Hospiz Cosmas und Damian erhält Baugenehmigung

Baubeginn für Neubau in Essen-Gerschede ist für Herbst geplant

0 05.05.2023

GERSCHEDE. Der Bau des Hospizes Cosmas und Damian auf dem Gelände der ehemaligen Kirche St. Paulus in Essen-Gerschede kann beginnen. Das meldet heute die Caritas-SkF-Essen gGmbH, die Trägerin des Hospizes. „Wir rechnen mit dem offiziellen Spatenstich zum Baustart nach den Sommerferien“, erklärte Geschäftsführer Andreas Bierod. Bei einer geschätzten Bauzeit von 18 Monaten könne das Hospiz Anfang 2025 den Betrieb aufnehmen.

Paulus-Kirche lebt in anderer Art weiter

Im Juli 2021 hatte die Caritas-SkF-Essen gGmbH das Gelände und die Gemeindekirche St. Paulus als Eigentümerin übernommen. Dort feierte die katholische Gemeinde 66 Jahre lang ihre Gottesdienste, seit 2008 als Teil der Pfarrei St. Josef und ab 2010 gemeinsam mit der ehemaligen Gemeinde St. Hermann-Josef. „Auch in Zukunft lebt an diesem Ort, wenn auch auf andere Art, Kirche!“, betonte Bischof Franz-Josef Overbeck im Rahmen der Messe zur Außerdienststellung der Gemeindekirche am 27. Juni 2021.

(Foto: Koblank/Hems, dreibund architekten PartGmbH)

Ein neuer Ort der Begegnung

Die Caritas-Planung für ein neues Quartierzentrum in der Tangabucht in Essen-Gerschede umfasste nicht nur das ökumenisches Zentrum Paulus-Haus im ehemaligen Kindergarten und Jugendheim, sondern auch den Neubau des Cosmas und Damian-Hospizes. Die Entwürfe eines Architektenwettbewerbs wurden am 23. und 24. Juli 2021 im Forum der St. Pauluskirche und online öffentlich vorgestellt, am 23. August 2021 entschied sich der Aufsichtsrat für die Umsetzung des Entwurfs „3 Finger“ des Bochumer Architekturbüros dreibund architekten PartGmbB. Eines der zentralen Beurteilungskriterien des Preisgerichts war die Qualität des städtebaulichen Konzeptes: Dieser Gedanke des Quartiers als Ort der Begegnung sei exzellent umgesetzt, begründete Fachpreisrichter Professor Dr. Jörg Becker, Lehrgebiet Baubetrieb und Bauwirtschaft an der FH Dortmund, die Entscheidung. „Die Anordnung der Wege auf dem Gelände und ein zentraler Platz sorgen in den Entwürfen für eine offene Struktur und bieten lebenswerten Raum für Austausch.“ Jetzt liegen alle notwendigen behördlichen Genehmigungen vor.

Hospiz und Ambulanter Hospizdienst unter einem Dach

„In dem geplanten Neubau möchten wir unsere Hospizarbeit in zeitgemäßen, modernen Räumlichkeiten weiterführen“, so Geschäftsführer Andreas Bierod. Danach bietet der geplante Neubau eine wohnliche Atmosphäre mit 11 Einzelzimmern, die alle über ein separates Bad und einen barrierefrei erreichbaren Balkon verfügen. Dazu besitzt das Hospiz viele Gemeinschaftsräume wie Wohnzimmer, Esszimmer, Küche, Meditationsraum und eine Loggia. Angehörige und Freunde können auf Wunsch im Haus übernachten, entweder im Zimmer des Hospizgastes oder in einem separaten Angehörigenzimmer. So können hier schwerstkranke Menschen die letzte Phase ihres Lebens möglichst schmerzfrei und in vertrauter Umgebung verbringen. Auch die Angehörigen und Freunde der Kranken werden mit ihrer Trauer begleitet und unterstützt.

(Foto: Koblank/Hems, dreibund architekten PartGmbH)

Dienste und Ansprechpartner gemeinsam vor Ort

Auch der ambulante Hospizdienst Cosmas und Damian sowie der Förderverein Cosmas+Damian Hospiz e.V. mit der Kreativgruppe „Kreative Könner“ werden in Zukunft am Standort ihre Räumlichkeiten beziehen. Damit sind die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in räumlicher Nähe zum Hospiz sowohl für alle Ehrenamtlichen als auch für Ratsuchende und Interessierte als Ansprechpartner präsent. Wünsche und Bedürfnisse können geklärt und Unterstützungsmöglichkeiten aufgezeigt werden. Die Nähe zum Hospiz erleichtere eine schnelle und reibungslose Überleitung im Bedarfsfall.

