Fragebogen kommt mit dem "Grünen Boten"

Verwaltung erstellt Kleingartenentwicklungskonzept und befragt dazu die Laubenpieper

1 13.08.2019

ESSEN/GROSSRAUM BORBECK. 109 städtische und private Kleingartenvereine mit insgesamt 262 Kleingartenanlagen auf einer Fläche von 314 ha und rund 9.000 aktiven Kleingärtnerinnen und Kleingärtnern – das sind die beeindruckenden Zahlen zum Thema Kleingärten in der Stadt Essen. Insbesondere in den stärker verdichteten Stadtteilen sind die Kleingartenanlagen ein zentraler und unverzichtbarer Teil der Grün- und Freiflächenversorgung der Stadt. Um die Zukunft der Gärten in der Stadt Essen zu sichern und sie nachhaltig weiterzuentwickeln, lässt Grün und Gruga Essen derzeit ein Kleingartenentwicklungskonzept erstellen.

Grundlage dafür bildet ein Ratsbeschluss vom 24. Mai 2017. In einem nächsten Schritt startet Grün und Gruga nun eine Befragung aller Pächterinnen und Pächter von Kleingärten und aller Vorstände von Kleingartenvereinen und bittet gemeinsam mit dem Stadtverband der Kleingärtnervereine in Essen um rege Beteiligung.

"Die Pächterinnen und Pächter können uns wertvolle Informationen beispielsweise zur Nachfragesituation, zur Vielfalt der Nutzungen auf den Gartenparzellen und zum Grad der Zufriedenheit mit der Gartennutzung geben. Deshalb ist es von erheblicher Bedeutung, dass sich möglichst viele an der Befragung beteiligen", sagt Andreas Bergknecht, Abteilungsleiter Grünflächen und stellvertretender Fachbereichsleiter Grün und Gruga Essen.

Die Befragung wird mit der Mitte August erscheinenden Mitgliederzeitschrift "Der Grüne Bote"“ verschickt. Alle Fragebögen, die bis zum 23.09. zurück geschickt werden, fließen in die Auswertung mit ein. Die Befragung verläuft anonym. Und auch die Vereinsvorstände werden befragt: In dieser Befragung geht es unter anderem um die Ämterbesetzung, die Wahrnehmung der Vereinsaufgaben durch die Vorstände und um die Bereitschaft der Vereinsmitglieder, sich ehrenamtlich im Verein zu engagieren.

Externe Berater untersuchen auch die privaten Anbieter und die Nutzung von Grabeland

Doch die Ergebnisse der Befragungen bilden nicht die einzige Datengrundlage für die Erstellung des Kleingartenentwicklungskonzeptes. Das von Grün und Gruga beauftragte externe Planungsbüro Emkes GmbH Bochum ermittelte zunächst die erforderlichen Grundlagen, Bestandsdaten und Kriterien für das Kleingartenentwicklungskonzept. In dieser Phase wurden alle städtischen und nichtstädtischen Angebotsstrukturen zur kleingärtnerischen Flächenversorgung untersucht – inklusive der Pachtflächen von privaten Anbietern und der Nutzung von Grabelandflächen.

Auf dieser Basis wurden anhand rechtlicher, organisatorischer und planerischer Kriterien Handlungsebenen, Strukturen und Rahmenbedingungen auf der städtischen Ebene analysiert und für eine Bewertung angelegt. Auch die raumbezogenen Sachverhalte und Planungsdaten u.a. die verbindliche Bauleitplanung wurden hinsichtlich ihrer Auswirkung auf das Kleingartenwesen ausgewertet. Zudem wurden von Mitte März bis Mitte Mai drei Workshops mit Kleingärtnerinnen und Kleingärtnern zu unterschiedlichen Themen durchgeführt.

Die nächsten Schritte

In den kommenden Wochen startet parallel zur Befragung eine Begehung der fünfzig größten und weiteren zehn gemeinsam mit dem Stadtverband ausgewählten Kleingartenanlagen. Anschließend werden alle Ergebnisse zusammengetragen. Voraussichtlich im Sommer 2020 liegt dann das Kleingartenentwicklungskonzept mit konkreten Handlungsempfehlungen vor.

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Kommentare

Kommentar von Lapp |

Da der Klimaschutz auch in Essen großgeschrieben wird, ist es ein Unding, diese große Gartenanlage zu vernichten. Immer mehr bauen und die Grünflächen vernichten, ist eine große Sünde gegenüber der Natur. Betonklötze gibt es schon genug. Man sollte die leerstehenden Häuser mal bewohnbar machen, anstatt den kleinen Leuten das Urlaub- und Freizeitvergnügen weg zu nehmen.

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