Rot-Weiss Essen fand am 37. Spieltag in der 3. Liga zurück in die Spur. Das Team von Trainer Uwe Koschinat entschied das Verfolgerduell mit dem SC Verl 1:0 (0:0) für sich. Mit dem ersten Sieg nach zuvor drei Niederlagen zogen die Rot-Weissen in der Tabelle mit dem drittplatzierten MSV Duisburg gleich. Der Rückstand auf den sicheren Aufstiegsplatz, den noch immer der FC Energie Cottbus belegt, beträgt weiterhin zwei Zähler.
Vor 19.517 Zuschauern im Stadion an der Hafenstraße liefen die Rot-Weissen aus Anlass des 100-jährigen Jubiläums des Vereinswappens in einem schicken Sondertrikot gegen die Ostwestfalen auf. Bei seinem zweiten Startelf-Einsatz in dieser Saison ging der entscheidende Treffer auf das Konto von Eigengewächs Gianluca Swajkowski (50.).
„Das war ein Sieg des Stadions“, sagte Uwe Koschinat im Interview bei MagentaSport. „Wir mussten in der zweiten Halbzeit ganz schön viel aushalten und haben unsere Konter nicht so ausgespielt, dass der Deckel vorzeitig drauf war. Deswegen war es ein Fight bis zur letzten Sekunde. Verl hat alles reingeschmissen und alles investiert. Am Ende sind wir sehr happy, dass wir nach dem Negativtrend die Kurve bekommen haben.“
RWE-Trainer Uwe Koschinat nahm im Vergleich zum 1:6 beim VfB Stuttgart II insgesamt fünf Veränderungen in seiner Anfangsformation vor. Neu ins Team rückten Ben Hüning und Tobias Kraulich in der Abwehr, Gianluca Swajkowski im zentralen Mittelfeld sowie Ramien Safi (nach abgesessener Gelbsperre) und Jaka Cuber Potocnik im Angriff. Dafür nahmen Kapitän Michael Schultz sowie Michael Kostka, Ruben Reisig, Marvin Obuz und Marek Janssen zunächst auf der Bank Platz.
Vor Torhüter Jakob Golz verteidigte in der Abwehr damit erstmals seit längerer Zeit wieder eine Dreierkette mit – von rechts nach links – José Enrique Rios Alonso, Ben Hüning und Tobias Kraulich. Auf den Außenpositionen sorgten Jannik Hofmann (rechts) und Lucas Brumme (links) für Schwung, im zentralen Mittelfeld zogen Gianluca Swajkowski und Torben Müsel die Fäden. Die offensive Dreierreihe bildeten Ramien Safi, Jaka Cuber Potocnik und Kaito Mizuta.
Linksverteidiger Franci Bouébari (Muskelverletzung), Mittelfeld-Routinier Klaus Gsasula (Sprunggelenk-Verletzung) und Außenstürmer Dickson Abiama (muskuläre Probleme im Oberschenkel) mussten verletzungsbedingt erneut passen.
Lucas Brumme muss verletzt raus
Angetrieben von den Fans, von denen sich rund 2.000 Anhänger bereits am Vormittag in der Dubois-Arena in Borbeck getroffen und eingesungen hatten, lieferten sich die Rot-Weissen
mit dem SC Verl einen munteren Auftakt. Die beiden erfolgreichsten Offensivreihen der 3. Liga fanden zunächst noch keine Lücken in der gegnerischen Defensive. Mit zunehmender Spieldauer wirkte RWE zielstrebiger. Bei einem Freistoß von Lucas Brumme musste Philipp Schulze im Verler Tor erstmals eingreifen, als er den Ball über die Latte lenkte. Wenige Minuten später war auch sein Gegenüber Jakob Golz gefordert. Jonas Arweiler spielte im Strafraum Almin Mesanovic frei, der aus spitzem Winkel am RWE-Schlussmann scheiterte.
Das Übergewicht gehörte aber weiterhin den Rot-Weissen. Eine Hereingabe von Ramien Safi sprang Jaka Cuber Potocnik in aussichtsreicher Position über den Fuß. Erneut wurde das Koschinat-Team über die Flügel gefährlich. Jonas Hofmann legte von der rechten Seite an die Strafraumgrenze zurück. Von dort schoss Ramien Safi aber freistehend über das Tor. RWE-Trainer Uwe Koschinat war bereits vor der Pause zu einem ersten Wechsel gezwungen. Nachdem er bei einer Klärungsaktion umgeknickt war, konnte Lucas Brumme nicht weitermachen. Er wurde von Michael Kostka ersetzt. Bis zur Halbzeitpause kamen keine nennenswerten Chancen mehr dazu, es ging torlos in die Kabine.
