Kinderfreuden: Zirkus war zu Gast in der Traugott-Weise-Schule

0 03.11.2022

BORBECK. Popcornduft und Bratwurstgeruch, Zirkusmusik, ein großes Zelt und bunte Luftballons: Wer mit feiner Nase, offenen Ohren und Augen zuletzt die Wüstenhöferstraße entlanggelaufen ist, dem wird es nicht entgangen sein: Der Zirkus war zu Gast in der Traugott-Weise-Schule! Bereits zum fünften Mal hatte die Förderschule mit dem Schwerpunkt Geistige Entwicklung den „Circus Gerhard Sperlich“ gebucht, um eine Projektwoche auf die Beine zu stellen, in der die Schülerinnen und Schüler Zirkusluft schnuppern konnten.

Mit einer stimmungsvollen Show waren die Kinder und das Kollegium in die Projektwoche gestartet. Drei Generationen der Familie Sperlich präsentierten im Zelt auf dem Schulhof ihr Können: Zirkuschefin Florina Sperlich, die mit ihren Zaubertricks das Publikum in Erstaunen versetzte, ihre Tochter Edwina und Enkel Giorgio, die als Clowns für die Lacher im Zelt sorgten und auch Anthony und Aliyah Sperlich, mit ihrer atemberaubenden Akrobatik über den Köpfen der Zuschauer, zogen die Schülerinnen und Schüler in den Zirkusbann.  

Drei Tage verbrachten die jungen Nachwuchsartisten dann damit, ihre Kunststücke und Nummern zu üben. Und da war viel Konzentration und Vertrauen gefordert, zum Beispiel als Seiltänzerin. Primarstufenschülerin Ekhlas hat im Schulalltag noch Probleme damit, sich über einen langen Zeitraum zu konzentrieren. An der Hand von Angelina Sperlich, schafft sie es jedoch, erst unsicher, dann immer mutiger, auf dem 60 cm hohen Seil zu balancieren. Eine tolle Leistung für die 6-Jährige. Bei allen Schülerinnen und Schülern war zu spüren, dass sie in dieser Woche über sich hinausgewachsen sind.

So auch Gianluca und Luca, die unter der fachkundigen Anleitung von Robert Sperlich in der Sporthalle mit ihren Mitschülerinnen und Mitschülern Akrobatik trainierten. In atemberaubendem Tempo bauten die Kinder und Jugendlichen sich zu mehrstöckigen Pyramiden auf. Mutig mussten auch die Fakire sein, denn schließlich sollten sie über echte Scherben laufen, sich auf ein Nagelbrett legen oder sich auf ein Spiel mit echtem Feuer einlassen. Nicht weniger aufregend ging es bei den Schwarzlicht-Jongleuren zu, die mit Mathias Sperlich die Choreografien einstudierten und sich dann zum ersten Mal in das fast unbeleuchtete Zelt trauen mussten. Viel Musik und „Party“ gab es bei den Clowns – aber auch „Die Erfindung des Wahrheitswassers“ probten die Akteure, um den Zuschauern später Lacher zu entlocken.

Am Freitag dann stand die erste der vier Aufführungen an. Die Nervosität bei den jungen Artisten war deutlich zu spüren, schließlich saßen Eltern, Ehrengäste, ehemalige Schüler und Lehrer, Freunde und Bekannte im Publikum und waren gespannt, was ihnen in der Manege geboten würde.

Enttäuscht wurde niemand. Mit rasendem Beifall wurden die Schüler für ihre Arbeit in der Projektwoche belohnt. „Das ist wunderbar und macht mich sprachlos“, freute sich Elternpflegschaftsvorsitzende Monika Ziegelowska. „Alle Schüler machen mit, egal welche Beeinträchtigung sie haben – einmalig“. Zum Glück habe das Zirkusprojekt nach der langen Coronazeit endlich stattfinden können, so Ziegelowska, die dem engagierten Kollegium der Traugott-Weise-Schule für die Planung dankte. Rund 800 Zuschauer insgesamt hat das Projekt ins Zirkuszelt gelockt, die von Helfern aus dem Elternkreis und dem Personal der TWS mit Bratwurst, Waffeln oder Getränken versorgt wurden.

Als dann nach der vierten Vorstellung am Samstag die Lichter im Zirkuszelt ausgingen und zum letzten Mal die Weltkugel zu Michael Jacksons „Earth Song“ durch die Manege schwebte, war sie dann vorbei, die Zirkuszeit an der Traugott-Weise-Schule. Doch die Erfahrungen und das Selbstbewusstsein, dass die Schülerinnen und Schüler durch dieses Projekt gewonnen haben, wird weiter in ihnen leben.

Christof Bente

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