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0 03.05.2026
BORBECK. Ein Traditionsfest feierte am 2. Mai die Kolpingfamilie Borbeck: Am Samstagabend versammelten sich die Mitglieder zur Messe in St. Dionysius und zum anschließenden Josefschutzfest im Dionysiushaus. Eigens war in der Kirche eine Statue des Zimmermanns aus Nazareth neben dem Altar aufgestellt worden, Kolpingpräses Pfarrer Benedikt Ogrodowczyk stellte dessen Leben, Glaubenszeugnis und Botschaft für heute in den Mittelpunkt seiner Predigt.
„Josef der Arbeiter" - in der Dionysiuskirche eigens aufgestellt, Fotos: Wilhelm Hartmann
Für das Fest im Dionysiushaus hatte man das geschnitzte Bild von Adolph Kolping aus dem Fundus geholt. Mit einem geistlichen Impuls, vielen Gesprächen, gemeinschaftlichen Liedern und einem großen Büffet erwarteten rund 40 fröhlich tagende Kolpinggeschwister aus Borbeck und Dellwig auch den anhaltenden Regen, der langsam aus dem Westen schließlich über den Kirchplatz zog. Eine endlich nachgeholte Ehrung gab es für Marianne Wagner: Sie wurde mit Urkunde für 40-jährige Mitgliedschaft im Internationalen Kolpingwerk ausgezeichnet.

Als Adolph Kolping 1849 den Kölner Gesellenverein gründete, machte der gelernte Schumacher und Priester den von ihm sehr verehrten Hl. Josef zum Schutzpatron seines neuen Handwerkerbundes. Auch die erste Generalversammlung des „Rheinischen Gesellenbundes“, der sich bald mit großer Geschwindigkeit als Katholischer Gesellenverein in allen deutschsprachigen und angrenzenden Ländern ausbreiten sollte, übernahm 1850 das Patronat. Seitdem ist Josef der Schutzpatron aller Kolpingsfamilien weltweit.
Schon für Adolph Kolping selbst galt der mit Säge und Beil dargestellte „Nährvater Jesu“ als Vorbild für die Handwerker und Arbeiter. Von 1847 bis 1955 gab es im Messbuch das „Schutzfest des hl. Josef“ und 1870 ernannte ihn Papst Pius IX. zum Patron der universalen Kirche. Die gewachsene Popularität griffen auch weitere Päpste auf: Der „Arbeiterpapst“ Leo XIII. hob die Verehrung Josefs 1889 mit einer Enzyklika hervor, Pius XI. widmete Josef 1937 eine weitere Enzyklika. Papst Pius XII. führte 1955 zudem neben dem eigentlichen Gedenktag am 19. März einen zweiten Gedenktag „Josef der Arbeiter“ ein und forderte, dass „alle die Würde der menschlichen Arbeit anerkennen, und dass dies sowohl das gesellschaftliche Leben wie die Gesetze inspiriere." Der Festtag wurde auf den weltweit begangenen „Tag der Arbeit“ am 1. Mai gelegt, den die 1861 gegründete Borbecker Kolpingfamilie rund um diesen Termin als „Josefschutzfest“ feiert.
Dem hl. Josef wurden im 20. Jahrhunderts mehr Kirchen als irgendeinem anderen Heiligen geweiht. Ein Beispiel in Borbeck ist die St. Josefs-Kirche in Frintrop, für deren Bau sich 1864 ein Kirchbaukomitee gründete. Ende Mai 1874 erteilte der Kölner Generalvikar die Genehmigung zur Einweihung der Kirche, die durch den Kulturkampf zwischen Staat und Katholischer Kirche aber erst am 14. Oktober 1877 feierlich begangen werden konnte. Das Jubiläum in Frintrop soll im kommenden Jahr unter dem Motto „Kirche wie schön - 150 Jahre St. Josef 2027“ gefeiert werden.


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