Emscherumbau: Im August wird Abwasserkanal geflutet

0 03.05.2021

METROPOLE RUHR. Voraussichtlich im August wird der Abwasserkanal Emscher (AKE), die künftige abwassertechnische Hauptschlagader der Region, auf der ganzen Länge von 51 Kilometern geflutet. Ab Ende 2021 soll kein Tropfen Abwasser mehr in den zentralen Fluss des Ruhrgebietes fließen. Wie die Emschergenossenschaft heute mitteilt, investiert sie in diesem Jahr 705 Millionen Euro in die finalen Arbeiten, damit die Emscher ab Ende 2021 komplett abwasserfrei ist. Davon sind 414 Millionen Euro im Rahmen von Auftragsvergaben bereits investiert worden.

Mit dem aktuellen Stand des Generationenprojekts Emscher-Umbau beschäftigte sich heute der Rat der Emschergenossenschaft, der unter der Leitung von Dr. Frank Dudda, Ratsvorsitzender und Oberbürgermeister der Emscher-Kommune Herne, tagte. „Der Emscher-Umbau, das größte Infrastruktur-Projekt in unserer Region, befindet sich aktuell in seiner Hochphase. Mit der Befreiung der Emscher von ihrer Schmutzwasserfracht macht das Ruhrgebiet einen großen Schritt in Richtung Zukunft am Fluss“, so Dr. Dudda.

Auf Hochtouren laufen die Arbeiten zurzeit an der Renaturierung der Emscher am Wasserkreuz in Castrop-Rauxel. Dort erhält auch der Suderwicher Bach eine neue Trasse mitsamt naturnaher Mündung in die Emscher. Besonderes Glanzstück des dortigen Areals ist ein Natur-und-Wasser-Erlebnispark – Weinberge inklusive. Darüber hinaus baut die Emschergenossenschaft an neuen unterirdischen Abwasserkanälen entlang des Holzbachs in Herten und Gelsenkirchen, am Schwarzbach in Essen und Gelsenkirchen sowie am Borbecker Mühlenbach in Essen und Mülheim an der Ruhr.

Schwerpunkt der aktuellen Arbeiten ist jedoch Deutschlands künftig größtes Schmutzwasserpumpwerk in Oberhausen – es ist der zurzeit wichtigste Baustein zur Inbetriebnahme des gesamten Abwasserkanals Emscher. Sein Herzstück, das Pumpwerk Oberhausen, durchläuft aktuell die letzten Funktionstests. Insgesamt sind zehn mächtige Pumpen nötig, um das Abwasser aus einer Tiefe von rund 40 Metern zu heben – mit einer Maximalleistung von 16.500 Litern pro Sekunde.

Im 35 Kilometer langen Abschnitt zwischen Dortmund und Bottrop ist der AKE seit September 2018 bereits in Betrieb. Stück für Stück sind seitdem bereits große Nebenläufe wie zum Beispiel der Nettebach in Dortmund, der Hellbach in Recklinghausen oder der Ostbach in Herne an den unterirdischen Sammler angeschlossen worden. Die Emscher führt dadurch bereits deutlich weniger Abwasser als zuvor. Zahlreiche weitere Einleitstellen sind anschlussbereit, die Emschergenossenschaft nimmt das weltweit einzigartige Kanalsystem jedoch bewusst Stück für Stück in Betrieb.

Die Emschergenossenschaft: Das öffentlich-rechtliche Wasserwirtschaftsunternehmen, das nach dem Genossenschaftsprinzip arbeitet, wurde 1899 als erste Organisation dieser Art in Deutschland gegründet und kümmert sich seitdem unter anderem um die Unterhaltung der Emscher, um die Abwasserentsorgung und -reinigung sowie um den Hochwasserschutz. Seit 1992 plant und setzt die Emschergenossenschaft in Abstimmung mit den Emscher-Kommunen das Generationenprojekt Emscher-Umbau um, in das über einen Zeitraum von rund 30 Jahren prognostizierte 5,38 Milliarden Euro investiert werden.

Mehr Infos: http://www.eglv.de

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