Ohne Gegentor: RWE punktet in Wiesbaden

Team von Trainer Uwe Koschinat erkämpft nach intensivem Duell auswärts ein 0:0.

0 30.08.2026

Rot-Weiss Essen ist nach dem hochverdienten 2:0-Erfolg gegen den FC St. Pauli in der ersten Runde des DFB-Pokals in der Liga-Realität angekommen. RWE fuhr am 3. Spieltag in der 3. Liga den ersten Auswärtszähler ein. Das Team von Trainer Uwe Koschinat holte beim SV Wehen Wiesbaden ein 0:0. Es war der erste torlose Vergleich beider Vereine. In den vorherigen sechs Aufeinandertreffen waren insgesamt 24 Treffer gefallen – bei einem Torverhältnis von 10:14 aus RWE-Sicht.

Vor 4329 Zuschauern lieferten die Rot-Weissen eine erste Halbzeit mit optischen Vorteilen ab. Vor allem die offensiv geführten Anfangsphase konnte das Koschinat-Team aber nicht in etwas Zählbares umsetzen. Im Laufe des zweiten Durchgangs verzeichneten die Gastgeber mehr Spielanteile. RWE-Kapitän Jakob Golz und seine Vorderleute blieben aber bis zum Ende erstmals im Jahr 2026 in einem Auswärtsspiel ohne Gegentor. Zuletzt war das Mitte Dezember 2025 beim SC Verl (0:0) gelungen.

"Punkt geht absolut in Ordnung"

„In der Kombination mit einem Spiel ohne Gegentor ist der Punkt absolut in Ordnung“, sagte Uwe Koschinat im Interview bei MagentaSport. „Auswärts geht es immer darum, Zähler einzusammeln, Stabilität auszustrahlen und das jeweils an der Hafenstraße zu vergolden. Das Spiel ist ein wenig symptomatisch für unseren Saisonstart. Wir sind auf einem guten Weg, einige Dinge müssen sich mit mehr Überzeugung aber noch festigen. Es geht darum, eine gute Mischung aus Stabilität und Mut zu finden. Die hatten wir in der ersten Halbzeit in einem hohen Maße. Ehrlicherweise hätten wir gegen Ende bei der Wucht, die der SV Wehen Wiesbaden auf den Platz gebracht hat, das Spiel aber auch verlieren können. Es gehört zur Entwicklung dazu, auch mal sagen zu können: Wir sind stabil aufgetreten, haben noch Verbesserungspotenzial, konnten aber etwas Zählbares mitnehmen.“

RWE-Trainer Uwe Koschinat sah nach dem 2:0-Coup in der ersten Runde des DFB-Pokals gegen den Bundesliga-Absteiger FC St. Pauli keinen Grund für Veränderungen. Dadurch lief in Wiesbaden dieselbe Anfangsformation auf.

Vor Torhüter und Kapitän Jakob Golz verteidigte damit in der Abwehr wieder eine Viererkette mit – von rechts nach links – Jannik Hofmann, Ben Hüning Max Geschwill und Franci Bouébari. Im zentralen Mittelfeld zogen Janne Sietan und Tony Menzel die Fäden. Die offensive Dreierreihe bildeten Marvin Obuz, Semir Telalovic und Noah Pesch. Sie unterstützten Mittelstürmer Marek Janssen. Auch der Kader blieb unverändert. Verletzungsbedingt fehlte lediglich Außenverteidiger Michael Kostka, der noch an den Folgen einer Oberschenkelzerrung laboriert.

Mehr Spielanteile in Halbzeit eins

Schon nach wenigen Sekunden musste RWE-Torhüter Jakob Golz erstmals zupacken. Der Fernschuss von Ibrahim Ati Allah war aber kein Problem. Enger wurde es auf der Gegenseite. Ein Klärungsversuch von Justin Janitzek nach einer Hereingabe von der rechten Seite landete am eigenen Außennetz. Die Ecke brachte aber nichts ein. Nach einem Fehlpass im Spielaufbau landete der Ball bei Noah Pesch, dessen sehenswerter Schuss nur knapp am Tor vorbei flog.

Auch bei der nächsten RWE-Chance fehlte nicht viel. Eine Halbfeldflanke von Marvin Obuz traf Semir Telalovic mit seinem Flugkopfball nicht optimal, der Ball ging am Tor vorbei. Das Tempo blieb in dieser Phase hoch. Nach einem Dribbling am rechten Strafraumeck zielte Lukas Schleimer nur knapp über das Essener Tor. In der Folge stellten sich beide Defensivreihen besser auf die Angriffsbemühungen des Gegners ein. Weitere klare Möglichkeiten blieben zunächst aus.

