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0 28.05.2026
BORBECK. Am Freitag, 12. Juni, 19 Uhr erinnert die vielfach ausgezeichnete Schauspielerin Patricia Litten in ihrer konzertanten Lesung an den 1938 im Konzentrationslager Dachau gestorbenen Rechtsanwalt Hans Litten.
Hans Litten, ein junger, engagierter Jurist, machte sich früh als Gegner des nationalsozialistischen Regimes und „Anwalt des Proletariats“ einen Namen. 1931 wagte er es, Adolf Hitler in Berlin nicht nur in den Zeugenstand zu holen, sondern ihn vorzuführen. Durch die Fragen des Strafverteidigers in die Enge getrieben, verstrickte sich Hitler unter Eid in Lügen und beschimpfte Hans Litten wütend. Diese Demütigung hat Hitler ihm nie verziehen. Noch in der Nacht des Reichstagsbrandes wurde Hans Litten verhaftet.
Seit dem Tag der Verhaftung hatte seine Mutter, Irmgard Litten, alles unternommen, um ihren Sohn aus den Fängen der Nationalsozialisten zu befreien. Ohne Erfolg: Nach fünf Jahren Folter in verschiedenen Gefängnissen und Konzentrationslagern nahm sich Hans Litten am 5. Februar 1938 im KZ Dachau das Leben.
Patricia Litten, Enkelin Irmgard Littens und Nichte Hans Littens, trägt diese Familiengeschichte mit großer persönlicher Tiefe vor. Musikalisch begleitet wird die Lesung von der Cellistin Birgit Saemann, deren Spiel die emotionale Wucht der Texte noch einmal unterstreicht. Ergänzende Bildprojektionen lassen die Texte dieses von Irmgard Litten 1938 im Exil geschriebenen Buches „Eine Mutter kämpft gegen Hitler“ noch intensiver erfahrbar werden.
Karten zu dieser konzertanten Lesung gibt es ab sofort im Schloss Borbeck, Schlossplatz 1, 45355 Essen, Tel. (0201) 88 44 219 oder per Mail: kulturzentrum@schlossborbeck.essen.de.

© Foto: Barbara Dietl
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