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0 01.05.2026
BORBECK. Ein großes Ereignis lockte vor 115 Jahren zahllose Menschen auf den Kirchplatz rund um St. Dionysius. Von überall waren sie gekommen, um ein eigenartiges Gebäude einzuweihen: Der Katholische St. Marien-Knappenverein Borbeck von 1861, einer der ältesten im ganzen Ruhrgebiet, feierte 1911 sein 50-jähriges Bestehen mit dem Bau einer Grotte für seine Schutzpatronin. In einer eigenen Festschrift zur Einweihung berichtete der damalige Präses des Borbecker Knappenvereins Vikar Wilhelm Müller: „Sie wurde erbaut aus Thüringer Tropfsteinen von Herrn Stukkateurmeiser Frantzen-Borbeck.“ Die Statue lieferte Bildhauer Kirsch aus Borbeck und die Bemalung gab ihr Kirchenmaler Fierlings aus Düsseldorf.

Bauwerk und Figur entstanden in Anlehnung an die damals äußerst populäre Marien-Grotte in Lourdes. Der Ort in Frankreich wurde nach den dortigen Marienerscheinungen von 1858 zum großen Wallfahrtsziel. Zugleich jährte sich 1911 zum 20. Mal die 1891 unter dem Namen „Rerum novarum“ veröffentlichte „Arbeiter-Enzyklika“ von Papst Leo XIII. Ihre Forderungen „zur Hebung und Förderung der leiblichen und geistigen Lage der Arbeiter“ hatten der katholischen Arbeiterbewegung insgesamt einen großen Aufschwung gebracht, der sich auch in Borbeck bemerkbar machte.

Vorderseite der Fahne des Katholischen Knappenvereins Borbeck, die wohl zum 35.Vereinsjubiläum 1896 vom Präses des Vereins, Vikar Heinrich Brauns, dem späteren Reichsarbeitsminister, geweiht wurde. Sie zeigt auf der Vorderseite über einer Ansicht der Borbecker Dionysiuskirche einen Bergmann in seiner Arbeitstracht, der vor der auf einer Wolke stehenden Patronin kniet. Das runde Medaillon ist umschrieben „1861 Katholischer Knappen Verein Borbeck 1896 - Glück auf!“.
Nach dem Jahresbericht des katholischen Arbeitersekretariates Borbeck von 1907 zählten die aus dem Borbecker Verein entstandenen drei Vereine der Bürgermeisterei insgesamt 672 Mitglieder (Kath. Knappenverein Borbeck 310, Kath. Knappenverein Frintrop 196, Kath. Knappenverein Bergeborbeck 166). Sie arbeiteten in einer ausgebauten Organisation von Bezirken mit Versammlungen in eigenen Lokalen, hatten sich in den Jahren zuvor teils führend an großen Ausständen und Streiks beteiligt, zeigten ihre Schlagkraft bei den örtlichen Knappschaftsältestenwahlen und sorgten mit ihren Delegierten für die stärkere regionale Organisation der katholischen Gewerkschaften und Bergarbeiterverbände.
Mitglied konnte jeder katholische Bergmann ab der Schulentlassung werden; das Stimmrecht hatte er mit dem 16.Lebensjahr. Der Vorstand prüfte die Aufnahmefähigkeit und entschied über die Aufnahme. Beim Eintritt musste ein Beitrag von 50 Pfg. und ein monatlicher Beitrag von 25 Pfg. gezahlt werden, den der Vertrauensmann des entsprechenden Bezirks einzog. Dafür erhielten die Mitglieder das Verbandsorgan, die „Westdeutsche Arbeiterzeitung“ und unentgeltlichen Rechtsschutz durch das Arbeitersekretariat, das sich 1907 in Borbeck konstituierte.
Nach innen pflegten die Knappen ein intensives Vereinsleben, boten Unterrichtskurse an, verfügten über eine eigene Bibliothek und mit einer „Zentral-Krankengeld-Zuschusskasse“ (1904) und der Zentral-Sterbekasse „Leo“ über zwei Wohlfahrtseinrichtungen. Sie traten bei Krankheit ein und sicherten den Hinterbliebenen verstorbener Knappen das Sterbegeld. Für die lebendige Gestaltung der zahlreichen religiösen und sozialpolitischen Vorträge hatte sich der Borbecker Knappenverein einen eigenen Lichtbilderprojektor angeschafft, auch wurde viel gesungen und mit den Familien und Kindern gefeiert. Dazu führte eine Spielabteilung vielfach Theaterstücke auf.