Die Rot-Weissen verzeichneten bis zur Halbzeitpause mehr Ballbesitz, gefährlich wurde es vor allem nach Standardsituationen. Eine Kopfballablage von Marek Janssen nach einem Freistoß erreichte keinen Mitspieler. Eine erneute Hereingabe nach einer zunächst abgewehrten Ecke konnte SVWW-Torhüter Florian Stritzel vor den Essener Angreifern klären. Ein Kopfball von Noah Pesch aus spitzem Winkel stellte Schlussmann Stritzel vor keine Probleme. Kurz vor Schluss des ersten Durchgangs war auch die RWE-Defensive noch einmal gefordert. Ibrahim Ati Allah konnte im Strafraum noch am Abschluss gehindert werden. Es ging torlos in die Pause.

Golz muss mehrmals eingreifen

Den zweiten Durchgang nahm der SV Wehen Wiesbaden mit einer personellen Veränderung in Angriff. Ibrahim Ati Allah wurde durch Robin Kalem ersetzt. Der erste Abschluss nach der Pause gehörte RWE. Der Versuch von Marek Janssen geriet aber zu unplatziert. Auch die Gastgeber meldeten sich mit einer Offensivaktion an. Nach einer Flanke von Fabian Greilinger köpfte Moritz Flotho am Essener Tor vorbei. Kurz darauf behauptete sich Marcus Müller im Laufduell mit Ben Hüning, sein Schuss stellte Jakob Golz aber nicht vor große Aufgaben.

Nach nicht ganz einer Stunde wechselten die Hausherren erneut. Der erst in dieser Woche verpflichtete Roberto Massimo kam für Lukas Schleimer in die Begegnung. Und der Neue sorgte direkt für Torgefahr. In einer Szene war Massimo schneller als Franci Bouébari. Den kraftvollen Abschluss konnte Jakob Golz aber zur Ecke lenken. Einige Minuten später sorgte der RWE-Schlussmann für eine Schrecksekunde. Essens Nummer eins schoss außerhalb des Strafraums seinen Gegenspieler Marcus Müller an, konnte die Situation im letzten Moment aber noch selbst bereinigen.

Kurz darauf nahm RWE-Trainer Uwe Koschinat die ersten Wechsel vor. Jaka Cuber Potocnik und Dickson Abiama kamen für Marek Janssen und Marvin Obuz. Für die nächste torgefährliche Szene sorgte aber der SV Wehen Wiesbaden. Nach einer Flanke von Robin Kalem konnten Janne Sietan und Max Geschwill SVWW-Stürmer Moritz Flotho noch entscheidend beim Abschluss stören. Für die letzte reguläre Viertelstunde brachten beide Teams weitere frische Kräfte. Bei Wiesbaden gab Kapitän Florian Hübner für Jordy Gillekens sein Comeback nach einer Verletzungspause. Auf Seiten der Rot-Weissen wurde Noah Pesch von Lucas Brumme ersetzt.

Brumme-Freistoß setzt den Schlusspunkt

In dieser Phase gehörte die Mehrzahl der Tormöglichkeiten weiterhin dem SV Wehen Wiesbaden. Nach einer weiten Hereingabe von Ben Nink köpfte Robin Kalem ans Außennetz. Einen Fehlpass von Tony Menzel fing Robin Kalem ab, der direkt auf das Tor schoss. Der zunächst aufgerückte Jakob Golz erreichte den hohen Schuss aber noch rechtzeitig. Eine Freistoßflanke von Tarik Gözüsirin klärte Golz mit der Faust noch zur Ecke. Uwe Koschinat reagierte mit zwei weiteren Wechseln. Ekin Celebi und Ruben Reisig kamen für Semir Telalovic und Franci Bouébari in die Begegnung.

Kurz darauf war Jakob Golz erneut zum Eingreifen gezwungen. Einen Kopfball von Moritz Flotho konnte der RWE-Schlussmann im letzten Moment zur Seite abwehren. In der Nachspielzeit ergab sich für die Rot-Weissen noch einmal eine aussichtsreiche Freistoßsituation. Den guten Versuch von Lucas Brumme an seiner früheren Wirkungsstätte konnte sein ehemaliger SVWW-Mitspieler Florian Stritzel aber festhalten. Wenige Augenblicke später war Schluss.

Heimspiel-Doppelpack an der Hafenstraße

Nach dem Gastspiel in Wiesbaden wartet auf RWE ein Heimspiel-Doppelpack. Nacheinander gastieren der FC Viktoria Köln (Samstag, 5. September, 16.30 Uhr) und Aufsteiger FC Würzburger Kickers (Samstag, 12. September, 14 Uhr) im Stadion an der Hafenstraße.

Das Duell mit den Unterfranken ist gleichzeitig auch der Auftakt zu einer Englischen Woche in der 3. Liga. Bereits am Mittwoch, 16. September, ab 19 Uhr sind die Rot-Weissen beim SV Waldhof Mannheim zu Gast. Mit dem folgenden Heimspiel gegen den FC Hansa Rostock (Sonntag, 20. September, 13.30 Uhr) verabschiedet sich das Koschinat-Team dann in die erste Länderspielpause der neuen Saison.

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