Gymbo-Abi: Warum wir die Welt der neuen Generation übergeben können

Eindrücke zur Abiturzeugnisverleihung 2020 am Gymnasium Borbeck

1 30.06.2020

Dass eine Schutzmaske, mit Glitzersteinen dekoriert, als modisches Accessoire oder gar als Ausdruck von Individualität dienen kann, hätten sich zu Beginn dieses Kalenderjahres wohl selbst die wagemutigen Essayisten, Stilberater und Autoren nicht träumen lassen. Doch da die Wirklichkeit in ganz seltenen Fällen die Vorstellungskraft zu überholen vermag, feierten heute die GymBo-Abiturientinnen und Abiturienten mit ihren Eltern und Lehrern eine vielleicht einzigartige Zeugnisverleihung. Dass die Gebote von Abstand und Hygiene dies überhaupt zuließen, war eine durchaus angenehme Überraschung – und dass der lange Verzicht auf Gemeinschaftlichkeit und individuelle Gestaltungsmöglichkeiten im Rahmen einer feierlichen Zeugnisverleihung zumindest zu einem geringen Teil kompensiert werden konnte, erfreute alle Beteiligten in umso größerem Maße.

Und tatsächlich waren es auch die zentralen Aspekte von Gemeinschaft und Gestaltung, um die die Veranstaltung kreiste: So fand sich die komplette Schulband einschließlich ihres jüngsten und ältesten Mitglieds zum gewohnt gekonnten Auftritt zusammen, als hätte es den Lockdown nie gegeben. Die Beratungslehrer der Stufe, Frau Oehler und Herr Döring, empfahlen in einer heiter-nachdenklichen Rede eine sinnhaft gestaltete Auswahl aus der Möglichkeitsfülle, die jedem Individuum zur Gestaltung eines persönlich und sozial beglückenden Lebens zur Verfügung stehe. Und genau dieser Gedanke war es auch, der bei Schulleiter Lars Schnor in der Aufforderung kulminierte, die Welt mutig und angstfrei zu verändern. Das Plädoyer – sonst vielleicht als Floskel geringgeschätzt und vergessen – verfing vor allem vor dem Hintergrund einer gesellschaftlichen Realität, in der die lange für selbstverständlich gehaltene Freiheit der Entscheidung und Gestaltung eine neue Bedeutsamkeit gewonnen hat.

Und da jedem Übergang, jeder Initiation und jeder Staffelstabübergabe auch immer die Frage innewohnt, ob es die jungen Menschen denn so gut können wie wir, zeigten diese auch gleich ihren Gestaltungsmut: In einsichtsvollen Redebeiträgen betonten die GymBo-Abiturientinnen und Abiturienten den Wert von Teamgeist und Verantwortung, akzentuierten aber zugleich ihr individualkreatives Potential durch eine vielfach raffinierte, auf das Glitzerkleid oder den schwarz-weißen Anzug abgestimmte Schutzmaskenauswahl. Es besteht also die berechtigte Hoffnung, dass die freiheitliche Gesellschaft der Zukunft in gleichsam gestalterischen wie verantwortungsvollen Händen liegt. SB

GymBo-Abiturientia 2020:

Ertugrul Agca, Sarah Angenendt, Konstantin Arendar, Ahmad Baker, Sebastian Becker, Laura Besener, Hannah Blazejczak, Clara Brandt, Hugo Bruns, Maximilian Budweg, Gina Bulatovic, Tobias Busley, Celina Dahlmann, Matthias Döhmen, Aron Drinda, Uday El Harak, Uday, Dennis Fedotov, Dennis Frieg, Jerusha Ganeshan, Lukasz Gluszek, Simon Hampe, Frederik Heyroth, Vivien Hoch, Jonas Kiepke, Helena Knetsch, Svenja Köhler, Nick Kruse, Simon Kuhnke, Jonas Kurtz, Marijan Lazeta, Felix Lewe, Kelly Lin, Timon Mildenberger, Toni Pohnke, Jana Praß, Martin Priss, Christoph Reifenrath, Miguel Rosete Espin, Jan Roters, Alina Samel, Bjarne Schlegelmilch, Helena Seemann, Vanessa Stevanovic, Eleni Tsikrika, Jonas Viehof, Lisa Wärntges, Noah Wierig, Leon Wöhler, Egzona Xhelili

Gymbo Band

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Kommentare

Kommentar von Veronika Herholz |

Sehr geehrte Damen und Herren, habe den Artikel “Abiturverleihung Gymbo“ mit großem Interesse gelesen, allerdings ist mein Enkel Jonas Jahnke nicht als Abiturient aufgeführt. Schade !!
Mit freundlichen Grüßen
Veronika Herholz

Sehr geehrte Frau Herholz,

das kann natürlich ein Versehen sein, für das wir um Entschuldigung bitten. In der Vergangenheit hat es sich aber gelegentlich gezeigt, dass nicht alle Abiturienten mit der Veröffentlichung ihres Namen einverstanden waren. Die Schule verzichtet dann auf die Weitergabe der Namen. Vielleicht liegt da der Hase im Pfeffer? Wenn das der Fall sein sollte, melden Sie sich einfach noch einmal und wir löschen Ihren Kommentar und die Antwort darauf. Herzliche Grüße Susanne Hölter

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