Nicht alle ursprünglichen Planungen werden allerdings verwirklicht, wie die aktuelle Meldung deutlich macht: „Viele Bauprojekte werden derzeit aufgrund von diversen Unsicherheiten am Markt zurückgestellt. Leider sind auch gerade wir, als Wohlfahrtsträger der Sozialwirtschaft, davon nicht verschont geblieben. Die Realisierung des ursprünglich geplanten barrierefreien Servicewohnens können wir daher nicht umsetzen“, bedauert Bierod.

Ein großer Teil der Finanzierung des Neubaus steht, doch ein Teil ist noch offen. Dafür werden Spenderinnen und Spender gesucht. Wer den Bau des Hospizes und die hospizliche Arbeit unterstützen möchte, kann auf folgendes Konto bei der Bank im Bistum Essen spenden: IBAN DE58 3606 0295 0096 8000 45 | BIC GENODED1BBE, Verwendungszweck: Neubau Hospiz


Fußwege verbinden die einzelnen Gebäude des neuen St. Paulus-Quartiers, die St.-Paulus-Promenade bietet Raum für Begegnung. (Foto: Koblank/Hems, dreibund architekten PartGmbH)

Hospize und Palliativmedizin: Palliativmedizin steht für die Behandlung von Patienten mit einer nicht heilbaren, weit fortgeschrittenen Erkrankung mit begrenzter Lebenserwartung, wie etwa Krebs, Demenz oder Aids. Ziel ist nicht mehr Heilung, sondern Linderung von Schmerzen und Sicherung möglichst hoher Lebensqualität. Dazu gehört nicht nur Schmerztherapie, sondern auch die psychologische und spirituelle Begleitung der Patienten und ihrer Angehörigen.
Seitdem vor 40 Jahren, 1983, die erste deutsche Palliativstation an der Uniklinik in Köln gegründet wurde, wuchs die Zahl der Einrichtungen der Palliativmedizin und Sterbebegleitung stark an. Bundesweit gibt es mittlerweile ein Netz von rund 1.500 ambulanten Hospizdiensten, rund 250 stationären Hospizen für Erwachsene sowie 18 stationären Hospizen für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Zudem bestehen rund 330 Palliativstationen in Krankenhäusern und 361 Teams der Spezialisierten ambulanten Palliativversorgung. Daneben gibt es auch ambulante Dienste, die Patienten zu Hause betreuen. Mehr als 120.000 Menschen engagieren sich ehrenamtlich und hauptamtlich in der Hospizbewegung.

Das Hospiz in Borbeck: Im Essener Stadtbezirk Borbeck entwickelte sich die Hospizbewegung seit 1990 nach der Aufgabe des Franziskus-Krankenhauses durch die Franziskus-Schwestern. Unter Pfarrer Otmar Vieth stellte der Kirchenvorstand der Pfarrgemeinde St. Dionysius Borbeck das Startkapital zur Verfügung. Am 23. Mai 1993 verabschiedete die Gründungsversammlung des „Fördervereins Cosmas + Damian Hospiz e.V.“ unter dem ersten Vorsitzenden Wilhelm Döring und der stv. Vorsitzenden Barbara Küpper die erste Satzung und informierte in 81 Essener Pfarreien über Gründung und Arbeit des Fördervereins und das geplante Hospiz. Der Caritasverband für die Stadt Essen übernahm im Frühjahr 1994 die Trägerschaft für das stationäre Hospiz Cosmas und Damian, das am 11. Januar 1995 durch Bischof Hubert Luthe im ehemaligen Franziskus-Krankenhaus mit 10 Einzelzimmern in der Laarmannstr. 14 eingeweiht wurde.
Seit 2004 wurden monatliche Trauercafés für trauernde Menschen in der „Alten Cuesterey“ in Essen-Borbeck angeboten. Ab 2009 unterstützte die Cosmas und Damian-Stiftung die stationäre und ambulante Arbeit, die 2010 durch qualifizierte ehrenamtliche Trauerbegleiter auch vermehrt in Pflege- und Alteneinrichtungen geleistet wird. 2019, ein Jahr nach dem 25-jährigen Bestehen, gab der Förderverein den Betriebsteil „Ambulanter Hospizdienst Cosmas und Damian" an die CSE gGmbH ab, um die stationären und ambulanten Hospizarbeit unter einem Dach zusammenzuführen. Heute gehören dem Förderverein über 520 Mitglieder an. Mehr: https://www.hospizverein-essen.de/

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