Bereits ein Jahr vor seinem 50. Stiftungsfest begann der Verein mit den Vorbereitungen für das runde Jubiläum und richtete dazu eine Kommission ein. Bei der Generalversammlung am 8.12.1910, dem Fest seiner Schutzpatronin Maria Immaculata, mahnte Präses Vikar Müller die Mitglieder, „nicht bloß glanzvolle Feste zu feiern, sondern den Verein innerlich erstarken zu lassen, sowohl an Mitgliederzahlen, wie auch an dem wahren, echt religiösen Standesbewußtsein“. Unter seiner Amtsführung hatte die Vereinsentwicklung einen äußerst positiven Verlauf genommen: Im Laufe des Jahres 1909 wurden 56 Mitglieder neu aufgenommen, die Gesamtzahl stieg auf 368. Von den unter fünfzigjährigen Mitgliedern waren 84 Prozent im „Gewerkverein christlicher Bergarbeiter“ organisiert, in der Sterbekasse „Leo“ 77 Prozent. 66 Mitglieder waren bis zu 25 Jahren alt, 85 von 25 bis 35 Jahren.
Wie ein Bericht über die Weihnachtsfeier nach Neujahr 1911 zeigt, feierte man selbstbewusst und in Kenntnis seiner Stärke: „...Große Freude herrschte nicht nur bei den Kleinen, sondern auch bei den Großen, d.h. den Knappen selbst wegen des vor 2 Tagen errungenen Siegen der Kandidaten des christl. Verbandes über die Sozialdemokraten bei der Knappschaftsältestenwahl. Bei der Hauptwahl war der christliche Kandidat mit knapper Mehrheit von 5 Stimmen gewählt worden, während der Ersatzmann den Genossen zugefallen war.“ Auch bei der von sozialdemokratischer Seite wegen Formfehlers verlangten Neuwahl fielen die Mandate an den Knappschaftsältesten Fleskes und Ersatzmann Haukowski, beide Mitglieder des St. Marien-Knappenvereins Borbeck.
Über die Tätigkeit des Vorstandes in der Vorbereitung des Stiftungsfestes berichtete Präses Vikar Wilhelm Müller im März 1911: „Große Freude machte es besonders, daß der Verein seiner Patronin, der Unbefleckt Empfangenen, ein Zeichen seiner Verehrung stiften wolle in Form einer Lourdesgrotte, welche an der Außenmauer des Chores der Kirche Aufstellung finden soll. Alle Anwesenden erboten sich, einen Beitrag dazu zu stiften, wenigstens 50 Pfg.; von einem der Anwesenden wurden sogar 100 Mk. gezeichnet. So ist zu hoffen, daß dieser schöne Gedanke, welcher für immer ein Zeichen des frommen Sinnes unserer Knappen sein wird, seine Verwirklichung findet“. (KB 1(1911),16 vom 12.3.) Der Plan zur Errichtung der Grotte war allem Anschein nach auch in der Pfarrei und bei anderen Vereinen mit großem Beifall aufgenommen worden und hatte auch Unterstützung in der ganzen Bürgerschaft gefunden.
Im Juni 1911 stand das Jubiläumsfest zum 50-jährigen Bestehen schließlich vor der Tür: Da die meisten Vereinsmitglieder auf den Zechen des Bergwerk-Vereins „König Wilhelm“ (Wolfsbank, Neuköln und Christian Levin) arbeiteten, überwies die Gesellschaft zur Jubelfeier einen Betrag von 500 Mark an die Gemeindesparkase und stellte auch die Lampen für den Fackelzug zur Verfügung, „...der die Einweihung der Lourdesgrotte verherrlichen sollte“, wie Vikar Müller notierte.
