Rot-Weisse Pokalhelden

Nervenkitzel-Geschichten von der Hafenstraße

0 01.03.2021

BORBECK. Ein „Sahnetag“ ist morgen gefragt. Fußball-Regionalligist Rot-Weiss Essen trifft am Mittwoch, 3. März, um 18.30 Uhr im DFB-Pokal auf den Zweitligisten Holstein Kiel - für RWE das erste Viertelfinale seit der Saison 1993/1994. Nach dem Sensationserfolg über Bayer Leverkusen (2:1) sowie den Siegen über Bundesligist Arminia Bielefeld (1:0) und Zweitligist Fortuna Düsseldorf (3:2) sind die RWE-Fans und Verantwortlichen mächtig gespannt. „Von Losglück kann aber nicht die Rede sein. Kiel ist eine Top-Mannschaft in der 2.Liga mit Ambitionen aufzusteigen“, erklärte RWE-Chef-Trainer Christian Neidhart nach der Auslosung. Auch der Vorstandsvorsitzende Marcus Uhlig warnt vor zu hohen Erwartungen und hält das eigene Team für den krassen Außenseiter: „Kiel ist eine Spitzenmannschaft der zweiten Liga, auch hier sind wir der Underdog und brauchen einen Sahnetag, um eine Chance zu haben.“

Doch tolle Geschichten gab es an der Bergeborbecker Hafenstraße genug – für uns Anlass, mal auf den Nervenkitzel und die Pokalhelden früherer Jahre zu schauen. Hier die Zusammenstellung von RWE-Vereinshistoriker Georg Schrepper für www.borbeck.de ...

1953

Rot-Weiss Essen gewann am 1. Mai 1953 als erster Verein nach dem Zweiten Weltkrieg das deutsche Pokalfinale und ist damit zugleich erster DFB-Pokalsieger. Die Tore beim 2:1 Erfolg über Alemannia Aachen im Düsseldorfer Rheinstadion erzielten Penny Islacker (33.) und Helmut Rahn (51.), der spätere Bundestrainer Jupp Derwall (56.) verkürzte zum 2:1.

RWE spielte mit: Herkenrath, Göbel, Köchling, Jahnel, Wewers, Wientjes, Rahn, Islacker, Gottschalk, Abromeit, Termath. Trainer: Hohmann

Als Trophäe gab es den Tschammer-Pokal, der von 1935 bis 1943 ausgetragen worden war. Der damalige Reichssportführer Hans von Tschammer und Osten hatte den Pokalwettbewerb nach Vorbild des englische FA-Cup ins Leben gerufen. Noch bis 1964 wurde die alte Trophäe dem DFB-Pokalsieger überreicht. Das ursprünglich darauf befindliche Hakenkreuz hatte man ganz einfach durch eine Platte mit dem DFB-Logo ersetzt. Auf den Pokal wurde dann auch der Vereinsname und das Logo von RWE eingestanzt. „Deutscher Fußball-Vereinspokal“ – Trophäe von 1935 bis 1964

Die erfolgreiche RWE-Pokalmannschaft 1953

1994

Als zukünftiger Drittligist nach einem umstrittenen Lizenzentzug war RWE am 14. Mai 1994 in Berlin erneut im DFB-Pokalfinale. Mit Trainer Otto Rehhagel stand bei Werder Bremen ein Essener Junge an der Seitenlinie, der sich nach einer furiosen zweiten Essener Halbzeit mit viel Glück über ein spätes 3:1 und den Sieg der Hanseaten freuen konnte. Doch auch wenn es zum erneuten Pokalsieg gegen den Bundesligisten nicht reichte, gewann RWE die Herzen der Zuschauer und es entstand eine bis heute andauernde Fanfreundschaft zwischen beiden Vereinen.

Für RWE kamen zum Einsatz: Kurth, Kügler, Jack, Pickenäcker (39. Geschlecht), Margref, Lipinski, Bangoura, Spyrka, Zedi, Reichert (49. Grein), Dondera. Trainer: Frank

Niederrheinpokalsieger

Außerdem können sich die Bergeborbecker über bisher zehn Endspielsiege im Niederrheinpokalfinale freuen, die zur Teilnahme an der Hauptrunde des DFB-Pokals berechtigten. Pokalhelden sind sicher die Spieler, die am 26. Mai 2011 den Niederrheinpokal gewannen: Lamczyk, Jasmund, Thamm, Wagner, Kuta, Lemke, Vennemann, Avci (83. Lehmann), Brauer (89. Dutschke, Enzmann (Lenz), Koep. Trainer: Wrobel. Nach der Insolvenz 2010 und der Zwangsversetzung in die NRW-Liga war Rot-Weiss Essen der direkte Wiederaufstieg gelungen und anschließend noch mit einem 1:0 Sieg über die SSVg Velbert der Pokaltriumph.

Der letzte Niederrheinpokalerfolg gelang RWE am 22. August 2020 mit einem 3:1 (1:0) Sieg gegen den Oberligisten 1. FC Kleve. Im Stadion Essen, in dem coronabedingt lediglich 300 Zuschauer Platz nehmen durften, sicherten Davari, Hahn, Grund, Behounek (77. Endres) , Heber, Plechaty, Conde, Kehl-Gómez, Kefkir (89. Dorow), Backszat (65. Platzek), Engelmann (89. Adetula), Trainer Neidhart bei der 14. Final-Teilnahme nicht nur den begehrten Titel, sondern buchten auch das Ticket für den DFB-Pokal 2020/21. Hier sorgte RWE bisher mit Siegen über Arminia Bielfeld (1:0), Fortuna Düsseldorf (3:2) und Bayer Leverkusen (2:1) für Furore.

Georg Schrepper

Niederrheinpokalsieger 2020

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