Lise-Meitner-Gymnasium Borbeck startet mit neuem Namen und neuem Konzept

1 09.09.2026

Essen-Borbeck – Mit einer symbolträchtigen Aktion schloss die MGB-Schülerschaft das Kapitel Mädchengymnasiums Essen-Borbeck und blickt mit Zuversicht als Lise-Meitner-Gymnasium Borbeck in die Zukunft. Beim Festakt zur Namensänderung am Mittwoch stellten Schülerinnen zunächst die alte Abkürzung „MGB“ dar. Anschließend bildeten sie gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern der 5. Klassen den neuen Schriftzug „LISE“. Bunte Ballons, die anschließend in den Himmel stiegen, machten den Aufbruch in einen neuen Abschnitt sichtbar.

Mit diesem Schuljahr hat das ehemalige Mädchengymnasium zum ersten Mal knapp 60 Jungen aufgenommen.  Diese Öffnung hatte zur Namensänderung geführt. Der neue Name steht für einen wichtigen Schritt in die Zukunft – und zugleich für die Verbundenheit mit der Geschichte und den Werten der Schule.

„Wir haben ein gutes Fundament, auf das wir aufbauen können“, sagte Schülerin Jeannie Zawierucha, die zusammen mit Änna Hääl den Festakt moderierte, bei dem viele Ehrengäste neben Oberbürgermeister Thomas Kufen anwesend waren.

Auch Schulleiterin Jutta Reimann schaut selbstbewusst auf den neuen Abschnitt. Das Kollegium habe im vergangenen Jahr unglaubliches in Bewegung gebracht. Neben der Aufnahme von Jungen wird die Schule ab der Klasse 5 zu einem Ganztagsgymnasium. Reimann freute sich, dass die Schule mit Lise Meitner einen Frauennamen tragen werde. Für diesen Namen war mit breiter Mehrheit innerhalb der Schulgemeinschaft gestimmt worden. Die Schulleiterin stellte Meitner als beeindruckendes Beispiel für wissenschaftliche Neugier, Beharrlichkeit und den Mut, eigene Wege zu gehen, vor. Meitner habe herausragende Forschungsergebnisse mit Otto Hahn erarbeitet, sei dann aber bei der Nobelpreisvergabe übergangen worden. Darüber hinaus hob Reimann in ihrer Festrede hervor, dass das bestehende Schulklima als freundliche, familiäre Schule erhalten bleiben soll.

Der Oberbürgermeister betonte: „Das Gymnasium ist eine gute Schule.“ Er ermutigte die Schulgemeinschaft angesichts der Veränderungen bestehende Werte weiterzutragen, um damit auch Jungen in ihrer Einstellung zu verändern. Als Europaschule solle das Lise-Meitner-Gymnasium mit einer bunten und vielfältigen Schülerschaft den europäischen Gedanken verbreiten.

Neben den Festreden lieferten die Schülerinnen ein kulturelles Rahmenprogramm. Der Oberstufenchor „Die Sirenen“ präsentierte „Story of my life“, während Lises Jazz Club mit „Clockwork“ bei ihrem ersten Auftritt das Publikum gekonnt unterhielt. In einem Poetry Slam zum Neuanfang hoben Schülerinnen Ceren Gülen und Sena Alis hervor, dass durch neue Gedanken und Perspektiven etwas Gutes noch größer werden könne. Damit strahlten die beiden Schülerinnen auch das Selbstbewusstsein aus, mit dem das Lise-Meitner-Gymnasium in die Zukunft schaut.

Text: LMG Sebastian Timpe
Fotos: Stadt Essen und LMG

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Kommentare

Kommentar von Theo Meine |

Das ist eine wirklich gut und passende Namesgebung. Aber die offizielle Bekanntmachung der Stadt Essen ist etwas weichgespült.
Lise Meitner wurde 1926 die erste deutsche Professorin für Physik. Sie hat die Kernspaltung erforscht, entdeckt, zusammen mit Otto Hahn. Sie wurde dafür 46 mal - wie ich gelesen habe - für den Nobelpreis vorgeschlagen. Bekommen hat ihn nur Otto Hahn, ein Mann und nicht jüdisch.
Nach meinen Informationen hat die erste Direktorin des MGB, Frau Dr. Lösung,, bereits diesen Namen für das Gymnasium gewünscht.
Ich freue mich sehr, dass in Borbeck dieser Frau jetzt ein Denkmal gesetzt wird.

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