Der christliche Arbeiterverein Borbeck, der Katholische Gesellenverein (Kolping), die Marianische Jünglings-Kongregation, die Eucharistische Ehrengarde und der Kirchenchor versammelten sich am Samstag, 10. Juni 1911, in ihren Vereinslokalen, nahmen dort die Fackeln entgegen und zogen am Abend um 21 Uhr zum Vereinshaus am Neuen Markt, wo die umfangreiche Festfolge mit einem Konzert begann. Anschließend beteiligten sie sich mit ihren Wetterlampen am Fackelzug zur Kirche. Hier weihte Dechant und Pfarrer Wilhelm Tönnissen als Protektor des Vereins unter Mitwirkung des M.G.V. Gregorius am Außenchor von St. Dionysius die mit Blumen und Palmen geschmückte Lourdesgrotte ein.
Die Fortsetzung folgte am Sonntag, 11. Juni, um 9.30 Uhr nach Dekorierung der Fahne mit dem Aufzug der Fahnenordnungen von über 60 auswärtigen Brudervereinen zum feierlichen Hochamt in der Kirche, wo Dechant Tönnissen die Festpredigt übernahm. Um 11 Uhr wurde das Fest im Vereinshaus mit der Dekorierung der goldenen und silbernen Jubilare für 50- und 25-jährige Mitgliedschaft fortgesetzt. Nach Aufstellung auf der Nieder- und Rheinstraße zog um 16 Uhr ein Festzug mit allen Brudervereinen und vier Wagen durch Borbeck, die Szenen aus dem „unterirdischen Betrieb“ darstellten. Die Festwagen wurden von Bergleuten in Grubenkleidern begleitet, die die zu ihrer Arbeit notwendigen Gezähstücke mitführten. Alle Bewohner Borbecks waren gebeten, zur Verschönerung des Festes die Häuser zu beflaggen.
Der Zug passierte die Niederstraße von der Bahnunterführung an der Mühlenstraße an und ging über Markt-, Wilhelm-, Kirch-, Markt-, Recht- und Gerichtstraße zum „Vereinshaus“. Im Anschluss versammelten sich die Mitglieder zur Festversammlung im Vereinshaus: Die Festrede hatte der frühere Präses des Vereins Dr. Heinrich Brauns übernommen, der inzwischen als Direktor des Volksvereins für das Katholische Deutschland in Mönchengladbach tätig war. Der Kirchenchor Cäcilia Borbeck übernahm mit Liedvorträgen die musikalische Gestaltung. Eine weitere Festversammlung folgte im Lokal Bahrenberg am Kirchplatz, bei der Kaplan Sassen aus Mülheim-Ruhr als Festredner sprach. Die Liedvorträge steuerte die Gesangsabteilung des Brudervereins in Bottrop bei.
Damit hatte das seit Samstag dauernde Fest aber noch lange nicht seinen Höhepunkt erreicht. Am Montag, 12. Juni 1911, wurde es morgens um 9 Uhr mit einem feierlichen Hochamt für verstorbene Mitglieder fortgesetzt. Am Nachmittag um 16 Uhr folgte eine Fest-Versammlung für die Frauen mit Festrede von Frl. Vildhaut, Lehrerin aus Essen. Abends um 19 Uhr wurde es dann entspannt: Zur „Gemütlichen Zusammenkunft der Mitglieder“ gab es Festspiele, gemeinschaftliche Lieder und zum Schluss wurde getanzt. Wie an den beiden Tagen zuvor übernahm die Musik die „Kapelle des 8. lothring. Infanterie-Regiments Nr. 159 in Mülheim (Ruhr), unter persönlicher Leitung des königl. Obermusikmeisters Herr R. Lätsch“, wie die Festschrift vermerkte.
Vom Festverlauf berichteten die Tageszeitungen ausführlich. Das Kirchenblatt vermerkte eine Woche später, dass ganz Borbeck im Zeichen des goldenen Jubelfestes des katholischen Knappenvereins gestanden habe: „...die Begeisterung und Teilnahme der Bevölkerung war derartig, daß das ganze Fest ein Volksfest genannt werde kann, in welchem die hohe Bedeutung des Bergbaues recht zur Geltung kam. Möge der Verein an innerer und äußerer Kraft immer mehr zunehmen, so daß er den Idealismus unserer Knappen ständig fördere. Dazu ein herzliches Glück auf!“ (KB 1(1911),30 vom 18.6.)
