Gedenktafel soll Denkmal werden

Schönebecker Umweltinitiative wende sich an die Untere Denkmalbehörde in Mülheim

1 07.04.2021

SCHÖNEBECK/MÜHLHEIM. Die Essener Umweltinitiative „Rettet die Schönebecker Grünflächen“ kümmert sich seit ihrer Gründung um die Sicherung der Siepenlandschaft im Städtedreieck Essen-Borbeck/Mülheim/Oberhausen. Der Regionale Grünzug B, der diese Landschaft durchzieht, ist seit Jahrzehnten von anderen als Grünplanungen bedroht, zuletzt von den Mülheimer Plänen für eine Gewerbeansiedlung auf dem Fulerumer Feld und im Winkhauser Tal.

Beide Flächen lagen in den 1970er-Jahren in der Trasse der damals geplanten Autobahn A 31 Emden – Bonn (sog. Ostfriesenspieß), deren südlicher Abschnitt durch das Ruhrgebiet verhindert werden konnte. Dieser Erfolg war nicht zuletzt der „Aktionsgemeinschaft A 31“ zu verdanken. Aus ihr gingen zahlreiche jüngere Bürgerinitiativen hervor, so auch die Umweltinitiative „Rettet die Schönebecker Grünflächen“.

Dieser Leistung hat die Ausstellung „100 Jahre Ruhrgebiet“ sowohl im Ruhr-Museum als auch im Ausstellungskatalog ein symbolisches Denkmal gesetzt. Im Rahmen der Planung dieser Ausstellung war Professor Volker Sperlich aus Mülheim, damals im wissenschaftlichen Beirat der Aktionsgemeinschaft, gefragt worden, ob er die gusseiserne Tafel am Mahnmal an der Stadtgrenze Mülheim/Essen (s. Anhang) für die Zeit der Ausstellung dem Museum zur Verfügung stellen könnte. Volker Sperlich hatte die Tafel 1982 gießen lassen und natürlich nichts dagegen. Nach Beendigung der Ausstellung im Sommer dieses Jahres wird die Tafel ohnehin wieder an dem Findling aus dem Steinbruch Rauen angebracht.

Volker Sperlich und Wolfgang Sykorra, ebenfalls Mitglied der Aktionsgemeinschaft A 31 und heute Sprecher der Schönebecker Umweltgruppe, haben sich nun an die Untere Denkmalbehörde der Stadt Mülheim an der Ruhr gewandt. Ihre Bitte ist, das Ensemble aus Gedenktafel, Findling und Eiche – das an den Erfolg der Umweltschützer erinnert - in die Denkmalliste aufzunehmen und auf diese Weise dem Umweltschutz ein dauerhaftes sichtbares Denkmal zu setzen.

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Kommentare

Kommentar von Andreas Koerner |

Es ist immer noch so, dass Freiflächen in Gefahr sind, bebaut zu werden mit Straßen, Häusern usw. Das Kämpfen für sie ist leider immer noch nicht museumsreif. Gerade im Winkhauser Tal war kürzlich wieder ein Bebauungsplan aufgetaucht, der deshalb wieder in einer Schublade verschwand, weil die Bürger heftig dagegen protestiert hatten. - Eine kleine Anmerkung: Ich habe gelesen "Findling aus dem Steinbruch Rauen"?

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