Philippusstift soll ambulantes Gesundheitsquartier werden

Contilia-Gruppe stellt Pläne vor

5 23.02.2019

BORBECK. Bereits seit Ende November 2018 kursieren sie in der Öffentlichkeit: Die Pläne der Contilia Gruppe zum Neubau des Marienhospitals auf dem Kirchengelände der Gemeinde St. Johann Baptist als zukünftig einzigem Krankenhaus im Essener Norden. Die Folgen der Zentralisierung für das Philippusstift und das Geriatrie-Zentrum Haus-Berge in Borbeck standen lange im Schatten der Auseinandersetzung um den mit dem Neubau verbundenen Kirchenabriss in Altenessen.

Jetzt hat die Contilia-Gruppe, die im Mai 2018 das Katholische Klinikum Essen mit seinen drei Krankenhausstandorten Marienhospital Altenessen, Philippusstift Borbeck und St. Vincenz-Krankenhaus Stoppenberg übernommen hatte, ihre Pläne für den kompletten Umbau der Krankenhauslandschaft im Essener Norden im Sozialausschuss der Stadt öffentlich vorgestellt.

Große Investitionen

Die geplanten Investitionen sind immens: 300 Millionen sollen, so ist Pressemeldungen zu entnehmen, in Altenessen in das neue Marienhospital mit 725 Betten und den Umbau des Philippusstifts, Vincenz-Krankenhauses und Elisabeth-Krankenhauses Haus-Berge zu medizinischen Standorten mit neuen Aufgaben fließen. Davon entfallen ab 2019 allein gut 20 Millionen Euro auf die Standorte Borbeck und Stoppenberg.

Im Borbecker Philippusstift hat der Umbau mit der Modernisierung der Station C2 bereits begonnen. Folgen soll der umfassende Ausbau der Chirurgie mit diversen Fachbereichen zu einem modernen chirurgischen Zentrum. Die Notfallpraxis und die Zentralnotaufnahme bleiben dauerhaft erhalten, so die Zusicherung der Contilia-Gruppe.

Der Borbecker Bürger- und Verkehrsverein hatte das Thema frühzeitig aufgegriffen und auf eine umfassende und transparente Information der Öffentlichkeit gedrängt. Denn es darf die umfassende Modernisierung im Philippusstift nicht darüber hinwegtäuschen, dass Borbeck mit dem Neubau in Altenessen ab 2025 sein letztes von ehemals vier Krankenhäusern verliert: Stationäre Betten sind in dem zukünftigen ambulanten Gesundheitsquartier nicht vorgesehen.

Fragen bleiben

Hier besteht in Borbeck die große Sorge, wie in Zukunft Patienten, die nach einem ambulanten Eingriff nicht sofort nach Hause entlassen werden können, die ortsnahe medizinische Nachbetreuung erhalten können. Ob diese Lücke durch die vorgesehene Einrichtung einer Kurzzeitpflege und ggf. auch Langzeitpflege im Haupthaus des Philippusstift ohne Umwege geschlossen werden kann, ist nicht allein eine Frage an die Contilia-Gruppe. Sie betrifft das Gesundheitswesen übergreifend. Auch die Verkehrsanbindung nach Altenessen, ob mit dem Auto oder mit dem ÖPNV, lässt zurzeit zu wünschen übrig.

Schließlich sind die mit den Plänen verbundenen baulichen Veränderungen rund um das Philippusstift für das Mittelzentrum Borbeck von Bedeutung. Für den Borbecker Bürger- und Verkehrsverein Grund, den Prozess im Dialog mit den Bürgern intensiv und kritisch zu begleiten, so wünschenswert eine Anpassung an langfristige medizinische Ansprüche für eine nachhaltige Gesundheitsversorgung im Essener Norden und Nordwesten auch ist.

Die Contilia-Gruppe hat den Dialog mit den betroffenen Stadtteilakteuren bereits aufgenommen und in Borbeck zu einer Informationsveranstaltung für interessierte Bürger am 27.02.2019 um 19 Uhr im Schloss Borbeck eingeladen. Der Borbecker Bürger- und Verkehrsverein wird das Thema im nächsten Bürgerdialog am 11. März erneut aufgreifen.

Susanne Asche

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Kommentare

Kommentar von Georg Paaßen |

Mit den Planungen treibt die Contilia die Spezialisierung und die Verkürzung von Liegezeiten deutlich voran. Auf die Frage: was tut die Contilia, um die pflegerische Versorgung zu Hause zu sichern?, gibt es nix Konkretes.

Kommentar von Georg Paaßen |

Klare Aussagen:
- Die Feuerwehr wird den Notarztstandort auf Dauer erhalten.
- Die Kassenärzt*innen wollen die Hausärztliche Notfallpraxis am Standort erhalten.

Kommentar von Georg Paaßen |

Heute gibt es gut 1000 KH Betten an den drei Standorten.
Das neu gebaute Marienhospital soll 725 Betten vorhalten.

Kommentar von Georg Paaßen |

Es gebe aus bürokratischen Gründen keine Möglichkeit, dass das KH, nach dem Bezug des neuen Marienhospital, noch eigene Leistungen in Borbeck anbieten wird.
Das kann nur von Arztpraxen gemacht werden.
Contilia stellte nur Räume zur Verfügung.

Kommentar von Georg Paaßen |

Die Krankenhausplanung werde in Düsseldorf gemeinsam fürd Essen, Mülheim und Oberhausen gemacht.
Da werde über das Ungleichgewicht zwischen Essen Nord und Essen Süd wenig nachgedacht.

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