Zahlreiche Grußtelegramme gingen bei dem Verein ein, der vorher seine Festschrift versandt hatte. Vom Essener Zentrumsabgeordneten Dr. Bell und von der „Zentralstelle des Gewerkvereins christlicher Bergarbeiter Deutschlands“ in Essen kamen Absagen aus Termingründen. Auch der Borbecker Arbeitersekretär Giesberts, Mitglied des Reichstages und des Preußischen Abgeordnetenhauses, ließ sich entschuldigen: „Berlin, den 10.Juni 1911. Hochwürdiger Herr Vikar! Zu meinem lebhaften Bedauern ist es mir nicht möglich, dem Jubelfeste des Katholischen Knappenvereins beizuwohnen. Ich habe am nächsten Sonntag Vortrag auf der Generalversammlung der Windthorstbunde in Coblenz und am Montag ist Verbandstag der Westdeutschen katholischen Arbeitervereine. Richten Sie bitte, dem Knappenverein meine herzlichsten Grüsse und Glückwünsche aus. Möge er noch recht lange blühen und gedeihen und besonders an innerer Kraft und Festigkeit wachsen. Mit freundlichem Gruss, Ihr ergebenster J. Giesberts.“
Gymnasialdirektor Dr. Joseph Cüppers freute sich über die Leistung seiner ehemaligen Schüler Bönte, Heinrichsbauer und Kruse, die sich an der Festschrift mit Gedichten und Prosa beteiligt hatten. Bergwerksdirektor Franz Wüstenhöfer dankte für die Glückwünsche zu seiner silbernen Hochzeit, die ihm Präses und Knappenverein kurz zuvor übermittelt hatten und gratulierte zum Jubelfest. Vom Bezirkspräses Fink ging namens des Bezirksverbandes der Arbeitervereine ein weiteres Grußtelegramm ein und der Sohn von Steiger Heinrichsbauer wünschte aus dem Kölner Priesterseminar „ein fröhliches Glückauf für weitere 50 Jahre“. Der Geheimsekretär des Kölner Kardinals Antonius Fischer dankte im Auftrag für die Übersendung der Festschrift: „Eminenz ... sprechen dem Vereine zu seinem goldenen Jubelfeste herzlichen Glückwunsch aus und spenden all' seinen Mitgliedern gerne den oberhirtlichen Segen…“.
Noch erhalten ist ein Entwurf des Telegramms von der Hand des Präses an Kaiser Wilhelm II.: „Seine Majestät Kaiser und König, Berlin. Ueber 60 Knappenvereine zur fünfzigjährigen Jubelfeier des katholischen Knappenvereins Borbeck hier versammelt entbieten Eurer Majestät, dem hohen Schirmherrn des deutschen Bergbaues in unwandelbarer Treue ehrfurchtsvollen Gruss. Müller Vicar, Präses des Knappenvereins Borbeck“. Der Entwurf wurde in bezeichnender Weise an entscheidender Stelle nachgebessert: Die ursprüngliche Fassung hatte noch einen „höchsten Schirmherrn“ vorgesehen. Am folgenden Tag traf bereits das Antworttelegramm aus Potsdam ein: „Seine Majestät der Kaiser und König lassen für den Huldigungsgruß anläßlich des 50-jährigen Bestehens des Kathol. Knappenvereines bestens danken, der geheime Kabinettsrat, von Valentin“. (Alle Schreiben in: PFARRARCHIV, Fach 69: Katholischer Knappenverein)
Die im Rampenlicht der lokalen Öffentlichkeit durchgeführten Festlichkeiten zum Stiftungsfest brachten Anerkennung und einen großen Mitgliederzuwachs: So konnte der Jahresbericht 1913 für Beginn 1912 auf inzwischen 415 Knappen verweisen, nachdem zum Stiftungsfest selbst sich knapp 220 Mitglieder in acht Reihen übereinander auf einem eigens errichteten Gerüst dem Fotografen gestellt hatten.

Foto aus FESTSCHRIFT 1911. Alle tragen Schirmmütze und Abzeichen. Die in Bergmannsuniform in der Mitte stehenden Vorstandsmitglieder präsentieren die von den Vereinsfrauen mit gestickter Ehrenschleife geschmückte Fahne, unter der Pfarrer Tönnissen und Präses Vikar Müller Platz genommen haben.
