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0 07.07.2025
BORBECK. Gluthitze, Dauerregen, Dürre und Waldbrände, Hagelkörner und Überschwemmungen – die Wetterkapriolen unserer Zeit können auch für uns schwere Konsequenzen haben. Doch für die Menschen vor uns waren sie schlicht existenziell bedrohlich. In ihrer von Religion und Kirche geprägten Welt suchten und fanden sie Schutz und Hoffnung in ganz konkreten Sorgen des Alltags im Beistand der Heiligen - auch in Borbeck. Für das Gelingen von Saat und Ernte setzte man auf den heiligen Donatus, dessen Reliquien 1652 aus Rom in das Jesuitenkolleg nach Münstereifel gekommen waren.
Von dort kam seine Verehrung auch nach Essen: Auf Anordnung der Fürstäbtissin wurden 1767 im ganzen Stift Donatus-Andachten zur Abwendung aller schädlichen Ungewitter eingeführt - in Borbeck wurde er sogar zum zweiten Pfarrpatron. Der Katakomben- und Soldatenheilige aus der Frühzeit des römischen Christentums steht am 30. Juni auf dem kirchlichen Festkalender.
Heinz-Werner Kreul, der „Weidkämper", hat dazu die folgenden Texte und Bilder aus den Pfarrakten des Bistumsarchivs und eigenen Unterlagen zusammengestellt:
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Bild 1: Hochaltar von St. Dionysius aus dem Jahr 1915
Im Jahre 1769 wurde von Pastor Simon Verhoven, Pastor an St. Dionysius von 1751 bis 1793, der hl. Donatus als zweiter Schutzheiliger in der Gemeinde eingeführt. Am alten Hochaltar (Bild 1) von 1915 bis zu seiner Zerstörung am 15. Oktober 1944 stand eine Statue des hl. Donatus. Er ist der Schutzheilige gegen Hagel, Blitz und Donner. In der Bauernschaft Borbeck wurde er besonders verehrt.

Ausschnitt mit dem Hl. Donatus auf der rechten Seite des Hochaltars von St. Dionysius
Es gibt ein Donatusgebet (Bild 2) und auch ein Donatuslied (Bild 3).


1926 schrieb Rektor Pesch: „Wir haben als Kinder des öfteren mit großer Begeisterung das Donatuslied (Bild 3) gesungen, wenn am Nachmittag eines jeden Monates des dritten Sonntags in unserer alten Mutterpfarrkirche zum hl. Dionysius in Borbeck eine monatliche Andacht zu Ehren des hl. Donatus gehalten wurde.“

Auch heute noch werden wir jeden Sonntag, wenn das Geläut vom Turm der Dionysiuskirche erschallt, an den hl. Donatus erinnert. Die zweite große Glocke ist die Donatus-Glocke (Bild 4) mit der Inschrift: „Beschütze uns von Oben, wenn Blitz und Donner toben“.
Ein Donatuszimmer gibt es über der Sakristei und wurde von den Vereinen als Versammlungsraum benutzt. Es gibt auch eine Donatus-Statue (Bild 5). Diese hat eine wechselnde Geschichte, aufgeschrieben von Karola Kiewit, geb. Keinhörster, aus ihrem Familienarchiv (gefunden im Dionysius Archiv):
„Die Figur des hl. Donatus wurde vom Drechslermeister Johannes Heinrich Kreyenburg, geb. 14.9.1784 in Lembeck/Dorsten, gefertigt. Sein Sohn Heinrich Kreyenburg Schreinermeister, geb. 15.6.1834 in Lembeck, zog nach Borbeck und bekam von seinem Vater den hl. Donatus als Wegbegleiter in die neue Heimat mit. Sohn Karl Josef Kreyenburg Schreinermeister, geb. 13.7.1873 in Borbeck, beherbergte die Figur in seinem Haus Borbecker Str. 93 neben dem Borbecker Amtsgericht. Im 2. Weltkrieg schlug eine Brandbombe ein und das Inventar fiel den Flammen zum Opfer. Aus der Ruine seines Hauses rettete Karl Josef Kreyenburg den hl. Donatus, der unversehrt in den Trümmern lag. In der Übergangswohnung Stollbergstr. 25 stand die Figur im Wohnzimmer der Familie Kreyenburg. Das Haus in der Borbecker Str. 93 wurde 1957 wieder aufgebaut und der hl. Donatus mitgenommen. Tochter Hildegard Keinhörster, geb. Kreyenburg, nahm die Figur nach dem Tod ihrer Eltern mit in das Haus in der Borbecker Str. 167. Als das Haus wegen Sanierungsmaßnahmen in Borbeck im Jahr 1974 abgerissen wurde, schenkte sie die Statue Pastor Theben von St. Dionysius.“

Es war noch nicht alles, wo die Donatus-Statue war: Sie kam in die Bücherei der Gemeinde im Ludwig-Theben-Haus und stand dort von 1984 bis 1992 (Bild 6, unten).

Im Archiv war eine Notiz, dass die Statue auf dem Dachboden des Franziskus-Altenheims gefunden und dann im Eingangsbereich des Altenheims aufgestellt wurde - ab 1995? Eine andere Möglichkeit soll gewesen sein, dass die Statue in der Verwaltung des Philippusstiftes war - ab 1992? 1994 wurde die Statue in der Ausstellung „Feuer und Flamme“ im Gasometer Oberhausen ausgestellt. Nach der Ausstellung war die Statue wo? Seit 2010 ist sie im Schloß Borbeck in der Dauerausstellung zu sehen. Wichtig ist, dass die Statue des hl. Donatus in Borbeck ist.
Über die historische Geschichte des hl. Donatus kann man auf der Homepage des Kultur-Historischen-Verein Borbeck in den Borbecker Beiträgen 21, Jg. 3/2003 „Der heilige Donatus in Borbeck von Andreas Körner“ nachschlagen.
H.-W. Kreul
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