Goldene Zeiten rund um Haus Ripshorst

0 13.11.2022

UNTERFRINTROP / DELLWIG. Golden schien die Sonne heute – golden leuchtet der Herbst. Gute Gelegenheit, mal wieder dort unterwegs zu sein, wo schon viele seit Jahren und immer wieder ihren Kopf durchlüften. Am Gleispark Frintrop, vor 15 Jahren eingeweiht, hat sich die Natur mit einiger Unterstützung schon eine Menge zurückgeholt. Und zu dieser Jahreszeit auch nicht ganz üblich: Schöne weiße Blüten neben prallen Früchten – zu dieser viel zu warmen Jahreszeit eher selten. Dafür zappelten die Pappelblätter im Wind, und Richtung Haus Ripshorst weitet sich der Blick unter einem riesigen Horizont, wie man ihn in unseren Breiten auch nicht immer hat.

Die verschwundene Wasserburg

Das historische Gelände rund um die erstmals vor 700 Jahren erwähnte und heute längst verschwundene Wasserburg hatten wir schon bei früherer Gelegenheit vorgestellt. Der ehemalige Rittersitz des Stiftes Essen sollte hier den Übergang über die jahrhundertelang ganz frei und breit dahinschlängelnde Emscher nach Norden sichern. 1919 wurden die ausgedehnten Pferdewiesen durch den neu gebauten Rhein-Herne-Kanal durchschnitten – auch wenn sich vor gut 100 Jahren damals der Besitzer des rund 100 Morgen großen adeligen Ritterguts in mehreren Gerichtsprozessen bei der Landesregierung in Düsseldorf dagegen zu wehren suchte.

Erbe der Internationalen Bauausstellung (IBA) Emscherpark

Auf den Überresten der einstigen Anlage entstanden 1999 im Rahmen der Internationalen Bauausstellung (IBA) Emscherpark die Gebäude für das das Informationszentrum Emscher Landschaftspark, das sich seit März 2010 mit einer modernisierten Ausstellung präsentiert. In drei Zeitzonen „Gestern, heute und morgen" können Gäste in audiovisuellen Terminals interaktiv die Entwicklung der Region im neuen Emschertal nachvollziehen: Vom Herzstück der Anlage führt der Gehölzgarten Ripshorst als zwei Kilometer langes Gehölzband rings um eine große Graslandschaft am Rhein-Herne-Kanal. Der Park zeigt die Verbreitung der Baumarten im erdgeschichtlichen Zusammenhang. Und Kaffee gibt es an der Gästestation auch, etwas zu Knabbern, frisch geschleuderten Honig und naturbelassene Säfte. Heute führen hier der Pilgerweg des Bistums Essen und der neue St. Josefs-Trail der Pfarrgemeinde Frintrop vorbei.

Eine Beobachtung zum Schluss: Die neue Emscher hat ordentlich „Zahn drauf“. Denn wenn nicht alles täuscht, wirkt sich die erst gerade weiter nördlich neu eröffnete Mündung in den Rhein deutlich auf die Fließgeschwindigkeit aus. Das Wasser war allemal heute geradezu blendend sauber – im Vergleich zu früher, wo noch alles Mögliche drin rumschwamm.
cb

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