Karfreitag: Einsatz für die Menschenwürde

Kreuzweg mit Bischof Franz-Josef Overbeck auf Halde Haniel

0 01.04.2026

BOTTROP. In einer Welt voller politischer, gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Umbrüche ruft Bischof Franz-Josef Overbeck zum Karfreitag dazu auf, sich neu am Maßstab der Menschenwürde zu orientieren: „Nicht Macht, Profit oder Stärke dürfen den Weg bestimmen, sondern der Mensch selbst – als Ebenbild Gottes“, so die Forderung des Ruhrbischofs, der am Vormittag des Karfreitags, 3. April 2026, gemeinsam mit zahlreichen Christinnen und Christen den traditionellen Kreuzweg auf der Bottroper Halde Haniel betet.

Die Gesellschaft brauche angesichts von Kriegen, Unsicherheiten und tiefgreifenden Veränderungen in der Arbeitswelt einen klaren Kompass: „Wahrheit zeigt sich in Barmherzigkeit, Gerechtigkeit, Solidarität und dem Einsatz für Frieden, Demokratie und das Gemeinwohl.“ Das Ruhrgebiet hätte hierfür gute Voraussetzungen: „Die Menschen hier sind eine Gemeinschaft, die im Wohl und Wehe aufeinander angewiesen ist, Solidarität und Subsidiarität pflegt – und gemeinsam lebt.“

15 Stationen führen zum Haldenplateau

Der Kreuzweg führt zum 32. Mal über die Halde Haniel an der Stadtgrenze zwischen Bottrop und Oberhausen. Die Prozession startet um 9.30 Uhr am Sportplatz östlich der Kreuzwegbrücke an der Stadtgrenze zwischen Bottrop und Oberhausen. Entlang der 15 Stationen führt der Weg auf das Haldenplateau, wo der Kreuzweg mit einer Andacht und der Predigt des Ruhrbischofs am großen Holzkreuz seinen Abschluss findet. Bischof Overbeck predigt dort bei der Andacht auf dem Haldenplateau. Die Kollekte in diesem Jahr unterstützt die Arbeit des natur- und tierpädagogischen Zentrums Mattlerbusch des Oberhausener Vereins Alsbachtal für körper- und mehrfachbehinderte Menschen.

Parkmöglichkeiten bestehen auf und neben dem Betriebsgelände der ehemaligen Zeche Prosper-Haniel, Betriebsteil Franz Haniel. Zudem gibt es mehrere Parkplätze an der Kreuzung Fernewaldstraße/Birkhahnweg (Adresse fürs Navigationsgerät: Fernewaldstraße 363, 46242 Bottrop). Verschiedene, auch an Karfreitag bediente Bushaltestellen (z. B. „Heinrich-Heine-Straße“, Bottrop, Linie 979, „Abzweig Haniel“, Bottrop, mit Taxibus, oder „Kleekamp“, Oberhausen, Linie 962) sind etwa zehn Minuten Fußweg vom Treffpunkt entfernt. Für Menschen mit eingeschränkter Mobilität wird zwischen dem ehemaligen Bergwerk und dem Halden-Plateau ein Bus-Pendelverkehr eingerichtet.

Weltweit einzigartiger Kreuzweg

Der Karfreitagskreuzweg auf der Halde Haniel steht für die besondere Verbindung von Glaubens- und Bergbautraditionen im Ruhrgebiet. Verdeutlicht wird dies in den weltweit einzigartigen 15 Stationen des Weges: Sie sind mit großen stählernen Artefakten aus dem Bergbau und Kupferarbeiten mit je einer Darstellung der Leidensgeschichte Christi aus der Hand der bekannten Ursulinenschwester Tisa von der Schulenburg (1903-2001) gestaltet, ergänzt durch Schrifttafeln mit Aussagen bekannter Persönlichkeiten der Kirche. Die Tochter eines preußischen Grafen und Kavalleriegenerals und weitgereiste unangepasste Künstlerin mit Kontakten zum Widerstand gegen das NS-Regime wechselte nach dem Zweiten Weltkrieg zum katholischen Glauben und trat 1950 als Schwester Paula in das Kloster St. Ursula in Dorsten ein. Noch bis zum 27. September 2026 zeigt das Deutsche Bergbau-Museum Bochum die Sonderausstellung „Fühlst du? – Tisa von der Schulenburg – Der empathische Blick“ über das Leben und Werk der Künstlerin.

Für den Erhalt des Haldenkreuzwegs engagieren sich das Bistum Essen, die RAG-Stiftung, die Katholische Arbeitnehmerbewegung (KAB) im Bistum Essen sowie die Stadtdekanate Bottrop und Oberhausen gemeinsam im Verein „Karfreitagskreuzweg auf der Halde e.V.“. Der Verein trägt dazu bei, dass die Tradition des Kreuzwegs auch nach dem Ende des Steinkohlenbergbaus lebendig bleibt und Gläubige weiterhin bis zum Gipfelkreuz ziehen, um dort den Karfreitagsgottesdienst zu feiern.

Weitere Informationen zum Kreuzweg und zum Verein „Karfreitagskreuzweg auf der Halde e.V.“: https://kreuzweghaniel.de/

 

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