Ostern: Glocken schlagen bundesweit

Bistum überträgt am Sonntag Ostergottesdienst

0 09.04.2020

GROSS-BORBECK. Festliches Geläute erklingt am Ostersonntag überall: In ganz NRW und auch in Borbeck werden um 9.30 Uhr alle Glocken der christlichen Kirchen eine Viertelstunde lang schlagen. Zusätzlich läuten die Glocken am Ostersonntag und Ostermontag um 11 Uhr in der Pfarrei St. Dionysius für das gemeinsame Gebet zu Hause. Ruhrbischof Dr. Franz-Josef Overbeck feiert die Messe am Sonntag, 12. April, um 10 Uhr in der 2013 völlig neu gestalteten Kirche der Mülheimer Akademie „Die Wolfsburg“. Übertragen wird die Messe auf der Bistums-Homepage sowie auf der Facebook-Seite des Ruhrbistums.

Alle sollen mitfeiern können

Angesichts der Corona-bedingten Absage aller öffentlichen Gottesdienste möchte das Ruhrbistum auf diese Weise möglichst vielen Gläubigen die Möglichkeit geben, einen Ostergottesdienst mitzufeiern. Musikalisch gestalten den Gottesdienst der Bischöfliche Beauftragte für die Kirchenmusik, Stefan Glaser, an der Orgel und der „Wolfsburg“-Dozent Matthias Keidel am Saxophon. Die Lesungen der Messe und die Fürbitten tragen Katholikinnen und Katholiken aus verschiedenen Orten des Bistums Essens sowie ein Bundeswehr-Soldat vor. Während der Messe werden diese Aufzeichnungen in den Livestream eingespielt.

Bedingungsloses „Ja zum Leben“

Gott zeige an Ostern, „dass er an seinem ,Ja‘ zum Leben bedingungslos festhält. Wir Menschen müssen aber das Unsere hinzutun“, erklärt der Ruhrbischof in seiner Osterbotschaft. Mit Blick auf die Herausforderungen durch die Corona-Krise mahnt er, die Kosten der Krise nicht einseitig Armen und Schwachen aufzubürden: Gerade jetzt sei ein tatkräftiges, solidarisches Miteinander in der Gesellschaft die Konsequenz aus der Osterfreude über die Auferstehung Jesu Christi. Overbeck verweist auf die Unterstützung für Arbeitslose, Hilfen für notleidende Unternehmen und „die Stärkung einer Politik, die sich solide und mit Sachverstand der großen Probleme annimmt und nicht verführbar ist durch platte Parolen und durch Angstszenarien, die Menschen ausgrenzen“.

Verteilungs- und Generationengerechtigkeit

Angesichts der großen Herausforderungen bleibe die Gesellschaft „nahe bei der Botschaft Jesu, wenn wir darauf achten, dass die Kosten der Krise, gerade im Blick auf die Verteilungsgerechtigkeit, nicht allein bei den Armen und Schwachen, den Arbeitslosen und den prekär Beschäftigten abgeladen werden. Und erst recht nicht bei denjenigen Beschäftigten, die derzeit die Funktionsfähigkeit unserer Gesellschaft sicherstellen“, fordert Bischof Overbeck und mahnt „ein waches Auge auf die Generationengerechtigkeit“ an. Die Kosten der Krise dürften „nicht allein auf die jüngeren Generationen abgeladen werden“. Es sei noch nicht lange her, dass „,Fridays for Future‘ bedeutsam gewesen sind“. Die Proteste seien ein Weckruf, so Overbeck: „Ökonomie, Ökologie und Soziales müssen im Rahmen eines gesellschaftlichen Konsenses neu zusammengedacht werden!“

Das „Evangelium vom Leben“ im Alltag verkünden

Ostern erinnere „an einen Gott, der solidarisch ist mit uns Menschen und uns zugleich zum Leben ermutigen will“, betont der Bischof und ermutigte die Gläubigen, dieses „Evangelium vom Leben“ in ihrem Alltag zu verkündigen. Christen lebten von der Zusage Gottes, dass sich die „Hingabe an neue Aufgaben im Vertrauen auf Gott lohnt. Das wird die Kraft sein, die wir Christen benötigen werden, um in dieser schwierigen Lage konstruktiv, helfend, heilend, solidarisch und menschennah zu arbeiten und so ein praktisches Zeugnis österlichen Glaubens zu geben.“ In der aktuellen Situation braucht es aus Overbecks Sicht vor allem „Mut zu Neuem, in welchen Ordnungen auch immer. Es braucht Zuversicht, Krisen aller Art überwinden zu wollen. Und es braucht dazu in österlichem Licht den Segen der Verheißungen Gottes, die größer sind und Kräftigeres bewirken, als es durch alle Ängste und Nöte für möglich gehalten wird.“ (Bistum Essen)

Bilder oben und unten: Das Auferstehungsfenster in der Pfarrkirche St. Dionysius, der Künstler Nikolaus Bette aus Bottrop zeigte Christus als kosmischen Todesüberwinder: Wie Jonas aus dem Maul des Walfischs (links unten) entstieg, fährt Jesus aus dem Reich der Toten auf. Der Stab in seiner Linken ist gekrönt mit einem Symbol für die Gestirne, das als Zeichen für die „Sonne der Gerechtigkeit" verstanden werden kann.

 

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