Hochkonjunktur für Pflegeeinrichtungen

Hochkonjunktur für Pflegeeinrichtungen Zwei Demenz-WGs entstehen an der Frintroper Straße

0 02.03.2019

FRINTROP. Der Bau von Demenz-Wohngemeinschaften steht derzeit hoch im Kurs: Nur ein paar Meter vom Bertha-Krupp-Haus entfernt, neben dem ehemaligen Schwesternwohnheim an der Laarmannstraße wird gerade ein weiteres Wohnhaus für Demenzpatienten errichtet.

Es entstehen insgesamt zwei Wohngemeinschaften im Erd- und im ersten Obergeschoss. Jede WG hat zehn Einzelzimmer, die gesamte Wohnfläche pro Wohngemeinschaft beträgt etwa 335 Quadratmeter. Die Räume sind barrierefrei, künftige Bewohner dürfen eigene Möbel und persönliche Gegenstände mitbringen. Zentrum jeder Wohngemeinschaft ist ein Wohn- und Essbereich sowie eine voll ausgestattete Wohnküche. Hier werden mit den Bewohnern alle Mahlzeiten täglich selbst zubereitet und es wird gemeinsam gegessen.

In Borbeck kennt man als Investoren kirchliche Träger oder Wohlfahrtsverbände. An der Frintroper Straße ist alles anders: Das Geld für den Bau wurde von privaten Investoren durch die Firma Berggrün bereitgestellt. Stichwort Crowdfunding: Ab zehn Euro kann man sich an Investitionen beteiligen, Berggrün verspricht zwischen fünf und sieben Prozent Zinsen pro Jahr.

Ein Bauherr baut, ein Projektentwickler entwickelt das Projekt und sorgt mit einer weiteren Firma dafür, dass die Zimmer auch vermietet werden. Hauptmieter ist an der Frintroper Straße die Gelsenkirchener Firma „ANW® ALTER-nativ Wohnen“ (abgekürzt: ANW).

Die Kosten für das Leben in der Demenzwohngemeinschaft setzen sich wie folgt zusammen: Miete für den Wohnraum; diese ist direkt an die Firma ANW zu zahlen. Außerdem: Kosten für Instandhaltung der Wohnung und laufende Nebenkosten. Haushaltskosten, aber auch Kosten für Ausstattung und Verbrauchsgüter sind ebenso wie Pflegekosten Bestandteil der Gesamtfinanzierung. Diese sei bei einer Demenzwohngemeinschaft geringer als bei Heimaufenthalten, heißt es auf der ANW-Homepage.

Zusätzlich kann man zur Unterstützung der Finanzierung Kranken- und Pflegeleistungen beanspruchen. Bei einer geringen Grundsicherung der Betroffenen steht zudem der Anspruch auf Sozialhilfe, welche im Einzelfall durch eingängige Prüfung der Sachlage beantragt werden kann. Die Pflege erfolgt durch einen ambulanten Pflegeservice.

Eine Schüppe zulegen müssen die Bauarbeiter schon, wenn das Haus noch im Frühjahrfertig werden soll, wie es auf der Internetseite bei ANW angekündigt ist. Übrigens: Die Firma hat in Essen-Katernberg bereits vor knapp einem Jahr eine Wohngruppe am Nienhuser Busch in Katernberg eröffnet.

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