Faire Orangen: Kolping lädt ein

Film- und Gesprächsabend über moderne Sklaverei

0 23.09.2026

BORBECK / DELLWIG. Wer jetzt und im kommenden Winter zu Orangen greift, wird sich vielleicht fragen, woher sie kommen: Allein rund 100.000 Tonnen unter der süditalienischen Sonne gereifte Vitaminbringer kommen in jedem Jahr aus Kalabrien auf den Markt, dem Zentrum des italienischen Zirtrusfruchtanbaus. Doch das Pardies hat Schattenseiten, denn gepflückt werden sie von rund 2.500 afrikanischen Wanderarbeitern in knochenharter moderner Sklavenarbeit. Sie schuften gegen einen Hungerlohn als Erntehelfer unter menschenunwürdigen Bedingungen und hausen in Zelten, Containern und Hütten.

Zustände fair verändern

Ihr Schicksal ist am Montag, 28. September, Thema bei einem Film- und Gesprächsabend der Kolpingfamilie Borbeck mit Karin Neuse vom Ökumenischen Weltladen Borbeck. Film und Referentin geben Einblicke in die Arbeit einer Organisation, die sich seit Jahren gegen die Ausbeutung afrikanischer Migranten und kalabrischer Kleinbauern engagiert: „SOS-Rosarno“ will die von der Marktmacht der Supermarktketten diktierten Zustände ändern.

Der Verein sucht den direkten Kontakt zwischen Obstbauern, Arbeitern und Einkaufsgemeinschaften, damit alle einen fairen Preis erhalten. Er vertreibt „faire Orangen“ aus Rosarno in Kalabrien, die Bauern erhalten faire Preise und die Wanderarbeiter den Mindestlohn und eine Sozialversicherung. Zudem unterstützt SOS Rosarno die Geflüchtetenarbeit der Kirchen in Italien – das Projekt „Mediterranean Hope“.

Zu dem Treffen um 19.30 Uhr im Gemeindeheim St. Michael, Langhölterweg 9, wird herzlich eingeladen.

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