann Daniel Davari konnte den ersten Versuch noch parieren, den zweiten Schuss aber nicht mehr.

Gerrit Wegkamp mit einem Seitfallzieher-Versuch und Last-Minute-Neuzugang Manuel Farrona Pulido mit einem Distanzschuss hatten nach der Auswechslung von Deters weitere Möglichkeiten für Münster, ehe auf der Gegenseite RWE-Mittelfeldspieler Dennis Grote im Preußen-Strafraum zu Fall gebracht wurde. Die Rot-Weissen und die 800 mitgereisten Fans warteten jedoch vergeblich auf den Elfmeter-Pfiff von Schiedsrichter Timo Gansloweit (Dortmund). Weil wenig später ein 20-Meter-Schuss von Kevin Holzweiler das Münsteraner Tor verfehlte, ging es mit einem 0:2-Rückstand in die Kabinen.

Kevin Holzweiler leitet nach der Pause Wende ein

Christian Neidhart reagierte zur Pause, wechselte Torjäger Simon Engelmann für Oguzhan Kefkir ein. Und RWE wurde schnell belohnt. Isaiah Young bediente Kevin Holzweiler (50.), der aus kurzer Entfernung den 2:1-Anschlusstreffer erzielte. Damit war das Signal zur erfolgreichen Aufholjagd gegeben. Vor allem „Isi“ Young drehte jetzt richtig auf. Zunächst vergab er noch den möglichen Ausgleich, als er freistehend an Preußen-Torhüter Maximilian Schulze Niehues scheiterte. Nur wenig später tauchte der Flügelstürmer jedoch erneut vor dem Münsteraner Kasten auf und versenkte die Kugel nach einem Zuspiel von Dennis Grote aus 18 Metern – 2:2 (65.). Wer jetzt glaubte, RWE würde sich mit dem Remis zufriedengeben, der sah sich schnell getäuscht. Mit Cedric Harenbrock und Erolind Krasniqi kamen zwei weitere frische Offensivspieler (für Zlatko Janjic und Cedric Harenbrock), um den Druck hochzuhalten. Zwar musste Daniel Davari noch einmal einen Versuch von Dennis Daube parieren. Insgesamt blieben jedoch die Rot-Weissen im Vorwärtsgang – und wurden dann auch mit dem verdienten Siegtor belohnt. Nach einer Freistoßflanke von Dennis Grote zog zunächst Isaiah Young ab. In der Mitte stand dann aber „Joker“ Simon Engelmann genau richtig und beförderte den Ball zum umjubelten 3:2 (87.) über die Linie.

Nach dem Rückstand warfen die Preußen noch einmal alles nach vorne, forderten vergeblich einen Strafstoß (Trainer Sascha Hildmann sah wegen Reklamierens die Rote Karte), kamen aber sonst zu keiner klaren Torchance mehr. Fast hätte Simon Engelmann in der Nachspielzeit sogar noch einen weiteren Treffer erzielt. Auch so war der wertvolle Dreier jedoch unter Dach und Fach.

Viel Zeit zum Ausruhen bleibt jetzt nicht. Für die Rot-Weissen endet die zweite „englische Woche“ in dieser Saison bereits am Freitag, 17. September, 19.30 Uhr. Dann gastiert die U 23 des FC Schalke 04 zum Revierderby an die Hafenstraße.

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