Ruhrverband: Warmer Winter

Winter an der Ruhr war überdurchschnittlich trocken und warm

0 12.03.2021

ESSEN. Der Winter 2020/21 war im Ruhreinzugsgebiet erneut trockener und wärmer als im langjährigen Mittel. Das haben die aktuellen Auswertungen des Ruhrverbandes (RVR) in Essen ergeben. Obwohl im Januar 14 Prozent mehr Niederschläge als üblich fielen, ergab sich für den Gesamtzeitraum ein Niederschlagsdefizit von 13 Prozent. Auch war der Winter mit einer mittleren Temperatur von 2,2 Grad auch 0,9 Grad wärmer als im Durchschnitt. Das bedeutet zwar Rang 30 unter den wärmsten Wintern der letzten 140 Jahre (so lange reichen die Aufzeichnungen zurück), ist aber immerhin weit entfernt von den 2,8 Grad Abweichung nach oben, die den Vorjahreswinter 2019/2020 zum zweitwärmsten je gemessenen Winter im Ruhreinzugsgebiet gemacht hatten.

Talsperren haben Wasserdefizit

Nach vielen Monaten mit unterdurchschnittlichen Niederschlägen im Sommer und Herbst 2020, in denen fast dauernd Zuschusspflicht zur Aufrechterhaltung der gesetzlichen Mindestabflüsse in der Ruhr bestand, war das Talsperrensystem des Ruhrverbands am 1. Dezember 2020 deutlich leerer als für die Jahreszeit üblich, nämlich bei nur 57 Prozent vom Vollstau. Gegenüber dem langjährigen Mittel zu Winterbeginn fehlte damit ein knappes Fünftel des Stauinhalts, in konkreten Zahlen ausgedrückt: Es fehlten rund 73 Millionen Kubikmeter Wasser – mehr als das Fassungsvolumen der Sorpetalsperre. Zwar konnte dank kontinuierlicher Niederschläge ab Mitte Dezember das Talsperrensystem bis Ende Februar um gut 126 Millionen Kubikmeter auf 83,7 Prozent vom Vollstau nach und nach aufgefüllt werden, doch das Defizit gegenüber dem langjährigen Mittel ließ sich nicht ganz aufholen. So startet das Talsperrensystem des Ruhrverbands mit einem für die Jahreszeit unterdurchschnittlichen Stauinhalt in den Frühling 2021.

Mit Wasser maßvoll umgehen

Auf die kommenden Monate sieht sich der Ruhrverband trotzdem gut vorbereitet, selbst wenn der Sommer 2021 ähnlich trocken verlaufen sollte wie in den vergangenen drei Jahren. Allerdings: Zu Frühlingsbeginn vor genau einem Jahr waren die Ruhrverbandstalsperren dank der üppigen Regenfälle im damaligen Februar um 42 Millionen Kubikmeter Wasser voller als in diesem Jahr und wurden dennoch über den Sommer und Herbst stark beansprucht. „In Zeiten des Klimawandels gilt es also auch weiterhin, mit den vorhandenen Wasservorräten sorgsam und maßvoll umzugehen“, so der RVR. (idr)

Bild oben: Auch in Gerschede war der Winter meist grün ...

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