Oliver Kern fordert: Contilia-Gruppe soll den Verkauf des Katholischen Klinikums aussetzen

Landesregierung soll ferner weitere Zentralisierung von Krankenhuas-Standorten jetzt auf Eis legen

0 07.04.2020

ESSEN/BORBECK. Die Corona-Krise führt unser Gesundheitssystem an seine Grenzen – und teilweise über diese hinaus. Die SPD sagt dazu: "Diese Erfahrungen müssen nun zu einer umfassenden Neubetrachtung der Grundlagen für die medizinische Versorgung führen. Auch die Zukunft der Katholischen Kliniken Essen muss in diesem Lichte diskutiert werden."

Dazu erklärt Oliver Kern, OB-Kandidat der SPD Essen: „Die Beschäftigten in unseren Krankenhäusern gehen gerade bis weit über ihre Belastungsgrenzen, um die Corona-Epidemie in den Griff zu bekommen und Betroffene zu heilen. Diese Leistung kann nicht ausreichend wertgeschätzt, die Dankbarkeit für diesen Einsatz nicht groß genug sein. Mit Dank allein wird es jedoch nicht getan sein. Wir müssen nun zu einem Umdenken im Gesundheitssektor kommen: Die medizinische Versorgung muss raus aus der Marktlogik und zurück zu echter Daseinsvorsorge für alle. Das bedeutet unter anderem, dass etwaige Pläne des Landesgesundheitsministeriums zur weiteren Zentralisierung von Klinikstandorten jetzt dringend auf Eis gelegt werden müssen.“

Mit Blick auf die Lage in Essen ergänzt Kern: „Während viele gestern noch von Überkapazitäten und ihrem Abbau gesprochen haben, können wir heute dankbar für jedes Krankenbett sein, das uns zur Verfügung steht. Wir müssen nun dafür Sorge tragen, auch in Zukunft auf alle Eventualitäten reagieren zu können. Aktuell würde ich mich freuen, wenn die Contilia-Gruppe das Verfahren zum Verkauf der Katholischen Kliniken aussetzen würde, damit wir nach überstandener Krise gemeinsam eine Neubewertung vornehmen können. Ich bleibe dabei, dass auch ein stärkeres Engagement der Stadt mit Blick auf die Versorgung mit Krankenhausbetten kein Tabu sein darf. Jetzt erst recht nicht.“

Gerade jetzt zeige sich die Stärke der föderalen Struktur der Unikliniken, ohne deren Forschung und Labor-Diagnostik die Eindämmung des Coronavirus praktisch unmöglich sei: „Die Unikliniken leisten herausragende Arbeit an der Schnittstelle zwischen Forschung und Behandlung – und sie geben ihr Knowhow solidarisch an andere Kliniken und Ärzte weiter, da sie auf sicherer Finanzierungsgrundlage stehen. Sie können sich Solidarität leisten, von der wir alle profitieren. Dieser Grundsatz muss wieder für den gesamten Gesundheitssektor und die in ihm beschäftigten Menschen gelten. Denn die aktuelle Krise zeigt mehr denn je, dass ein Gesundheitssystem nicht auf Kante genäht sein darf,“ so Oliver Kern abschließend.

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