Ganz offensichtlich wirkte sich die Feier, bei der sicher die Grußtelegramme offen verlesen worden waren, auf das Selbstbewusstsein des Vereins aus. So hob der Präses in einer Monatsversammlung „besonders die Beteiligung der Bürgerschaft an den Fest hervor und schloss daraus, daß sich der Verein und seine Bestrebungen großer Beliebtheit in den weitesten Kreisen erfreute“. (KB 1(1911),33 vom 9.7.) Selbst auf die Sterbekasse „Leo“ schien das Fest eine große Wirkung ausgeübt zu haben. Der Kassierer der Zahlstelle verzeichnete in seinem Jahresbericht einen Überschuss von 66.000 Mark, der vorläufig dem Reservefonds zugewiesen und später zur Erhöhung der Sterbegelder verwandt werden sollte. Damit hatte sich der Kassenbestand nach dem Fest mehr als verdoppelt. Auch die Mitgliederzahl stieg im Jubeljahr zum 50-jährigen Bestehen deutlich: An jedem Sonntag nach dem Hochamt wurden Anmeldungen im Vereinshaus entgegengenommen. Zur gewachsenen Attraktivität trug auch eine neugegründete Turnabteilung bei, die mittwochabends ihre Übungsstunden im Vereinshaus hielt und der besonders viele jugendliche Mitglieder beitraten.
Das offenbar gelungenen Fest strahlte auch über den Verein hinaus: Nach dem Vorbild des Knappen-Festzuges zogen die katholischen Pfarrvereine im September 1911 anlässlich des 100.Geburtstag des „Arbeiterbischofs“ Ketteler mit einem großen Festzug durch beflaggten Straßen Borbecks. Seine 1864 herausgegebene Schrift „Die Arbeiterfrage und das Christentum“ würdigte das Borbecker Kirchenblatt als „epochemachend“ und „abgeklärtes christlich-soziales Programm“: „Der Kettelertag wird nicht nur ein Ehrentag für den großen Toten, sondern auch ein Triumphtag für die Lebenden werden, die gewillt sind, die soziale Fahne Kettelers in unserem Industriebezirk nicht niederholen und durch eine andere ersetzen zu lassen. Kath. Arbeiter! Demonstriert an diesem Tage für Ketteler und sein Programm! Demonstriert für Fortführung einer vernünftigen, christlichen Sozialpolitik! Demonstriert für Euren Glauben und Eure Ehre! An diesem Tage gehört Ihr alle auf die Straße!“ (KB 1(1911),43 vom 17.9., 338f.; KB 1 (1911),43 vom 17.9., 340)
Mit großem Selbstbewusstsein hieß es im Oktober im Kirchenblatt:
„Wacht auf, ihr Freunde! Arbeitskollegen, Männer mit schwieliger Hand und gefurchter Stirn wie ihr, rufen es euch zu. Folget uns, weiset uns nicht ab! ...Wir sind schon zu Tausenden in unseren Arbeiter- und Knappenvereinen. Ueber 66 000 allein in unserer Erzdiözese Köln, 172 000 im Westdeutschen Verbande, über 300 000 im jüngst geschlossenen Kartellverbande katholischer Arbeitervereine West-, Süd- und Ostdeutschlands. Herrliche Kämpferschar! ... Die politischen, die wirtschaftlichen Verhältnisse sind heute so verwickelt, daß sich nur der vollständig Eingeweihte zurechtfindet. ...Da hilft nur die mündliche Besprechung in Kreisen unterrichteter Gefährten. Die findest du in uns. ...Katholischer Leser! Wenn du Arbeiter bist, gehörst du in den katholischen Arbeiterverein! Wenn du Knappe bist, in den katholischen Knappenverein!“ (KB 1(1911),48 vom 22.10.,378.)
Bis zum Kriegsbeginn 1914 erreichte der Katholische Knappenverein Borbeck mit straffer Organisation und lebhaftem Vereinsleben einen stabilen Stand von rund 400 Mitgliedern.
C. Beckmann
Renovierung der Mariengrotte 2015
Quellen
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