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0 04.06.2025
BORBECK / ESSEN. 150 Wirtschaftsvertreter und Politiker aus dem Ruhrgebiet tagten am Mittwoch, 6. Juni 2025, beim Kongress zur Zukunft des Ruhrgebiets auf Zeche Zollverein. Dabei übte der Essener Oberbürgermeister Thomas Kufen deutliche Kritik an der Zusammenarbeit im Ruhrgebiet: Noch immer ziehe die Region mit ihren 5,1 Millionen Menschen und 53 Städten nicht an einem Strang. „Unsere Herausforderungen machen nicht an den Stadtgrenzen halt. Aber es gibt immer noch zu viele Gartenzäune im Ruhrgebiet“, sagte Kufen in seinem Statement zu den Perspektiven der Metropole Ruhr. „Wir müssen uns austauschen, damit diese Region ihre besten Tage nicht hinter sich, sondern vor sich hat!“
Frank Dudda, Oberbürgermeister von Herne und Chef des Regionalverbands Ruhr (RVR), plädierte zugleich dafür, nicht nur die Verluste zu beklagen. Das Ziel, die grünste Industrieregion der Welt zu werden, biete den Unternehmen an Ruhr und Emscher die Chance, grüne Technologien für die Regionen in der Welt zu entwickeln, die schon heute unter dem Klimawandel leiden. „Wir müssen uns anschauen, was in heißen Regionen der Welt nicht funktioniert, das sind dann unsere Entwicklungsaufgaben.“ Große Hoffnungen setzt Dudda dabei in Fördermittel der EU aus den Förderprogrammen für die Regionen. Am 1. Oktober dieses Jahres werde das Ruhrgebiet in einem Gespräch mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen ein Zukunftsprogramm für das Ruhrgebiet präsentieren. „Wir wollen in Brüssel zeigen, dass wir keine Lame Duck sind.“
IGA-Chef Horst Fischer kündigte an, dass die Internationale Garten-Ausstellung 2027 fast alle geplanten Projekte im Ruhrgebiet realisieren könne. Nach den finanziellen Engpässen habe dies die Finanzspritze von 12 Millionen Euro durch das Land NRW möglich gemacht. Allerdings habe man Einsparungen vornehmen müssen. „Aufgrund der stark gestiegenen Inflation mussten wir die Projekte komprimieren. Das war sehr bitter“, so Fischer. Nicht realisiert werden aus Kosten- und Zeitgründen die Projekte am Datteln-Hamm-Kanal in Bergkamen. Auch einige Gärtenprojekte würden nicht realisiert. Ehrgeizig sei der Eröffnungstermin 23. April 2027. „Der treibt mir Schweißperlen auf die Stirn“, so Fischer.

Veranstaltet wurde der Kongress unter dem Motto „Neue Entwicklungen in der Metropole Ruhr: Transformation industrieller Landschaft zu lebenswertem Kulturraum“ durch den an der Heinz-Bäcker-Straße ansässigen Landschaftsbauer Knappmann, der alle zwei Jahre zu diesem Meinungsaustausch über die Zukunft der Region einlädt. Das Familienunternehmen mit Standort in Essen und dem rheinischen Rommerskirchen wurde 1960 gegründet und hat inzwischen 190 Mitarbeiter. Spezialisiert ist das Unternehmen darauf, große Flächen zu renaturieren oder neu anzulegen.
So wirkte es bei der Neugestaltung der Zechengelände in Duisburg, Neukirchen-Vluyn und Herten und der versiegelten Freiflächen im alten Opel-Werk in Bochum mit. Hohe Ansprüche erfüllte der Landschaftsbauer auch bei den Projekten für die Landesgartenschau 2020 in Kamp-Lintfort sowie die kommende Internationale Gartenausstellung IGA 2027, die erstmals im Ruhrgebiet stattfindet. Bereits umgesetzt hat Knappmann für die IGA den 4,5 Hektar großen RheinPark in Duisburg auf dem Gelände des früheren Acelor-Mittal-Stahlwerks. Auch an der Gestaltung der Flächen für die Landesgartenschau NRW im Jahr 2026 in Neuss wirkt Knappmann mit. (s-press-medien)
cb / Bilder: Axel Mörer

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