Runde Zahl: 100. Borbecker Beiträge

Quelle und Fundgrube für Borbecker Geschichte(n)

0 28.04.2019

BORBECK. Mitglieder des Kultur-Historischen Vereins Borbeck e.V. (KHV) durften sich zum Wochenende wieder über Post freuen, die persönlich vorbei gebracht wird: Sie erhielten den Mitgliederbrief in den Briefkasten - wie seit nun 35 Jahren, zuverlässig, dreimal im Jahr, mit immer wieder spannenden Themen, Aufsätzen, Besprechungen. Seit 1987 erschien er unter dem Titel „BORBECKER BEITRÄGE“ (BB) und ab der 3. Nummer 1993 erhielt das Heft das heutige Format.

Die 100. Ausgabe 1/2019

Die aktuelle Ausgabe der „BB“ 35.Jg. 1/2019, wieder 36 Seiten stark, präsentiert sich nicht aufwändiger als die Vorgänger: Es sind kopierte DinA3-Seiten, die im Büro des KHV-Vorsitzenden Jürgen Becker hergestellt, per Hand gefaltet und zusammengelegt werden. Und doch – es mag den Herausgebern wohl entgangen sein – es ist die 100. Ausgabe!

Es mögen durchaus an die 3.000 Seiten sein, die insgesamt seitdem entstanden sind - mit Informationen prallgefüllte Seiten, die sich an eine eiserne Regel halten: Jeder Sachverhalt, jede Quelle ist mit Literaturangaben, soll belegt und zitierfähig sein. Einblicke für Nichtmitglieder gibt eine Seite auf der KHV-Homepage, die alle Ausgaben unter „BB-Archiv" in digitaler Form im PDF-Format bereithält – ein schier unerschöpfliches Archiv für Themen aus der Borbecker und regionalen Geschichte, zu Persönlichkeiten und Familien, zur Entwicklung von lokalem Handel, Gewerbe und Industrie, zu Literatur, Kunst, Umwelt und vielem mehr. Im „Aufsatzregister“ befinden sich die bereits erschienenen Aufsätze alphabetisch geordnet unter Angabe der Ausgabe, in der der Aufsatz erschienen ist.

Unerschöpfliches Archiv

Unermüdlicher Macher der Ausgaben ist die weitaus längste Zeit lang nun Andreas Koerner. Der ehemalige Leiter der Borbecker Stadtteilbibliothek schöpft aus einem unergründlich scheinenden Archiv, das vor vielen Jahren in der Alten Cuesterey ihr Zuhause gefunden hat. Hier sammelt sich bereits vieles aus Nachlässen und aus dem Besitz ehemaliger Vereine, es gibt zahlreiche Literatur und kopierte Dokumente aus vorhandenen Archiven. Doch zeugen die Beiträge auch von aufwändigen Recherchen, für die Quellen herangezogen wurden, die darüber hinaus gehen.

Aktuelle Ausgabe

Das zeigt auch die aktuelle Ausgabe, deren Hauptaufsatz dem Musiker Gustav Podehl (1895-1980) gilt. Eine Biographie, in die eine weitere hineingewoben ist: Denn sein Leben kreuzte ein nach Borbeck verschleppter junger russischer „Ostarbeiter“, der 1944 zum Bau eines Luftschutzbunkers an der Frintroper Straße abkommandiert war. Podehl gab Viktor Labusow Geigenunterricht und rettete sein Leben. Ihn hat Ernst Schmidt später bei einer Reise nach Borbeck interviewt, die Geschichte wurde von den Borbecker Nachrichten aufgegriffen und ein Schüler des Gymnasiums Borbeck beteiligte sich mit einem Beitrag für einen Schülerwettbewerb „Zwangsarbeit in Essen“.

Weitere Aufsätze in den Borbecker Beiträgen berichten über Stolpersteine in Borbeck, über Neuzugänge von Hanns Lücking für das Archiv in der Alten Cuesterey und über den kämpferischen Naturschützer Karl Oberkirch, der 1935/37 erfolgreich für die Unterschutzstellung der Westruper Heide eintrat. Berthold Prochaska, immer wieder mit vielen Beiträgen vertreten, schreibt über einen 1920 von der Borbecker Maschinenfabrik und -Gießerei in Bergeborbeck nach Wuppertal gelieferten Backofen, der immer noch im Betrieb ist, aber auch über die ehemalige Gaststätte Witte an der Flurstraße - das 1895 gebaute Haus am Düppenberg brannte 1970 aus.

Auf der Homepage des KHV heißt es: „Wenn man die Geschichte kennt, weiß man, dass die Zukunft stets voll Überraschungen steckt - hoffentlich erfreuliche.“ Die mehr als drei Jahrzehnte lange Arbeit für die BORBECKER BEITRÄGE ist bereits selbst eine Quelle für viele Geschichten aus der Geschichte. Die bislang erschienen Hefte zeigen, was das Leben der Menschen geprägt hat, vor allem aber die Menschen selbst, die ihre Zeit erlebt und gestaltet haben.

Dazu und zu vielen weiteren überraschenden Themen darf man den Herausgebern, Machern und Borbeck heute mal gratulieren.

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Borbecker Beiträge, Mitgliederbrief des Kultur-Historischen Vereins Borbeck e.V.
35. Jahrgang, Nr. 1 / 2019, Januar – Mai
Redaktion/Layout: Andreas Koerner, Germaniastraße 249,
45355 ESSEN-BORBECK, Tel. 0201/67 95 57, E-Mail: a koerner@gmx.de
herausgegeben vom Kultur-Historischen Verein Borbeck e.V.
Weidkamp 10, 45355 ESSEN-BORBECK, Tel. 0201 / 36 43 528
Vorsitzender: Jürgen Becker, Tel./FAX: 0201 / 670479
E-Mail: info@khv-borbeck.de
Internet: www.khv-borbeck.de



Kultur-Historischer Verein Borbeck e.V.

Weidkamp 10, Alte Cuesterey, 45355 Essen-Borbeck
Der Mindestjahresbeitrag beträgt 29,- Euro für Einzelmitglieder, 15,- Euro für Personen mit geringem Einkommen, 36,- Euro für Familien und 52,- Euro (oder gerne mehr) für Unternehmen usw.. Der Jahresbeitrag schließt den regelmäßigen Bezug der „Borbecker Beiträge" sowie die regelmäßigen Informationen über Vereinsveranstaltungen ein.
Beitragskonten:
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Spenden sind steuerabzugsfähig.

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