Grünes Dach: Emschergenossenschaft lässt 50 Euro pro Quadratmeter sprießen

Neues Förderprogramm der Emschergenossenschaft für Hauseigentümer im Einzugsgebiet des Wasserwirtschaftsverbandes

0 09.05.2023

ESSEN/BORBECK. 10.000 (und mehr) Dächer in der Emscher-Region begrünen – das ist das Ziel eines neues Förderprogramms der Emschergenossenschaft als Teil der Zukunftsinitiative Klima.Werk. Es richtet sich auch an Eigentümer*innen in Essen, deren Immobilie im Einzugsgebiet des Wasserwirtschaftsverbandes liegt. 50 Euro Förderung pro Quadratmeter begrünter Dachfläche gibt es für förderberechtigte Bürger*innen, die Antragstellung läuft zentral und digital. Das Angebot stärkt den klimaresilienten Umbau der Städte.

Starkregen, Dürre oder Hitze – auch die Städte in der Emscher-Region haben mit den Folgen des Klimawandels zu kämpfen. Ein wirksames Mittel bei der Anpassung sind begrünte Dächer. „Solche grünen Oasen auf dem Dach sehen nicht nur schön aus, sondern sie sind gut für Gesundheit, Luft- und Lebensqualität, Artenvielfalt und Stadtklima“, sagte Dr. Frank Dudda, Ratsvorsitzender der Emschergenossenschaft, heute bei der Vorstellung des neuen Förderprogramms „10.000 Grüne Dächer“ bei einem Pressetermin in Essen. „So viele Dächer von Garagen, An- und Vorbauten oder Carports sind noch grau, das wollen wir gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern ändern“, erklärte Dudda weiter. Das Förderprogramm richtet sich an Eigentümer*innen in allen 16 Emscher-Kommunen, damit auch in Essen, deren Immobilie im Einzugsgebiet des Wasserwirtschaftsverbandes liegt. Es bietet eine attraktive Förderung, die zentral über ein digitales Förderportal beantragt wird.

Ein Gründach ist ein Dach mit Plus

Ein begrüntes Dach ist ein Dach mit Plus! Weil es zum Beispiel Regenwasser speichert, verdunstet und so eine Kühl-Wirkung fürs Stadtklima hat. „Dachbegrünungen sind ein wichtiger Baustein beim klimarobusten, blau-grünen Umbau der Region nach dem Prinzip der Schwammstadt“, sagte Prof. Dr. Uli Paetzel, Vorstandsvorsitzender der Emschergenossenschaft, beim Pressetermin. Der Wasserwirtschaftsverband arbeitet in der Zukunftsinitiative Klima.Werk gemeinsam mit den Emscher-Kommunen wie Essen für die wasserbewusste Stadtentwicklung. „Alle unsere Maßnahmen zielen darauf ab, dass die wertvolle Ressource Regenwasser nicht mehr in die Kanalisation abgeleitet, sondern vor Ort versickert oder gespeichert wird“, so Uli Paetzel weiter. Zum Beispiel in einem Gründach.

Die Infrastrukturen an den Klimawandel anzupassen, gelingt nur gemeinsam, Städte, Unternehmen, Bürger*innen müssen mitmachen. „Deshalb machen wir mit unserer neuen Förderung für Hausbesitzerinnen und -besitzer ein starkes Angebot. Machen Sie mit!“, appellierte Prof. Uli Paetzel.

Selbst machen oder eine Firma beauftragen

50 Euro pro Quadratmeter Dachbegrünung erhalten förderberechtigte Antragsteller*innen. Die Förderung kann für mehrere Dächer eines Grundstücks (gleiche Postanschrift) beantragt werden, die Gesamtgröße des zu begrünenden Daches oder der Dachflächen insgesamt darf dabei nicht mehr als 60 Quadratmeter betragen. Für die Dachbegrünung kann eine Fachfirma beauftragt werden, eine Umsetzung in Eigenarbeit ist ebenfalls möglich, beides ist förderfähig (Übrigens: Wer größere Flächen begrünen will, wendet sich an hallo@klima-werk.de).

Alle Informationen zur Förderung und zu den Voraussetzungen finden Interessierte auf www.klima-werk.de/gruendachfoerderung, über diese Webseite ist auch das digitale Förderportal zur Antragstellung zu erreichen (oder über den Direktlink https://foerderportal.klima-werk.de/).

Die wichtigsten Informationen zur Förderung:

Wer kann Förderanträge stellen?

Antragsberechtigt sind alle Grundstückseigentümer:innen innerhalb des festgelegten Fördergebiets (s. Fördervoraussetzungen).

Was wird unter welchen Voraussetzungen gefördert?

1. Das zu begrünende Dach/ die zu begrünenden Dächer liegt/liegen im Fördergebiet.

Zum Fördergebiet gehören alle kanalisierten Flächen, von denen Misch- und Regenwasser in Richtung einer Anlage der Emschergenossenschaft fließen. Damit entspricht das Fördergebiet weitgehend dem Verbandsgebiet der Emschergenossenschaft. In fast allen der 16 Emscher-Kommunen (wie zum Beispiel Essen oder Mülheim) liegen einige Stadtgebiete nicht im Einzugsgebiet der Emschergenossenschaft, sondern in dem eines anderen Wasserwirtschaftsverbandes. Hier ist eine Förderung über das „10.000 Grüne Dächer“-Programm leider nicht möglich. Interessenten können auf www.klima-werk.de/gruendachfoerderung oder im Antragportal (https://foerderportal.klima-werk.de/) einsehen, ob ihre Adresse im Fördergebiet liegt.

2. Die zu begrünende Dachfläche ist an die Kanalisation angeschlossen.

Ziel des Förderprogramms ist ein klimaresilienter Umgang mit der Ressource Regenwasser. Dieses soll nicht länger in die Kanalisation eingeleitet werden, sondern zum Beispiel in einem Gründach gespeichert werden und verdunsten. Nur wenn eine Dachfläche an die Kanalisation angeschlossen ist, trägt eine Begrünung dieses Daches dazu bei, dass Regenwasser nicht mehr unnötig abgeleitet wird. Dachbegrünung wird sowohl im Misch- als auch im Trennsystem gefördert!

3. Mit der Maßnahme wurde noch nicht begonnen.

4. Die Dachbegrünung ist nicht verpflichtend (zum Beispiel als Auflage in einem Bebauungsplan, einer Satzung, etc.).

5. Für die Umsetzung der Maßnahme werden/wurden keine Gelder aus anderen Förderprogrammen beantragt bzw. eingesetzt.

6. Die Dachbegrünung entspricht den Anforderungen an den Aufbau. Damit die Dachbegrünung wie gewünscht Regenwasser speichern kann, muss sie mit einem Mindestaufbau von 10 Zentimetern hergestellt werden. Das betrifft die Gesamtdicke der Speicher- und Substratschicht (inklusive Filterschicht). Für dünnere Aufbauten muss ein Abflussbeiwert von max. 0,3 eingehalten werden. In diesen Fällen muss die Einhaltung des Abflussbeiwerts vom Hersteller bestätigt werden. Der Beleg ist über die Dauer der Zweckbindungsfrist aufzubewahren.

Zum Bild: Vor allem Sedum-Arten, die Trockenheit vertragen, eignen sich zur Begrünung eines Daches.

 

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