Leitplanung für Spielplätze vorgestellt

Bedarf gibt es auch im Stadtbezirk IV

0 06.10.2021

BORBECK / ESSEN. In Sachen Spielplätze gibt es noch einiges zu tun in der Stadt. Auch im größten Stadtbezirk IV. Das geht aus einer Untersuchung hervor, die Grün und Gruga Essen 2020 für die derzeit 419 öffentlichen Spielplätze vorgenommen hat. Durch eine „Spielraumleitplanung“ soll in Zukunft der  Bedarf für Spielplätze, Ballspielflächen und Sonderangebote wie Skateanlagen oder Fitnesselemente ermittelt werden. Zudem sollen zukünftige Planungen und Investitionen besser gesteuert werden können. Die Analyse wurde am Dienstag, 05.10., mit Handlungsempfehlungen im Ausschuss für Umwelt, Klima und Verbraucherschutz vorgestellt. Sie sollen vom Rat der Stadt Essen in seiner Dezembersitzung beschlossen werden.

Unterversorgung in der Qualität

Zentrale Merkmale der Planung sind Versorgungsquote, Erreichbarkeit, Qualität und Kinderarmut, aber auch die Bewertung von Vielfalt, Sicherheit und Sauberkeit. Danach haben 30 Stadtteile ausreichend Spielplätze, in 20 liegt eine Unterversorgung vor. Die beste Spielplatzqualität weist der Stadtbezirk II auf, in den Stadtbezirken IV und VI ist der Bedarf hingegen mit 51 Prozent bzw. 48 Prozent der Spielplätze hoch oder sehr hoch. Hier soll nach der Analyse die Investitionsplanung ansetzen: Der höchste quantitative Bedarf mit Spielflächen besteht in den Stadtteilen Rüttenscheid, Holsterhausen und Südviertel. Die höchste Priorisierung zur Verbesserung der qualitativen Spielraumsituation erhalten Stadtteile, in denen die Hälfte und mehr der Spielplätze eines Stadtteils mit einem hohen oder sehr hohen Handlungsbedarf bewertet sind, z.B. in Dellwig und in Schonnebeck.

Doch so schnell wird das offensichtlich nicht geschehen: „Um einen zeitnahen Beitrag zu leisten, werden im Rahmen der nächsten fünf Jahre die unterversorgten Stadtteile in der Auswahl zur Generalsanierung besonders berücksichtigt“, heißt es in der Mitteilung der Stadt. Priorisiert würden unterversorgte Stadtteile mit hoher Bebauungsdichte, hohen Einwohnerzahlen und Kinderarmut. Unter den aktuellen Projekten ist aber keines im Stadtbezirk IV aufgeführt.

Eine Frage des Geldes

Bislang stehen jährlich Haushaltsmittel in Höhe von 1,75 Mio. Euro für die Instandsetzung und Sanierung von Spielplätzen bereit. Dauerhaft benötigt aber würden nach der Berechnung von Grün und Gruga 3,9 Millionen Euro pro Jahr, um die in der Spielraumleitplanung erarbeiteten Ziele in Bezug u.a. auf die Qualität der Spielplätze, dem Versorgungsgrad und der Erreichbarkeit in den Stadtteilen zu erreichen. Auch würden zusätzliche Kräfte benötigt, die die Planungen umsetzen, aber gleichzeitig auch sicherstellen, dass die Spielraumleitplanung fortgeschrieben wird. „Spielplätze sind in einer Großstadt wie Essen besonders wichtig für die gesunde seelische und körperliche Entwicklung der Kinder“, erklärte Simone Raskob, Umwelt-, Verkehr- und Sportdezernentin der Stadt. „Deshalb ist es die Aufgabe der Verwaltung, dem stadtweiten Bedarf nach Spielplatzfläche und Spielplatzqualität nachzukommen. Wir können nun eine umfangreiche und qualitative Planung vorlegen, mit der wir die Spielplatzsituation in den kommenden Jahren deutlich verbessern können."

Foto oben: KNSY / Grün und GruGa Essen

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