Früher Ballgewinn bringt die Führung
Bis zum ersten Torschuss im zweiten Durchgang dauerte es nur wenige Sekunden. Verls Jonas Arweiler zog an der Strafraumgrenze aus der Drehung ab. Golz war aber mit einer Flugeinlage zur Stelle. Auf der Gegenseite versuchte es Torben Müsel mit einem platzierten Flachschuss. Verls Schlussmann Schulze packte sicher zu. Kurz darauf hatte RWE aber Grund zum Jubeln: Die Rot-Weissen setzten die Verler nach einem Abstoß schon früh unter Druck. Gianluca Swajkowski (50.) eroberte den Ball gegen Almin Mesanovic und schloss kraftvoll zur Führung ab.
Als direkte Antwort auf den Treffer erspielte sich der SC Verl einige Ecken, die die aufmerksame Defensive der Rot-Weissen aber entschärfen konnten. Aus dem Spiel heraus wurden die Gäste durch Jonas Arweiler wieder gefährlich. Ben Hüning und Jakob Golz konnte die Situation aber gemeinsam klären. Nach etwas mehr als einer Stunde kam bei RWE erneut neues Personal auf das Feld. Die leicht angeschlagenen Gianluca Swajkowski und Jonas Hofmann gingen vom Platz. Nils Kaiser und Ruben Reisig waren neu dabei.
RWE-Defensive hält Stand
Die Spielkontrolle gehörte nun den ballsicheren Verlern. Die RWE-Defensive ließ aber weiterhin nicht viele Gelegenheiten zu. Einen Schuss von Berkan Taz aus der zweiten Reihe lenkte Jakob Golz noch an den Pfosten. Die Rot-Weissen lauerten dagegen auf den vielleicht entscheidenden Gegenstoß. Einen vielversprechenden Konter stoppte Verls Michel Stöcker mit einem Foul und handelte sich dafür die Gelbe Karte ein. Für die Schlussphase nahm Uwe Koschinat seine letzten Wechsel vor. Für Torben Müsel und Ramien Safi kamen Danny Schmidt und Marvin Obuz in die Begegnung.
Der Druck des SC Verl blieb weiterhin groß – lange Zeit aber ohne Gelegenheiten auf den Ausgleich. Einen Schuss des eingewechselten Fabian Wessig konnte José Enrique Rios Alonso mit dem Kopf klären, bevor Jakob Golz eingreifen musste. Bei einem vielversprechenden Konter geriet ein Pass von Nils Kaiser etwas zu ungenau. Marvin Obuz erlief sich dennoch den Ball, blieb dann aber an einem Verler Verteidiger hängen, bevor es gefährlich werden konnte. RWE schaffte es danach allerdings, den Sportclub immer wieder zu beschäftigen. Es blieb bis zum Ende beim knappen Heimerfolg, mit dem Rot-Weiss Essen mit dem drittplatzierten MSV Duisburg nach Punkten gleichziehen konnte.
Saisonfinale beim SSV Ulm 1846 Fußball
Nach dem ausverkauften NRW-Duell mit dem SC Verl steht für RWE während der regulären Saison nur noch ein Punktspiel auf dem Programm. Im Rahmen des 38. und letzten
Spieltages müssen die Rot-Weissen am Samstag, 16. Mai, ab 13.30 Uhr beim bereits feststehenden Absteiger SSV Ulm 1846 Fußball antreten. Auch für dieses Spiel sind alle 4.100 Tickets, die für RWE-Fans zur Verfügung stehen, bereits vergriffen.
Allerdings könnte die Spielzeit 2025/2026 auch noch in die „Verlängerung“ gehen, falls sich die Rot-Weissen als Tabellendritter für die Relegation gegen den Drittletzten der 2. Bundesliga qualifizieren. In diesem Fall hätte RWE am Freitag, 22. Mai, Heimrecht und müsste dann am Dienstag, 26. Mai, auswärts antreten.
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